Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Riddler als Quizmaster

DC Comics

Titel: Riddler – The Riddle Factory

Autor/Zeichner: Matt Wagner/Dave Taylor

Erschienen: 1995 (One-Shot), Hardcover 2020 (Legends of the Dark Knight: Matt Wagner)


Der Riddler veranstaltet seine eigene Quiz-Show. An wechselnden geheimen Orten in Gotham versammelt er ein Publikum und lässt Freiwillige seine Rätsel lösen, während sie sich in Lebensgefahr begeben. Wenn sie die Fragen falsch beantworten, werden sie von einem tollwütigen Waschbären gebissen, in Tomatensuppe versenkt oder als Pinnball missbraucht. Die Lösungen der einzelnen Rätsel geben zusammen das Geheimnis eines Prominenten preis, eines Milliardärs oder eines Künstlers zum Beispiel. Schließlich soll als nächstes Bruce Wayne bloßgestellt werden …

Abgesehen von Kleinigkeiten tut der Riddler nichts Illegales – aber was hat er wirklich vor? Batman vermutet, dass mehr dahintersteckt. Und natürlich trügt ihn sein Instinkt nicht. Die Auflösung ist aber so banal, dass die ganze Grundidee der Story in sich zusammenfällt. Genauso wie dem Riddler bei seiner Recherche über Bruce Wayne klar wird, dass es da kein dunkles Geheimnis zu entlarven gibt. Auf die Verbindung zu Batman kommt dieses vermeintliche Genie nicht.

1995 schuf DC dieses Special zum Film Batman Forever. Matt Wagner ist eigentlich ein fähiger Autor, von ihm stammt die brilliante Two-Face-Story Faces, aber auch die beiden gelungenen Neufassungen von Batman and the Monster Men (2005/2006) sowie Batman and the Mad Monk (2006/2007). Aber dieses Werk wirkt ziemlich uninspiriert.

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Von Captain Marvel zu Shazam (und Miracleman)

Eigentlich müsste er heute die Nummer eins der Superhelden sein. Eigentlich spricht er Kinder (Jungs) viel mehr an als Superman oder Batman oder Robin, weil er selbst ein Kind im Körper eines Mannes ist. Eigentlich müsste er Captain Marvel heißen. Stattdessen wird er heute „Shazam“ genannt, obwohl bereits seit 2002 auch ein Musikdienst so heißt. Captain Marvel ist eine Frau von der Konkurrenz und er selbst wirkt nur wie ein Abklatsch von Superman. Dass er das nicht ist, konnte man zuletzt im Kino sehen: Shazam! war ein viel größeres Vergnügen als der deprimierende und ermüdende Man of Steel von Zack Snyder.

Doch in den 1940ern war er viel beliebter als Superman. Er war auch der erste Superheld überhaupt, der ins Kino kam (mit einem Serial). Und weil National Publications (heute DC Comics) sich nicht gerne von der Konkurrenz ausbooten ließ, klagte der Verlag so lange wegen Urheberrechtsverletzung, bis der Verlag Fawcett pleite war und Captain Marvel 1953 eingestellt wurde. Später kaufte DC die Rechte und machte ihren eigenen Helden daraus. Und weil der Ausruf „Shazam!“ eine stärkere Marke ist als Captain Marvel und damit auch keine Verwechslungsgefahr besteht, wurde er eben umbenannt.

Eine einstündige Doku von Warner Bros. erzählt die wechselreiche Geschichte des Superhelden nach, während Alex Ross (Kingdom Come, Justice) in seinem 20-Minuten-Video ein Bild präsentiert, auf dem er alle Figuren abbildet, die von Shazam beeinflusst wurden, darunter auch Marvel-Gestalten wie Thor und Captain Marvel.

Dass Captain Marvel in Großbritannien eine zweite Karriere beschert war, davon erzählt der YouTube-Kanal Nerdwriter. Nach dem Ende von Captain Marvel wurde auf der Insel „Marvelman“ daraus, später „Miracleman“ und ein aufstrebender junger Autor erfand ihn nicht nur in den 80ern neu, sondern schrieb damit auch selbst ein Stück Comicgeschichte: Alan Moore, der später mit Comics V for Vendetta und Watchmen berühmt werden sollte.

