Armbrustschütze Roy Harper alias Arsenal (Green Arrows ehemaliger Sidekick Speedie) ersucht seinen ehemaligen Teen-Titans-Kollegen Dick Grayson (Nightwing) um Hilfe: Roys Freundin (und Attentäterin) Jade wurde von KGBeast entführt. Der Schurke will sie an Qurac-Nationalisten verkaufen, die sie umbringen wollen, weil sie ihr Land vernichtet hat. Doch Dick hat keine Zeit, also verweist er ihn an Batman weiter. Roy hat Angst vor der Fledermaus, doch für die Mutter seiner Tochter überwindet er sie – und Batman hilft gern, ohne große Überzeugungsarbeit.
Victor Zsasz, der Mordsüchtige, der gerne Narben als Trophäen sammelt, bricht aus Arkham aus und hinterlässt eine Reihe von Leichen. Zu allem Überfluss wird Batmans Ermittlung von der Polizei gestört, da Commissioner Akins die Fledermaus zur Strecke bringen will. Trotz all des Ärgers findet Batman noch die Zeit, als Bruce Wayne zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung zu gehen, die er selbst organisiert. Doch einer der ungeladenen Gäste ist der Killer – und der steckt Alfred Pennyworth ein Messer in den Bauch.
Während der Arzt den Butler schnell aufgibt, rettet Bruce ihm das Leben, indem er ihn schnell ins Krankenhaus bringt. Obwohl er Alfred damit das Leben rettet, gibt er zunächst den Tod bekannt, um ihn vor Zsasz zu schützen. Doch schließlich überlegt er es sich anders und macht Alfred zum Köder für die Bestie …
Batman und Robin (Damian Wayne) halten die Schurkin White Rabbit bei einer Geiselnahme auf. Kurz darauf wird eine der befreiten Geiseln, ein DNA-Forscher, wieder entführt, diesmal von lauter Tierschurken wie Killer Croc, Orca, Man-Bat und dem Terrible Trio. Doch mit das Trio trägt diesmal keine Tiermasken, sondern es handelt sich um Menschen mit echten Tierköpfen. Dann wird Batman von einem Schwarm Fledermäuse angegriffen. Dahinter steckt eine neue Schurkin mit Mumiengesicht: Shush …
Jonathan Crane ist ein sehr ängstlicher Mensch. Schon als Kind hatte er vor allem und jedem Angst, Kindern, Eltern, Lehrern, Angst vor Fehlern, Veränderung und Blamage. Im Grunde ist es so geblieben. Seine Rolle als Scarecrow erlaubte ihm, mit seiner Furcht umzugehen und sie sich zu eigen zu machen, indem er andere das Fürchten lehrte. Doch dann kam Batman, der ebenfalls auf seine Art ein Meister der Angst ist … Nun steckt Jonathan Crane in Arkham und muss wieder Angst haben – bis er beschließt, es erneut allen zu zeigen.
Charaktere müssen nicht sympathisch, aber interessant sein. Nach diesem Prinzip verfahren die Autoren vieler HBO-Serien seit Oz im Jahr 1997 gestartet ist. Man konnte es bei den Sopranos sehen, bei The Wire und besonders bei Succession, wo absolut niemand sympathisch war und man trotzdem nicht wegschauen konnte. In diese Tradition reiht auch sich The Penguin ein, dessen Protagonist hier – fast wie ein Augenzwinkern – ebenfalls Oz genannt wird.
Zunächst war Oz Cobb kein Verbrechergenie oder Kingpin, sondern nur ein Kleinganove, ein Handlanger, der nach dem Tod seines Bosses Carmine Falcone die Chance ergreift, ein Machtvakuum zu füllen. Zwar ist er ein skrupelloser Killer, aber einer, dernur andere Gauner ermordet, nicht hübsch anzusehen, aber immerhin ein Mann mit Herz. Er kümmert sich liebevoll um seine kranke Mutter, unterhält eine Art Freundschaft plus zu einer Sexarbeiterin und er nimmt sogar einen jungen Mann als Azubi auf, der ihm fast die Radkappen vom Maserati geklaut hätte. Er zeigt sogar Nachsicht mit ihm, als dieser ihn verlassen will.
Doch spätestens ab Folge vier büßt dieser vielseitige Charakter an Sympathien ein: In einer Rückblende verrät er Sofia Falcone an ihren Vater, weshalb sie zehn furchtbare Jahre in Arkham erleiden muss. Dann erweist er sich als besonders grausam beim Machtkampf mit Maroni, indem er Mutter und Sohn bei lebendigem Leibe verbrennt. Schließlich erfahren wir, dass bereits als Kind den Tod seiner beiden Brüder zu verantworten hat.
Zum Schluss holt ihn die Vergangenheit wieder ein – und er ruiniert das letzte bisschen Sympathie, das man noch mit ihm haben kann. Das Serienfinale führt Familiendrama zu einem Höhepunkt und zur totalen Katastrophe.
Poison Ivy (Pamela Isley) ist zurück in Gotham, da wird sie schon von Batman belästigt. Der warnt sie, lässt sie dann aber gehen. Also sucht sie sich ein neues Heim auf dem Land. Im Slaughter Swamp gibt es ein nettes Häuschen. Doch da wohnt leider schon Killer Croc. Der ist ebenfalls aus Gotham geflohen, weil in der Kanalisation anscheinend kein Platz mehr für ihn war. Aus irgendeinem Grund hat ein Neubau damit zu tun, wo Luxuswohnungen für die Allerreichsten entstehen. Wenn Pamela das Projekt stoppt, darf sie das Sumpfhaus haben. Doch mit der Baustelle stimmt was nicht. Sie führt ein Eigenleben. Leichen tauchen auf. Und ein Mann mit Blumenkopf.
