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Neue Batman US-Comics: Vorschau auf 2016

Batman Europa

DC Comics

Das Jahr ist noch nicht vorüber und schon gibt es allen Grund zur Vorfreude auf nächstes Jahr. Nicht bloß wegen des Kinofilms Batman v Superman im März, auch wegen der vielen Comics, die DC angekündigt hat. Abgesehen von die Fortsetzung der regulären Batman-Serie von Scott Snyder und Greg Capullo, die bisher viel Spaß gemacht hat, freuen wir uns auf das Prequel zu The Dark Knight Returns: Last Crusade, die Mini-Serie Batman Europa sowie Batman & Robin Eternal. Ansonsten bin ich gespannt auf die erste Batman-Elseworlds-Anthologie, von der man noch nicht weiß, was drin sein wird. Hoffentlich werden es einige Perlen sein, die bisher schwer aufzutreiben waren.

DC Comics

DC Comics

Besonders neugierig macht eine Ankündigung für Juni: Dann soll Paul Dinis Dark Night: A True Batman Story bei Vertigo erscheinen, eine autobiografische Geschichte, in der der Autor (The Animated Series, Mad Love) schildert, wie er vor über 20 Jahren Opfer eines traumatischen Raubüberfalls wurde. Batman und Schurken wie der Joker übernehmen darin die Funktion eines Chores in der griechischen Tragödie, indem sie dem Helden Ratschläge erteilen – weil ihm sonst in der Krise niemand zu Hilfe eilt. „You have to be your own hero“, sagt Dini. Das 121-Seiten-Buch wird gezeichnet von Eduardo Risso (Batman: Broken City). Die Pressemitteilung von DC Comics gibt es hier.

Hier eine Übersicht der Neuerscheinungen 2016 (Tipps sind unterstrichen):

Januar

  • Detective Comics Vol. 7: Anarky (Hardcover)
  • Detective Comics Vol. 6: Icarus (Softcover)
  • Superman/Batman/Wonder Woman: Trinity Deluxe Edition (Matt Wagner)
  • The Batman/Judge Dredd Collection (alle Crossover in einem Band)

Februar

Batman #41 (DC Comics)

Batman #41 (DC Comics)

März

April

  • Batman Europa (Hardcover der vierteiligen Mini-Serie von Matteo Casali und Brian Azzarello)
  • Robin War (Hardcover)
  • Batman Arkham: Scarecrow (Anthologie)
  • Batman Adventures Vol. 4
  • Superman/Batman Vol. 3

Mai

Juni

Juli

  • Batman Arkham: Killer Croc (Anthologie)
  • Batman/TMNT (Paperback): Batman trifft die Turtles (Crossover)
  • Elseworlds: Superman Vol. 1 (enthält Speeding Bullets, Kamandi: At Earths End, Kal, Superman: At Earths End, Superman/Batman Doom Link, Superman/Wonder Woman: Whom Gods Destroy)
  • Batman: The Golden Age Vol. 1 (Paperback, enthält Detective Comics #27-45, Batman #1-3 and New York World’s Fair Comics #1)

August

  • Detective Comics Vol. 8: Blood of Heroes (Hardcover)
  • Batman/Superman Vol. 5 (Hardcover)
  • Batman/Superman Vol. 4 (Softcover)
  • New Gotham (Storyline Evolution, Detective Comics #742-753, von Autor Greg Rucka)
  • Batman Noir: The Killing Joke (der Klassiker in Schwarz-weiß)
  • Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 2 (Hardcover)

(Dieser Artikel wurde am 13.12.2015 und am 18.8.2016 aktualisiert.)

Dark Knight III: Der erste Eindruck

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III: The Master Race – Book One

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller

Erschienen: 2015


„A good death? There’s no such thing.“

Endlich: da ist das erste Heft von Dark Knight III: The Master Race ist da. Obwohl ich lieber Storys am Stück lese, wollte ich nicht bis nächstes Jahr warten bis das Paperback herauskommt. Nach all den Vorberichten war ich zu gespannt, um mir die Erstausgabe entgehen zu lassen – schon allein wegen des Gimmicks Mini-Comic.

Der erste Eindruck: das Warten hat sich gelohnt. Die Story ist mitreißend erzählt, in Wort wie im Bild. Der Stil klingt ganz nach dem Frank Miller der 80er Jahre, selbst Andy Kuberts Zeichnungen erinnern an die Vorlage; auch Miller selbst überzeugt mit seinem Zeichenstift im Mini-Comic zu Atom, das in der Heftmitte an einem Pappeinleger befestigt ist (gut gelöst). Und es gibt einige Überraschungen.

