Titel: Superman and Batgirl: Who Haunts This House?
Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Joe Staton
Erschienen: 1980 (DC Comics Presents #19)
Bei Superheldencomics gibt es zwei Arten von Covern: die einen haben nichts mit dem Inhalt zu tun, die anderen spoilern das Entscheidende. So ist es auch hier. Da steht die Titelfrage: „Who Haunts This House?“ und das Bild beantwortet sie sofort. Die Story dahinter zu lesen, macht uns aber auch nicht viel schlauer.
Titel: The Supergirl-Batgirl Plot – Clash of the Super-Teams
Autor/Zeichner: Cary Bates/Curt Swan
Erschienen: 1967 (World’s Finest #169)
Supergirl fliegt durch die Gegend, da erscheint vor ihr aus dem Nichts eine riesige gasförmige Hand und nimmt sie gefangen. Zufällig kommt Batgirl vorbei, wird ebenfalls gefangen, doch gemeinsam können sich die Heldinnen befreien (dank einer Kombination aus Säure und Röntgenstrahlen – fragt nicht). Die beiden bilden ein gutes Team, finden sie. Doch dann geht man erstmal wieder getrennter Wege.
Die beiden Frauen haben noch eine Gemeinsamkeit: Sie stehen im Schatten ihrer Vorbilder und sind eifersüchtig, dass immer nur Superman und Batman den ganzen Ruhm einheimsen, also beschließen sie – unabhängig voneinander – das zu ändern. Als Superman gerade einen Eckstein in ein neugebautes Hochhaus einsetzt, stürzt es ein und Superman kann nicht helfen, weil er in diesem Moment plötzlich vorübergehend seine Kräfte verliert. Supergirl greift ein und rettet die Menschen. Eine wahnsinnig fahrlässige Aktion, nur um das eigene Ego zu befriedigen!
Nach Aliens und Predator musste auch die dritte Science-Fiction-Film-Ikone der 80er und 90er auf Superman treffen: Terminator. Dabei ist das eigentlich für Superman nichts Besonderes, weil er ständig gegen irgendwelche Roboter kämpft, von Metallo bis zum Eradicator. Aber hier sind es eben Killer-Roboter aus der Zukunft, die die Menschheit versklavt haben. In Zeiten, wo die künstliche Intelligenz allmählich ihren Namen verdient, bekommt Skynet eine ganz neue Brisanz. Reine Science Fiction ist das Szenario jedenfalls nicht mehr …
Irgendwo im Dschungel von Mittelamerika findet eine Expedition von S.T.A.R.-Labs-Wissenschaftlern ein außeridisches Raumschiff, das schon länger dort steht. Sie rufen Superman um Hilfe, der fliegt mit Lois Lane hin. Er erkennt in der Kapsel zwar keine Gefahr, doch durch ein Virus schwinden seine Kräfte und er lockt unbewusst einen Predator an.
Dann werden Superman und die Wissenschaftler von Söldnern angegriffen, gefangen genommen und zu anderen Wissenschaftlern gebracht. Die haben eine geheime Maya-Stadt in einer Höhle gefunden. Die Ureinwohner haben bereits Bekanntschaft mit dem Predator gemacht. In der Forschungsstation hat die Organisation „Better Tomorrow“ ein Virus entwickelt, das Gendefekte beim Menschen beseitigen will – indem es Menschen mit Gendefekten tötet. Im Klartext: Massenmord – „Euthanasie“ nach Nazi-Art. Lois Lane soll an einer Doku dazu mitwirken. Sie weigert sich selbstverständlich. Und Superman ist zu schwach, um einzugreifen. Dann taucht der Predator auf und beginnt zu jagen …
Ein Raumschiff mit einer Ladung Aliens stürzt auf Apokolips ab. Darkseid macht die Xenomorphs zu Waffen, indem er seine Paradämonen als Wirte missbraucht und dann eine Invasion auf seine Erzfeinde von New Genesis beginnt. Zufällig ist auch Superman gerade zu Besuch auf dem Planeten und kann den New Gods dabei helfen, die Bedrohung abzuwenden. Immerhin hat er Erfahrung beim Kampf mit den fiesen Aliens (siehe Teil 1). Doch dann wird auch noch Orion infiziert. Gemeinsam reist er mit Superman nach Apokolips, um die Alien-Mutter aufzuhalten, bevor es ihm die Brust zerreißt. Orion will sich jedoch an seinem Vater Darkseid rächen …
Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Rich Buckler, Dick Giordano
Erschienen: 1980 (World’s Finest #261)
Der Pinguin ist auf Bewährung raus, tritt live im Fernsehen auf und stellt der Öffentlichkeit einen Mann vor, der der echte Western-Outlaw Butch Cassidy sein soll. Dieser sei nicht etwa 1908 gestorben, sondern sei in einer mexikanischen Höhle eingeschlafen und von einem sonderbaren Gas konserviert worden. Als wäre die Story nicht schon unglaubwürdig genug, springt Batman von einem Kamerakran und überführt den Pinguin als Betrüger.
Da taucht ein Cowboy auf einem fliegenden Pferd auf, fängt Batman mit dem Lasso ein und haut mit Pinguin und „Butch“ ab. – Muss ich noch weitererzählen? Die Story stammt nicht aus dem Jahr 1956, sondern aus dem Jahr 1980, als man den schieren Unsinn längst hinter sich gelassen hatte. Oder zumindest wird das oft so behauptet.