Im zweiten Teil mutieren die Lamia-Pilz-Sporen weiter und lassen Menschen zu Zombies werden. Ivy versucht, ein Gegenmittel aus ihrem Blut zu gewinnen und bekommt Hilfe von Croc und Solomon Grundy, schließlich bittet sie auch Batman um Unterstützung. Doch darüber hinaus hat Ivy Unterleibsschmerzen – sie ist schwanger. Was da rauskommt? Das müsst ihr schon selbst lesen. Nur so viel sei verraten: Es ist ein alter Bekannter.
Erschienen: 1996 (Batman #535), Hardcover 2014 (Batman by Doug Moench & Kelley Jones Vol. 1)
Ein entstellter Hüne (genannt Oger) und ein Affe begehen Morde an Wissenschaftlern. Sie rächen sich für die Experimente, die diese einst an ihnen durchgeführt haben. Der Affe verabreicht ihnen ein Betäubungsmittel, der Oger bohrt ihnen eine Elektrode ins Gehirn und tötet sie mit einem Stromschlag, ohne dass sie etwas fühlen. Das ist noch human im Vergleich zu der Folter, die Oger und Affe erlebt haben.
Die Wissenschaftler wollten „perfekte Geheimagenten“ erschaffen. Um die Evolution voranzutreiben, sollte der Mensch zunächst in seinen Urzustand versetzt werden. Daher haben sie versucht, Affen und Menschen einander anzunähern. (Der tiefere Sinn erschließt sich mir nicht.) 22 Testsubjekte sind gestorben, der 23. hat überlebt – und begleicht nun offene Rechnungen. Während Batman versucht, die nächsten Opfer zu finden, geht das Morden weiter …
Jeder Superheld trifft früher oder später einen Schurken, dessen Kräfte auf Elektrizität beruhen. Spider-Man und Daredevil haben Elektro. Superman hat Livewire. Und Batman traf gleich dreimal auf einen, der sich Electrocutioner nannte.
Das erste Mal (Batman #331, 1981) handelt es sich zunächst um einen Mystery Man im Schlapphut und Trenchcoat, der darunter aber ein fesches, hautenges, schwarzes Kostüm mit einem weißen Blitz trägt. In diesem Outfit sucht er Mörder auf, die wegen Verfahrensfehlern freigekommen sind. (Das passiert hier gleich dreimal!) Statt des Elektrischen Stuhls bekommen sie eine tödliche elektrische Ladung per Hand verpasst.
Mit DC Finestbringt DC eine Reihe von Sammelbänden heraus, die wie Marvels Epic Collection alle Batman-Storys seit der Crisis(1986) in günstigen Paperbacks bündeln. Man bekommt etwa 600 Seiten für rund 40 US-Dollar. Der Vorteil: Man muss sich nicht mehr durch eine verwirrenden Haufen von Sammelbänden wühlen, in dem einiges fehlt oder zum Teil doppelt enthalten ist (wie bei den mittlerweile vergiffenen ReihenThe Dark Knight Detective und The Caped Crusader, die sich mit anderen Paperbacks überschneiden).
Der erste Band, Batman: Year One & Two, umfasst – zum Glück anders als angekündigt! – die Ausgaben Batman #401-412, Batman Annual #11, und Detective Comics #568–579 (1986-1987). Also alles von „A Bird in the Hand …“ (Batman #401) bis „The Crime Doctor’s Crimson Clinic“ (Detective Comics #579). Die Kolorierung von Year One orientiert sich an den Originalausgaben der Hefte, ist also wesentlich bunter als die bekannte Paperbackausgabe, und durch das beschichtete Papier auch greller – das dürfte für manche gewöhnungsbedürftig sein.
Weitere Bände der Reihe sind Catwoman, Batgirl und Harley Quinn gewidmet, bei letzterer wird Mad Love mit weiteren frühen Abenteuern angereichert. Sollte die Reihe fortgesetzt werden, ist in Band 3 mit A Death in the Family zu rechnen, und in Band 4 mit Year 3 und A Lonely Place of Dying sowie Blind Justice. Was aber weiterhin fehlt, ist eine Fortsetzung der Silver Age Omnibusse für Batman und World’s Finest. Vom Bronze Age ganz zu schweigen. Aber eins nach dem anderen. Dem Normalverdiener fällt es schon schwer genug, all die Neuerscheinungen zu kaufen.
Die bisher angekündigten neuen US-Sammelbände für 2025 versprechen einige spannende Titel unter DCs Black Label sowie die Rückkehr von Elseworlds-Comics:
Gleich zu Beginn lernen wir, dass Oz Cobb bereits als Kind zum Mörder wurde. Weil ihm seine beiden älteren Brüder auf die Nerven gingen, hat er sie in der Kanalisation eingesperrt, wodurch sie nach einem Wolkenbruch ertrunken sind. Von da an hatte Oz seine alleinerziehende Mutter ganz für sich allein. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Der Pinguin büßt wieder zwei Sympathiepunkte ein.