In Kürze: Batman ist wieder da. Und auch Gotham. Wir sehen den Dunklen Ritter wieder auf der Straße, wie er Cops aufmischt. Die Medienresonanz ist gewaltig. Comissioner Ellen Yindel muss sich erneut rechtfertigen. Parallel dazu erlegt Wonder Woman (immer noch in engen Boxer Shorts) einen Minotaurus, Superman ist in seiner Festung der Einsamkeit buchstäblich auf Eis gelegt und ihre gemeinsame Tochter Lara will die Einwohner der Flaschenstadt Kandor befreien, hier kommt Atom ins Spiel.

Und jetzt kommt der Spoiler:

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Frank Miller plant Dark Knight 4

DC Comics

DC Comics

Frank Miller ruht nicht. Und er lässt auch seinen Batman nicht ruhen. Eine Woche vor dem Start von Dark Knight III: The Master Race hat der Autor einen vierten Teil angekündigt. Er soll den (vorläufigen) Abschluss der Geschichte bilden. Aber auch das ist nicht das Ende: Denn außerdem plant Miller eine Spin-off-Serie um den weiblichen Robin Carrie Kelley, wobei er Kinder als Zielgruppe nennt. Beides will er wieder alleine schreiben; ob er wieder zeichnen wird, ist unklar. Bei Teil drei arbeitet er mit Co-Autor Brian Azzarello zusammen, Hauptzeichner ist Andy Kubert. Die erste Ausgabe kommt am 25. November heraus, sieben weitere folgen.

Das Dark Knight-Universum erweitert sich auch retroaktiv: Zuvor wurde das Prequel Last Crusade angekündigt, geschrieben von Miller und Azzarello und gezeichnet von John Romita Jr. Der 64-Seiten-One-Shot soll erzählen, wie Robin Jason Todd beim Kampf gegen den Joker umgekommen ist. Erscheinen soll es am 17. Februar 2017.

Batman und der vorletzte Kreuzzug

DC Comics

DC Comics

Ein dritter Teil ist nicht genug. Einige Tage vor der ersten Ausgabe von Dark Knigth III: The Master Race kündigt DC Comics ein Prequel an: Dark Knight Returns – The Last Crusade soll ein 64-Seiten-One-Shot werden, das über zehn Jahre vor dem ersten Teil von 1986 spielt. Die Story, von Frank Miller und Brian Azzarello geschrieben, wird von John Romita Jr. (Daredevil: The Man Without Fear) gezeichnet und erzählen, wie Robin Jason Todd im Dark Knight-Universum zu seinem Ende kam. Wie das Cover zeigt, wird dabei der Joker eine wichtige Rolle spielen. Die Veröffentlichung ist für den 17. Februar 2016 angesetzt. Ein Interview mit Romita, der auch ein Variant Cover zu DK III beisteuert, gibt es hier.

DC Comics

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Die Nachricht ist mit gemischten Gefühlen verbunden: Einerseits war ein erster Teil genug, der zweite überflüssig und enttäuschend und alle Hoffnung ruht jetzt auf dem dritten; ein Prequel erscheint da erst recht wie zu viel des Guten – auch angesichts der riesigen Marketingmaschine, die DC mit seiner Flut an Variant Covern betreibt. Andererseits ist auch diese Welt ein Universum für sich und daher auch unendlich erweiterbar. Schließlich wollen die Fans beides: Pflege ihres Kults, aber auch ständig Neues. Die unendliche Geschichte von Batman muss immer weiter gehen. Auch wenn das manchmal heißt, einen Schritt zurück zu machen.

Leider sind Prequels schon deshalb weniger interessant, weil man bereits weiß, wie die Geschichte ausgeht, und weil sie die Leerstellen ausfüllen, die bislang von der Fantasie der Leser zu füllen sein konnte. Und braucht es noch eine Version von Jasons Todds Tod? Allerdings muss man dazu anmerken, dass Frank Miller 1986 diesen Tod schon vorweggenommen hat, bevor er tatsächlich innerhalb der offiziellen Batman-Continuity eingetreten ist (in A Death in the Family). Und schließlich ist das keine besonders gute Story gewesen. Eigentlich eine ziemlich miese. Vielleicht wird jetzt endlich eine Variation dieser Geschichte geliefert, die würdiger und zeitgemäßer erscheint.