Legends of the Dark Knight: Heat

DC Comics

Titel: Heat

Autor/Zeichner: Doug Moench/Russ Heath

Erschienen: 1993 (Legends of the Dark Knight #46-49)


Batmans Anfangszeit. Es ist heiß in Gotham City. Sehr heiß. So heiß, dass sich junge attraktive Frauen bis auf die Unterwäsche ausziehen. Egal, ob Wetteransagerin oder Studentinnen, alle tragen nur so viel Stoff am schwitzenden Körper wie es die amerikanische Prüderie des Comics-Codes der 90er gerade noch zulässt. (Außer Catwoman und Batman, die laufen immer noch in Ganzkörperanzügen herum.) Nur einem Mann gefällt diese viele nackte Haut gar nicht: Also steigt der Unbekannte in ein Katzenkostüm und metzelt mit einer Metallklaue unschuldige Frauen nieder, die er für unzüchtig und daher böse hält. Als Andenken lässt er ein paar Wertgegenstände mitgehen.

Batman merkt schnell, dass er allein mit dem Serienmörder nicht fertig wird. Also verbündet er sich wider Willen mit Catwoman, die wegen ihres Kostüms selbst unter Verdacht steht und den Täter aufhalten will. Dabei wird sie verletzt – Batman bringt sie in seine kühle Batcave. Doch als es anfängt, zwischen ihnen wärmer zu werden, zeigt sich Batman gegen ihren Charme resistent. Im Batmobil darf sie nur im Kofferraum mitfahren. Immerhin gilt es, eine Geheimidentität zu schützen. Eine Augenbinde hätte es auch getan, sagt Catwoman. Aber sicher ist sicher. Doch zum Schluss enttäuscht sie ihn, indem sie als Diebin wieder rückfällig wird.

Der „Catman“ ist ein alter Bekannter, aber nicht zu verwechseln mit Cat-Man, dem Schurken, der in den 60ern einst Catwoman ersetzt hat und in den 80ern wiederkam. Auch nicht dem kurzlebigen Catman aus The Batman & Robin Adventures #16 (1997). Und schon gar nicht mit dem Superhelden-Boxer Wildcat. Aber auch wenn dieser Catman ein schwieriger Gegner ist, ist er keiner, der in Erinnerung bleibt: ein brutaler Psychopath mit eindimensionalem Weltbild und Mutterkomplex – das ist einfach nur uninspiriert. Aber hier geht es nicht um den Schurken. Der bietet nur den Anlass für ein weiteres Kapitel in der tragische Liebesgeschichte zwischen Batman und Catwoman.

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Neue Comic-Serie: „Harley Quinn: Black + White + Red“

Digitale Serie in 14 Kapiteln: „Harley Quinn: Black + White + Red“ (DC Comics)

Die Kunst mag frei sein, aber wahrhafte Größe erreicht sie oft erst, wenn sie sich selbst enge Grenzen setzt: Batman: Die Anthologieserie Batman: Black and White (1996) führte das beispielhaft vor. Achtseitige Kurzgeschichten in Schwarz-weiß, geschrieben und gezeichnet von den besten Autoren – bis heute ein Klassiker mit drei Nachfolgebänden. Nun legt DC Comics nach mit einer neuen Serie nach einem ähnlichen Prinzip: Harley Quinn: Black + White + Red ist eine 14-teilige Serie, die zunächst digital erscheint, immer freitags (z.B. bei Comixology oder Amazon).

Die erste Story, die bereits erschienen ist, stammt von Stjepan Šejić, der mit Harleen der Figur ein grandioses Update verpasst hat. (Eine Vorschau gibt’s bei DC.) Die Geschichte umfasst 19 Seiten und kostet bei Comixology 1,09 Euro. Zu den Erzählern der nächsten Ausgaben gehören neben Harley-Quinn-Co-Schöpfer Paul Dini, Amanda Conner, Jimmy Palmiotti und Tim Seeley. Außerdem sollen sich Zeichner erstmals als Autoren betätigen, dazu zählen: Mirka Andolfo (DC Comics: Bombshells), Dani (The Low, Low Woods), Joe Quinones (Dial H for Hero) und Riley Rossmo (Martian Manhunter).