Autor/Zeichner: Jeff Parker/Lukas Ketner, Michele Bandini
Erschienen: 2024 (Miniserie #1-5)
Im ägyptischen Tal der Könige taucht eine beseelte Ritterrüstung auf, die Menschen ihrer Lebensenergie beraubt und tötet. Die Justice League (Batman, Robin, Superman, Green Lantern etc.) scheitert dabei, diesen „Silent Knight“ zu bannen, und wird selbst gebannt. Robin kann entkommen und bittet Zatanna um Hilfe. Weil gerade ein Weihnachtsbaum bei ihr steht, hört ein Unbeteiligter den Ruf: Klaus, genannt Santa, der Weihnachtsmann höchstselbst. Er erklärt: Ein paar der Monster aus dem ersten Teil sind entkommen und dienen dem Silent Knight, was man an dem Mal erkennt, das er allen in die Schulter brennt. Bald darauf erbaut er sich ein Schloss aus Menschenleben …
Batman stinkt also und Robin hat ein Ei gelegt. Wie konnte es dazu kommen? Zu lange Patrouillien ohne Dusche? Ist Robin zum Vogel mutiert? Und was hat Poison Ivy damit zu tun? Wir erfahren es leider nicht, was auf dem Cover von DCs diesjähriger Weihnachtsanthologie zu sehen ist, denn der Titel ist natürlich der „Jingle Bells“-Variation vom Joker entnommen, die er in der klassischen Batman-TAS-Episode „Christmas With the Joker“ singt.
Stattdessen sehen wir, wie der Joker am Leben verzweifelt und sich wünscht, er wäre nie geboren. Da taucht Robin als Engel ohne Flügel auf, um ihm eine Welt ohne Joker zu zeigen und ihm den Lebenswillen wiederzugeben. Die Story spielt auf den Weihnachtsklassiker „It’s A Wonderful Life“ (dt. Ist das Leben nicht schön?) an, die Adaption kommt allerdings nicht ans Original heran, weil sie schon daran hinkt, dass eine Welt ohne Joker zweifellos eine bessere wäre – allerdings auch eine öde, jedenfalls für den Clown.
Geschmacklos wird es vor allem, wenn der Tod von Bruce Waynes Eltern veralbert wird. Joe Chill, ein Eisverkäufer im Winter, fällt zufällig ein Revolver in die Hände, der die beiden Waynes erschießt, und er findet Gefallen am Mord. Großer Blödsinn, und nicht mal besonders witzig.
„The… politics of our adopted world often defy any logic. Without logic we are left with chaos.“ (Martian Manhunter)
Im Jahr 2000 geschah das Unglaubwürdigste, was Superheldencomics je hervorgebracht haben: Mit Lex Luthor wurde erstmals ein Schurke Präsident der USA. 15 Jahre später holte die Realität die Fiktion ein und noch mal acht Jahre später wieder … Wie es im Fall von Lex dazu kommen konnte, wird in zwei Kurzgeschichtenanthologien und einigen Superman-Heften erzählt.
Zunächst: Warum hat Luthor das getan? Der Grund, der in „The Why“ nonverbal gezeigt wird, ist trivial. Nicht etwa, um die USA zu einem besseren Ort oder zu einer Diktatur zu machen, sondern aus demselben Grund wie alles andere: weil Luthor Superman hasst. Seine Kandidatur ist bloß eine weiterer Versuch, etwas seinen Erzfeind zu besiegen. Doch wofür es dazu der Präsidentschaft bedarf, wenn er als wohl reichster Mann der Welt genug Macht und Mittel besitzen dürfte, wird nicht klar. Sein Unternehmen Lexcorp übergibt er Talia al Ghul, die sich unter dem nicht sehr kreativen Decknamen „Talia Head“ vor ihrem Vater Ra’s versteckt. Zuerst will sie nicht, dann aber überzeugt er sie, indem er einen Haufen Killer auf sie hetzt und dabei 17 Leichen in Kauf nimmt. Lex überzeugt sie von ihrer Sicherheit, indem er sie in Gefahr bringt? Diese Logik soll mal einer verstehen. Aber es wird noch wilder.
Titel: The Never-Ending Battle (Legends of the Dead Earth)
Autor/Zeichner: Kurt Busiek/Paul Ryan, Joe Rubinstein
Erschienen: 1996 (Superman: The Man of Steel Annual #5)
Die Erde ist tot, ihre Helden auch. Das Universum wird beherrscht von Imperator Lex Luthor. Der schickt seine Schergen auf andere Planeten, um die Bevölkerung auszulöschen und potenzielle Nachfolger von Superman zu verhindern. Einer davon ist der Fischer Kaleb vom Planeten Hydros. Eine Widerstandsgruppe rettet ihn, lädt ihn mit Sonnenenergie auf und macht ihn so zum neuen Superman. Der schließt sich den Rebellen an und verliebt sich in die Frau Lang.
Doch dann nimmt Kaleb an einem Gladiatorenwettkampf teil und fällt mit seinen Superkräften auf. Er wird gefangengenommen und zu Lex Luthor gebracht, der seit Generationen sich selbst klont. Diesmal will er sich in Supermans Klon übertragen lassen.