Coverwahn #10

DC Comics

Frank Miller: Dark Knight III #2 (DC Comics)

Der Coverwahn für Dark Knight III: The Master Race ist noch lange nicht am Ende. Denn während die Liste der Variant Cover für Heft eins vollständig ist, folgen jetzt die Titelbilder für Heft zwei (insgesamt werden es acht Ausgaben sein, mit jeweils einem Mini-Comic). Wieder einmal hat Frank Miller einen ziemlich übel mitgenommenen Batman beigetragen: blutend im Regen, eingehüllt in sein Cape. Zwei Werke stammen von Eduardo Risso: eines zeigt Batman als Fassadenkletterer in schwarz-weiß, das andere eine Wonder Woman in Schatten und Hotpants gekleidet, letzteres ist das Cover zu ihrem Mini-Comic (das erste ist Atom gewidmet). Schließlich sehen wir noch ein Variant von Cliff Chiang, das Batman und Robin in einer ähnlichen Situation zeigt wie Jim Lee sie bereits dargestellt hat: nach dem Kampf mit dem Joker in Teil eins.

Darüber hinaus hat DC drei neue Seiten aus Dark Knight III #1 veröffentlicht – sogar in Farbe. Über die Handlung erfährt man daraus nicht viel, aber die Panels können sich sehen lassen.

>> Alle bisherigen Variant Cover zu DK III.

Coverwahn #9

Nun, da auch Jim Lee sein Cover für Dark Knight III: The Master Race #1 auf Twitter veröffentlicht hat, dürfte die Variant-Flut (vorerst) beendet sein. Der Meisterzeichner (Hush, All-Star Batman) hat leider eines der gängisten Motive und damit eine starke Hommage an The Dark Knight Returns gewählt: Batman und Robin Carrie Kelley. Der Dunkle Ritter ist verletzt nach dem Kampf mit dem Joker, Robin stützt ihn. Es ist ein ausdrucksstarkes Bild, wie üblich bei Jim Lee detailreich und sensibel gezeichnet. Dagegen wirkt das Joker-Gemetzel von John Romita Jr. plump, subtiler hat das Dale Keown gelöst, indem er den Joker bloß mit dem grünen Haarschopf andeutet. Aber auch sein Cover hinterlässt keinen großen Eindruck. Es wirkt einfach zu glatt.

Das Gegenteil davon bildet das Werk Kevin Eastman: In seinem expressionistisch-holzschnitthaften Stil stellt er einen klobigen Batman kopfüber an einem Wasserspeier dar, unter ihm Gotham – der Abgrund. Marc Silvestri inszeniert Batman grazil beim Sprung vom Panzer, als es in den Kampf mit dem Mutanten-Anführer geht. Das Bild hat etwas Anmutiges und Martialisches zugleich.

Schließlich wird noch zweimal Robin geboten: Bei Amanda Conner steht Carrie Kelley im Vordergrund, die unbeschwert mit ihrer Zwille in Richtung Betrachter zielt. Batman legt hier bloß väterlich seine schwere Hand auf Robins Schulter, anders als bei Jim Lee ist der Held hier Beschützer statt Beschützter. Insofern ergänzen sich die Bilder sehr gut. Das Beste kommt aber zum Schluss: Auch Brian Stelfreeze hat Robin gewählt, auch mit Zwille, aber sie zielt auf eine Figur, die bloß als Schatten auf sie fällt: Superman. Das kleine Mädchen lehnt sich mit ihrer harmlosen Waffe gegen den Unbesiegbaren auf. Mensch gegen Übermensch. Eine wunderbar subtile Darstellung des Themas. Eine wahre Offenbarung. Danke dafür.

>> Hier die bisherigen Variant-Cover-Galerien zu DK III.

Coverwahn #8

Batman gibt Superman seinen Stiefel zu spüren: unerbittlich tritt er mit seiner stacheligen Sohle auf Supermans Gesicht ein, sodass es blutet. Der Kampf Batman gegen Superman fasziniert wohl auch, weil es befriedigend ist, zu sehen, wie der eigentlich Schwächere den eigentlich Stärkeren so richtig vermöbelt. Die Rache der Außenseiter an den Strahlemännern. Meisterzeichner Greg Capullo hat sein Variant Cover zu Dark Knight III: The Master Race beigesteuert, und obwohl es ein typisches Motiv zeigt, ist es (wie immer) klasse geworden. Voller Kraft und Dynamik und roher Gewalt – ein deutlicher Kontrast zu den blassen Farben, die andeuten, dass aus den Helden gerade das Leben entweicht.

Deutlich weniger grandios sind die Leistungen der anderen Zeichner: Walter Simonson zeigt Batman mit Verstopfung und dem Heiligenschein des Vollmonds, die anderen drei setzen Robin Carrie Kelley in Szene, davon einmal im Frauen-Power-Verbund mit Wonder Woman und Catgirl (die eigentlich auch Carrie ist). Bemerkenswert ist die Arbeit von Babs Tarr, die Robin nach vorne stellt und einen Vertigo-artigen Hintergrund in schwarz und rot wählt.

