Batman (Comic-Serie)

Die erste Comic-Serie, die allein Batman gewidmet ist, erscheint seit 1940.

Year One: Der Joker geht in die Lehre

Titel: The Joker Year One

Autor/Zeichner: Chip Zdarsky/Giuseppe Camuncoli, Andrea Sorrentino

Erschienen: 2023-2024 (Batman #142-144), Hardcover 2024


In einer unbestimmten Zukunft hat der Joker (mal wieder) ein Virus losgelassen, das alle Menschen in grinsende Zombies verwandelt. Nur Batman ist dank Ohrstöpseln davongekommen, da das Virus über ein akustisches Signal aktiviert wird. Nun versucht er, seinen noch schrecklicheren Erzfeind aufzuhalten, muss dabei aber auch gegen seine eigene „Familie“ (Robins, Batgirls, Catwoman) kämpfen, aber nicht zu sehr. Und am Ende wirft ihm der Joker die Lösung einfach hin: Fledermäuse.

Zwischendurch bekommen wir in Rückblenden erzählt, wie alles begann: Die Geschichte spielt nach dem Zero Year. Der Anführer der Red Hood Gang hat sein unfreiwilliges Säurebad genommen und ist zum Joker geworden, einem mörderischen Psychopathen. Aber dann taucht ein Mann namens Daniel Captio auf. Dieser selbsternannte „schlaueste Mann der Welt“ hat einst Bruce Wayne mitausgebildet (wer sich nicht erinnert, lese nach in The Knight/Die Reise), nun will er den Joker aus einer Laune heraus zu seinem Gegenstück heranbilden. Der Clown hat anscheinend nichts Besseres zu tun und so lernt er, seinen Geist zu beherrschen und die Angst abzulegen, er entwickelt drei Persönlichkeiten (analog zu Batmans Zur-En-Arrh) und dankt es seinem Lehrer mit kaltblütigem Mord. Das hat der Schlaumeier dann leider nicht kommen sehen …

Parallel dazu muss sich Detective James Gordon weiterhin gegen seine korrupten Polizei-Kollegen behaupten, die der Red Hood Gang angehören. Darum geht es eigentlich hauptsächlich und das ist fast schon der interessanteste Teil, auch wenn hier nicht viel Neues bei rumkommt.

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Das Ende des Golden Age: Batman #100 (1956)

DC Comics

Titel: Batmantown, U.S.A./The Hunters of Gotham City/The Great Batman Contest

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Batman #100)


Die erste Batman-Jubiläumsausgabe schaut auf dem Cover nicht nur auf ihr 16-jähriges Bestehen zurück, indem sie sechs historische Ausgaben zeigt, mit ihr endet auch das Golden Age. Natürlich ist es eine willkürliche Festlegung, orientiert am Auftritt von Batwoman in Detective Comics #233, aber es steht auch als Symptom dafür, dass Batman sich allmählich selbst historisch zu werden beginnt.

Auf dem Cover ist das Titelbild von Batman #1 reproduziert, die Neuerzählung des Origins in (Batman #47), als einziger Schurke ist der Joker repräsentiert, ansonsten sind drei wichtige Aspekte zu sehen: die Batcave (Batman #48), Batman als Tüftler am Batplane II (Batman #61) und Batman und Robin als Abenteurer bzw. Zirkusartisten, die mit einem Motorrad durch einen brennenden Ring springen. Vieles davon findet sich auch in den Storys des 100. Heftes wieder.

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Batman und der Idiot von Rio

DC Comics

Titel: The Idiot Root

Autor/Zeichner: Peter Milligan/Norm Breyfogle, Jim Aparo

Erschienen: 1991 (Batman #472, Detective Comics #639, Batman #473, Detective Comics #640), Paperback 2020 (Batman: The Caped Crusader Vol. 5)


Schon wieder Herzen! Zuerst kochte sie Cornelius Stirk, dann machte Abattoir Jagd auf sie, nun reist eine gewisse Queen of Hearts nach Rio de Janeiro, um dort Herzen zu sammeln, allerdings nicht auf die romantische Art. Nein, sie reißt sie den Leuten aus dem lebendigem Leib, erfreut sich an ihrem Zucken und steckt sie in kleine Wiegen. Ziemlich krank? Stimmt, daher reist Batman hinterher, um sie aufzuhalten.

Seltsam ist, dass die Schurkin, die sich anscheinend – wie so viele – von Alice im Wunderland hat inspirieren lassen, so sehr an Herzen hängt, wo doch ihr Vorbild es eher mit abgetrennten Köpfen hatte. Aber dazu kommen wir noch. Denn in den Straßen Rio wird auch eine neue Droge verkauft, die Menschen (vor allem Kinder) zu Zombies werden lässt. Gewonnen wird das Zeug aus der „Idiot Root“, einer Wurzel, die eigentlich für spirituelle Rituale dient, hier aber in konzentrierter Form missbraucht wird. Außerdem verschafft der Rausch Zugang zur „Idiot Zone“, in der ein gewisser „Idiot“ regiert, der aus dem verschmolzenen Geist vierer Geisteskranker entstanden ist. Dieser raubt anderen den Verstand, damit er sich in der wahren Welt materialisieren und weitere Köpfe leersaugen kann.