Mit dieser neuen Serie erweitert DC seine „Digital First„-Reihe, die im April mit mehreren Serien begann, darunter Batman: Gotham Nights.

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Wie „Batman: The Animated Series“ entstanden ist

Batman in The Animated Series (Warner Bros.)

Für mich repräsentiert sie Batman schlechthin: The Animated Series aus den 90er-Jahren. Keine andere TV-Serie und wahrscheinlich auch kein Film wird der Quintessenz von Batman so gerecht wie diese Zeichentrickserie: Das düstere Gotham als Film Noir-Setting, das zeitlose Art déco-Design, die wunderbare Dynamik der Animation, die aufs Wesentlichste reduziert ist, die perfekt getroffenen Figuren, und natürlich Geschichten, die ans Herz gehen hinterlassen einen tiefen Eindruck. Die eingängige Orchestermusik verleiht dem Ganzen die Würde einer edlen Hollywood-Produktion.

Nein, das ist eigentlich keine Serie für Kinder, sondern eine für Erwachsene. Eine für Genießer. Eine, die das Kunststück vollbringt, Batman ernst zu nehmen. Sie ist in fast 30 Jahren so gut wie gar nicht gealtert. Viele Episoden gehören zu den besten Batman-Geschichten, die je geschrieben wurden. Einige haben Comic-Klassiker neu erzählt, andere haben auch die Comics beeinflusst: Mister Freeze wird erstmals zu einer tragischen Figur, ebenso wie Clayface und Two-Face. Harley Quinn wurde dafür erfunden und ist heute fast so bekannt wie der Joker.

Da eine deutsche Blu-ray-Ausgabe dieses Meisterwerks leider immer noch fehlt, kann man sich zumindest damit trösten, dass Warner Bros. eine 99-Minuten-Dokumentation auf YouTube gestellt hat: Darin erklären die Macher, Bruce Timm und Eric Radomsky, neben dem Autor Paul Dini, Batman-Sprecher Kevin Conroy und anderen, wie es zu der Entstehung dieses Klassikers kam, der stark von den Superman-Cartoons der 40er und von Tim Burtons Batman-Film beeinflusst ist.

In der Doku wird deutlich, welche historische Bedeutung die Serie hat: Damals befanden sich Zeichentrickserien für Kinder in einem Tief. Die Qualität war mies, die Storys langweilig, der Humor platt – Kreativität wurde von Zensur erstickt. („Super-Friends“ war ein Beispiel dafür.) Insofern stellte Batman: The Animated Series einen radikalen Bruch damit dar. Die Serie war ein Wagnis. So etwas gab es bis dahin nicht. Und sie setzte Maßstäbe, an denen sich alles Spätere wird messen lassen müssen.

Der Titel der Doku versteht sich daher von selbst: The Heart of Batman.

>> Liste der Batman-TAS-Episoden

Riddler als Performance-Künstler

DC Comics

Titel: Questions Multiply the Mystery

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Kieron Dwyer

Erschienen: 1995 (Detective Comics Annual #8), Paperback 1998 (Four of a Kind)


„I’m sick of all your questions!“ (Riddler)

Im Sommer 1995, als Batman Forever in die Kinos kam, nahm DC das zum Anlass, die Entstehung des Riddlers von vorn zu erzählen. Das geschah im Rahmen des „Year One“-Events, das sich durch alle Annuals zog (bei Batman waren es noch Man-Bat, Scarecrow und Poison Ivy). Hier erzählt der Riddler selbst – und entlarvt sich als widersprüchlicher Charakter zwischen Betrüger, gelangweiltem Genie und Möchtegern-Künstler.