Damit sind wir fast durch mit unserer Galerie-Reihe, es fehlen nur noch eine Handvoll Bilder.

>> Hier die bisherigen Variant-Cover-Galerien zu DK III.

Coverwahn #7

Weniger ist mehr: Wahre Künstler beweisen es immer wieder aufs Neue. Bei ihren Variant Covers zu Dark Knight III: The Master Race hat deshalb nach Tim Sale auch Jock bewiesen, dass ein schlichtes Motiv reicht, wie etwa ein Porträt vom alten Batman, dessen verbissenes, faltiges Gesicht sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das Besondere: das Blau der Maske füllt das ganze Cover. Batman – larger than life. Nicht einmal die Comicseite legt ihm Grenzen auf. Dieser Minimalismus ist viel kreativer als bloß die x-ten Versionn von Frank Millers Joker, wie sie David Finch und Paul Pope fabriziert haben, zumal wir Finchs Motiv bereits zu Genüge bei anderen in der Mutanten-Variante gesehen haben.

Doch nicht alle Zeichner haben sich auf die üblichen Motive gestürzt. Tony Daniel zeigt Batman mit einem Gewehr – eine unscheinbare, aber großartige Szene aus The Dark Knight Returns. Der Held schießt damit einen Enterhaken ab, läuft auf einem Seil zwischen zwei Hochhäusern und meditiert: „In ten years I’ve never felt so calm. So right. This would be a fine death …“ Kurz darauf wird er angeschossen von Two-Face und stürzt ab. Alles andere als subtil kommt dafür das Cover von John Cassaday daher. Er hat in einer plumpen Collage einfach alle wichtigen Charaktere (Joker, Mutanten, Robin, aber nicht Superman) aufs Blatt gebannt – und als wäre das nicht schon genug, wird das Ganze noch geziert von kleineren Panels, auf denen Fernsehbilder aus TDKR zu sehen sind. Immerhin sieht man hier zum ersten Mal auf den Variants Two-Face mit bandagiertem Kopf – ein ikonischer Vorläufer von Hush.

Ganz und gar nicht subtil ist auch der Batman von Dave Dorman, der vor einer Feuersbrunst mit zwei Baseballschlägern herumspringt. Im Hintergrund das Superman-Logo, auf den Schlägern das Batman-Logo; Batman als Bat-Man („Schläger-Typ“)? Völlig daneben … Viel gelungener hingegen ist das Cover von Dave Johnson, das Batmans Herzinfarkt beim Kampf mit Superman zeigt: Ein gebrochener Held, im Hintergrund der triumphierende Superman im Schatten, durch die Bildmitte zieht sich die rote Linie eines EKGs – so geht Dramatik, so geht Tiefe, so wünsche ich mir mehr Cover. Und bitte keine Sprünge mehr mit Robin Carrie Kelley …

>> Weitere Cover-Galerien zu DK III.

Coverwahn #6

Zur Abwechslung mal ein paar Pferde: Die nächste Fuhre Variant Cover zu Dark Knight III: The Master Race zeigt unser aller Lieblingshelden als buchstäblich rittlerlich, nämlich reitend. Aaron Lopresti inszeniert das Ganze klassisch heroisch, mit aufbäumendem Gaul und bauschendem Umhang im Vollmond, bei Jason Fabok geben sich Batman und seine Anhänger kämpferisch mit zum Himmel gereckten Fäusten, bei Francis Manapul wird mit Robin und vor rotem Hintergrund geritten, Tony Harris lässt Gotham brennen, Altmeister Bill Sienkiewiczs Cover ist ultradüster und das Pferd erscheint mit seinen roten Augen wie ein Monster, das mit seinem Reiter zu einer Gestalt zu verschmelzen scheint – letzteres ist mein Favorit der Reihe.

>> Weitere Cover-Galerien zu DK III.

Ein erster Blick auf Bad Blood

DC hat den ersten Trailer zum Animationsfilm Batman: Bad Blood veröffentlicht, der nächstes Jahr auf DVD und Blu-ray erscheinen soll. Darin werden erstmals die Charaktere Batwoman und Batwing vorkommen, und auch Nightwing und Robin (Damian Wayne) sind wieder dabei. Für böses Blut dürfte die schwer bewaffnete Rächerin sorgen, von der sich auch Batwing Bashing gefallen lassen muss. Bad Blood ist die Fortsetzung zu Son of Batman und Batman vs. Robin. Das Drehbuch stammt von J.M. DeMatteis, der bereits den jüngsten der Filme geschrieben hat (außerdem hat er die Prequel-Comics zu Justice League: Gods and Monsters verfasst). Ein genauer Starttermin für Bad Blood steht noch nicht fest.