Typischerweise ist es mal wieder eine rührselige Geschichte, die bereits mit einer schwierigen Kindheit beginnt (ist es jemals anders?): Edward Nigma ist ein neugieriger Junge, der gerne Fragen stellt, etwa warum Blätter grün sind. Seine Eltern wissen es nicht, schicken ihn genervt weg, aber Edward kommt offenbar nicht auf die Idee, einen Lehrer zu fragen oder ein Buch aufzuschlagen.

Dann kommt es zu dem Schlüsselerlebnis, das Bill Finger bereits in Detective Comics #140 (1948) erzählt hat: Edward soll in der Schule ein Puzzle lösen. Damals trickste er, indem die Lösung abfotografierte. (Was irgendwie nicht zu dem angeblichen späteren Genie passt.) Diesmal geht es aber darum, die Zeit dabei zu messen. Edward trickst, indem er es vorher übt, dann löst er es am schnellsten. Der Außenseiter Edward, ein ungeliebtes Kind, sehnt sich nämlich nach Anerkennung. Er ist bloß Mittelmaß, ein Niemand, den nicht mal die bösen Buben verkloppen wollen. Doch als er den Puzzletest gewinnt, kriegt er statt Anerkennung Schläge.

Verbrecher aus Langeweile

Edward bekommt aber auch ein Rätselbuch als Preis. Seitdem ist die Liebe zu Rätseln geweckt. Als Erwachsener ist er gelangweilt von seinem Botenberuf, daher fängt er mit Diebstahl und Raub an. Weil auch das langweilig ist, schickt er der Polizei Hinweise. Zunächst ist James Gordon hinter ihm her, dann hält ihn Batman auf. Riddler erklärt, was seine Masche soll: Es gehe nicht darum, erwischt zu werden. „To me crime is performance art!“ Wer das nicht sehe, dem fehle es eben an Vorstellungskraft.

Der Riddler findet mit dem Verbrecherduo Query und Echo zwei willige Helferinnen und gibt der Polizei und Batman mit ein Kreuzworträtsel auf. Doch statt, wie erwartet, ein Bankett zu plündern („banquet“), raubt er einen Safe im Wasser aus („bank wet“). Diese Sequenz erinnert an die Batman-Episode „Batman’s Anniversary/A Riddling Controversy“ (dt. Riddlers Geheimwaffe, S02E45-46), in der der Riddler einen ähnlichen Tauchgang macht, was bei Adam West aber deutlich spaßiger ist.

Zum Schluss „entführt“ der Riddler eine Sammlung von Stradivary-Geigen, wobei er sich als Banause entlarvt, indem er eine zerschlägt. So richtig mag man ihm das mit der Performance-Kunst nicht mehr glauben. Es kommt zum großen Finale bei einer Wagner-Oper, die dann auch eher Batmans Metier zu sein scheint. Und dann kommt das Geständnis: „It wasn’t the money I wanted“, sagt der Riddler. „It wasn’t the action I sought. I just like the attention.“ Nein, er sei kein kriminelles Genie, sondern in Wahrheit nur ein einsamer kleiner Junge, der sich nach Liebe sehnt. Armer Eddie …

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Sechs Jahre Batman-Projekt

Batman und Robin in der Kostenfalle. (Warner Bros.)

Batman ist ein weites Feld. Vor sechs Jahren kam es mir endlos vor. Dann habe ich beschlossen, das Feld zu beackern und um all das zu dokumentieren, was ich las und sah, habe ich das Batman-Projekt gegründet. Seitdem sind über 1200 Beiträge entstanden: über Comics, TV-Serien, Filme. Mittlerweile ist das Batman-Projekt im deutschsprachigen Raum nicht nur das umfangreichste Blog zu dem Thema, sondern auch ein oft aufgesuchter Leitfaden, der auf dem unübersichtlichen Feld Batman Orientierung bietet.

Die Zugriffszahlen steigen jedes Jahr. Auf diesen Erfolg bin ich stolz – und vor allem dankbar: Danke an alle Leser, danke für das großartige Feedback, das ich ständig bekomme. Das ist ein großer Ansporn, jedes Jahr wieder viele weitere Stunden dafür aufzuwenden.

Eine Neuerung als Wagnis

Anfang des Jahres habe ich die Werbung von dieser Seite verbannt. Zum einen, weil man im Netz mehr als genug davon sieht, zum anderen weil sie diesem Blog nicht gut steht. Es war ein Wagnis, denn leider kostet das Geld. 96 Euro berechnet WordPress für dieses Abo im Jahr, das sind 8 Euro im Monat, inklusive Speicher und Domain. Dahinter stand die Hoffnung, dass sich die Kosten durch die User von selbst decken werden.

Bislang hielt sich die Bereitschaft allerdings in Grenzen. Gerade einmal ein Drittel der Kosten sind gedeckt. (Leider kommt auch nicht alles Geld bei mir an: Von einem Euro Soli zieht Paypal Gebühren ab, bei einem Euro sind es 37 Cent, bei zehn Euro 60 Cent.) Ich möchte betonen: Hier geht es nicht darum, Profit zu machen. Ich verdiene hiermit keinen Cent. Meine gesamte Arbeit ist Ehrenamt. Es wäre aber schön, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Falls ihr gut findet, was ich hier mache und in den Jahren aufgebaut habe, würde ich mich über eure Unterstützung freuen.

Es bedankt sich vorab

Lukas


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Catwoman: Die Schöne und das Biest

DC Comics

Titel: Catwoman Defiant

Autor/Zeichner: Peter Milligan/Tom Grindberg

Erschienen: 1992 (One-shot)


Als Catwoman versucht, eine Kette des Gangsterbosses Mr. Handsome zu stehlen, tappt sie in eine Falle und wird fast gefangen genommen. Batman rettet ihr die Haut, bietet ihr aber an, ihm dabei zu helfen, Mr. Handsome zu schnappen. Dessen maskierte Model Army verübt nicht nur Verbrechen, er selbst zerstört auch gerne alles, was schön ist – von Kunstwerken bis hin zu Menschen, daher hat er es auf Catwoman abgesehen. Doch dann wird Batman abgelenkt und Catwoman landet in Gefangenschaft.

Sie trifft auf eine verunstaltete Bestie und die Ex von Mr. Handsome, der sie versprechen muss, sich zu rächen – doch Selina weigert sich, jemanden zu ermorden. Batman versucht derweil, Selina zu finden, indem er seine Fledermäuse auf einen Handlanger jagt, ihn also foltert. Das ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch ziemlich unwahrscheinlich, da Fledermäuse Menschen eher meiden. Außerdem dürfte das nicht nur gegen den Tierschutz sondern auch gegen Menschenrechte verstoßen, aber sei’s drum.

Zum Schluss findet Catwoman heraus, dass alles ganz anders ist als gedacht, und wie so oft bleibt die größte Frage: Wozu betreibt der Schurke diesen horrenden Aufwand, wenn er es viel einfacher haben könnte? Aber das Ende, in dem Catwoman Batman auf die Bestie loslässt, ohne dass er ahnt, was ihm blüht, entschädigt dann doch für eine insgesamt zwar durchschnittliche, aber dann doch nicht vergebliche Lektüre.

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Superman und wie er in die Welt kam

Superman von Jorge Jimenez (DC Comics)

Auch wenn hier, auf dieser Seite, so getan wird: Es gibt ja nicht nur Batman. Es gibt auch ein paar andere Supertypen, die ganz ähnlich aussehen und Gutes tun. Wie zum Beispiel diesen Typen in Blau, mit dem roten Umhang. Der kann sogar richtig fliegen und nicht nur so tun als ob. Und der ist auch viel stärker als Batman, auch wenn er nie eine Muckibude besucht hat. Und er gewinnt auch jede Prügelei, ohne je eine Kampfkunst im fernen Osten erlernt zu haben. Nun soll man aber nicht denken, ihm sei alles in die Wiege gelegt worden. Denn auch er hat seine Eltern als Kind verloren und auch seine Ziehmutter heißt bekanntlich auch Martha, aber darauf soll man sich nicht zu viel einbilden. Und während Batman einer Fledermaus nicht wirklich ähnlich sieht, wird der Blaue – nur weil er sich am Himmel herumtreibt – ständig mit einem Vogel oder Flugzeug verwechselt.

Wer wissen will, wie das alles mit Superman angefangen hat und sich diese genau betrachtet recht kuriose Gestalt zur Pop-Ikone gemausert hat, die immer noch Comics und Filme füllt, zu der jeder eine Meinung hat, auch wenn Batman ihm längst den Rang abgelaufen hat, der kann sich diese aufwendige, fast zweistündige Dokumentation Look Up In the Sky: The Amazing Story of Superman ansehen, die Warner Bros. auf seinen YouTube-Kanal gestellt hat.

Leider hat der Film zwei Haken: Erstens stammt er aus dem Jahr 2006 (zum Kinofilm Superman Returns), ist also nicht mehr ganz taufrisch. Zweitens wird er gesprochen von Lex Luthor alias Kevin Spacey. Wer verkraften kann, dass der Schurkendarsteller auch im wahren Leben kein Unschuldslamm ist, dem sei dieses Video zur Bildung und Unterhaltung empfohlen. Und wer danach Lust hat, die Abenteuer des Mannes aus Stahl nachzulesen, der findet hier die passende Liste:

>> Superman-Comics

Batman und Riddler gegen Gentrifizierung

DC Comics

Titel: Run, Riddler, Run

Autor/Zeichner: Gerard Jones/Mark Badger

Erschienen: 1992 (Miniserie #1-3)


Gotham wird gentrifiziert: Anstelle eines Gettos soll eine Gated Community für Reiche entstehen. Seltsamerweise ist auch Bruce Wayne für die Idee, denn mit dem Projekt kommt auch das Versprechen, ein Quartier ohne Verbrechen zu erbauen. Doch dazu müssen erstmal die Armen verschwinden, die lassen sich aber nicht verdrängen und leisten Widerstand.

Die Verantwortliche heuert für die Räumung einen Trupp von Paramilitärs an, die in Super-Kampfrüstungen stecken und von der Polizei gutgeheißen wird. Leider wird der Trupp geleitet von einem ruchlosen Kerl aus der ehemaligen DDR, der mit seinen Leuten die Unliebsamen hinrichtet. Aber niemand greift ein, weil es niemanden zu kümmern scheint – niemand außer Batman. Er verbündet sich mit dem Riddler, um das Schlimmste zu verhindern.

Der Riddler ist hier auf Bewährung frei und versucht, als Sicherheitsexperte einem ehrlichen Beruf nachzugehen. Zum Beispiel, indem er Todesfallen mit Haifischbecken installiert, die man nur mit dem Lösen von Rätseln umgehen kann. Weil das niemand haben will, wird er gefeuert – und dann muss er später mit Batman diese Rätsel lösen.

DC Comics

Als wäre die Geschichte nicht schon seltsam genug, ist das Ganze auch sperrig gezeichnet, teilweise überzeichnet, der Riddler wirkt wie eine Karikatur. In den 90ern hat DC abseits der regulären Batman-Serien immer wieder Autoren und Zeichner experimentieren lassen. Run, Riddler, Run ist ein typisches Beispiel dafür. Der Dreiteiler ist weder angenehm anzusehen noch schafft es die Story zu fesseln. Der Schurke ist ein austauschbarer Fiesling, für den man sich nicht interessiert, was auch für die Nebenfiguren gilt.

Das größte Problem ist aber der Titelheld: Dafür dass das eine Riddler-Story sein soll, bekommt er viel zu wenig Raum, um sich zu entfalten. Er wird bloß als nerdig-schräger Comic Relief verheizt, der alle mit seinen ewigen Rätseln nervt, ohne aber wirklich witzig zu sein.

Insofern verwundert es nicht, dass die drei Teile bisher nicht als Paperback erschienen sind. Run, Riddler, Run ist wert, vergessen zu werden.

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