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Batman und der künstliche Mensch

DC Comics

Titel: The Synthetic Crime King

Autor/Zeichner: unbekannt/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #87), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Der Wissenschaftler Professor Vilmer hat es vollbracht: Er hat einen synthetischen Menschen erschaffen. Nicht ganz so einfallsreich ist seine Namenswahl: Adam Newman. Er steckt ihn in ein grünes, hautenges Ganzkörperkostüm und erklärt ihm, Adam müsse regelmäßig eine gewisse Chemikalie trinken, um zu überleben. Dann schickt er ihn los, um eine Lieferung Iridium zu stehlen. Kein Problem, denn Adam hat übermenschliche Kräfte, keine Erinnerung und kein Gewissen. Batman erwischt ihn zufällig beim Diebstahl in einem fahrenden Zug, doch Adam entkommt.

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Batman und der Gargoyle

DC Comics

Titel: A Gotham Tale: Gargoyles/Venging Spirits

Autor/Zeichner: John Wagner/Cam Kennedy

Erschienen: 1992 (Batman #477-478), Paperback 2022 (Batman: The Caped Crusader Vol. 6)


In Gotham werden die Schätze von Canterbury ausgestellt, einem Wallfahrtsort aus England. Christina Creighton hat die Ausstellung kuratiert, ihr Vater ist vor drei Wochen gestorben, ein Freund von ihm, der Biochemiker Morris Eagleton, begleitet sie. Dann platzen ein paar maskierte Räuber ein, Batman eilt zur Stelle, doch sie nehmen Christina als Geisel und sperren dann alle drei in einen Safe.

Das Problem: Der Safe ist luftdicht und hat ein Zeitschloss – für alle drei wird der Sauerstoff nicht reichen. Einer muss sterben. Batman hat drei Betäubungspfeile, zusammen sind sie tödlich. Also erzählen sie sich – ganz in der Tradition von Chaucers Canterbury Tales – ihre Geschichten, um zu entscheiden, wer am ehesten das Leben verdient.

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Der Schmied des Verbrechens

DC Comics

Titel: The Coming of Crimesmith/Crimesmith and Punishment

Autor/Zeichner: Marv Wolfman/Jim Aparo

Erschienen: 1990 (Batman #443-444), Paperback 2019 (Batman: The Caped Crusader Vol. 2); dt. Hethke 1991 (Batman Album 13-14)


In Gotham taucht eine Leiche auf, die von innen heraus verbrannt ist. In der Nähe versuchen drei Einbrecher, Pelze zu stehlen. Batman hält sie auf. Später stellt sich heraus: Sie haben nach dem Plan eines gewissen Crimesmith gehandelt, einem Dienstleister, der Pläne für Verbrechen schmiedet und dabei 60 Prozent kassiert. Doch seine Pläne sind nicht gerade erfolgreich, denn auch beim zweiten – einem Autodiebstahl im großen Stil – kommt Batman dazwischen. Und dann stellt er fest: Wenn man ein Wort über den Crimesmith verliert, auch nur seinen Namen erwähnt, geht man spontan in Flammen auf.

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Batwomans Emanzipation im Silver Age

Batman #105/Detective Comics #286 (DC Comics)

Kathy Kanes erster Auftritt als Batwoman war nicht gern gesehen, jedenfalls nicht von Batman und Robin. Kaum tauchte sie auf, musste sie ihr Kostüm wieder einmotten. Doch Kathy ließ sich nicht lange unterdrücken, bald darauf kam sie wieder, denn sie bedauerte, zum Aufgeben gezwungen worden zu sein. Sie umgeht ihr Versprechen, indem sie ihr Kostüm zu einem Maskenball anzieht (The Challenge of Batwoman, Batman #105, 1957). Auf dem Weg dahin, auf dem Motorrad, sieht sie zufällig, wie Batman und Robin gerade Gauner jagen. Batman verstaucht sich den Fuß, ein maskierter Gauner (Curt Briggs) fällt von einem fahrenden Zug und verliert sein Gedächtnis. Batwoman erkennt Briggs als ehemaligen Athleten und geht davon aus, dass er in Wahrheit Batman sein müsse.

An ihren Detektiv-Skills muss Kathy noch arbeiten, aber durch die Verwechslung wird die Story in Gang gesetzt, in der Kathy versucht, der Selbstvergessenen zu Batman  zu machen. Sie steckt ihn in einem Kostüm und frischt mit Turnübungen sein Gedächtnis auf, dass er nie hatte. Dem echten Batman kommt das sogar entgegen, denn durch den falschen Batman scheint es nach außen so, als wäre der wahre Dunkle Ritter noch dienstfähig. Bruce kann derweil seinen Fuß auskurieren.

Unbewusst gibt Briggs den Verbrechensbekämpfern Hinweise auf die nächsten krummen Dinger, die die Bande plant, zuerst in einem Kunstmuseum, wo sich die Gauner (wo sonst?) in einem Modell des Trojanischen Pferdes verstecken. Nach dem verpatzten Einsatz fällt Briggs wieder alles ein, er spielt das falsche Spiel jedoch weiter mit. Im Chinatown Museum kommt es zum Showdown und es ist der wahre Batman, der Briggs durchschaut und ihn einfängt. Enttäuscht mottet Kathy ihr Batwoman-Kostüm wieder ein. Aber wie konnt er Batmans Fuß so schnell heilen? Konnte er nicht: Batman hat Kathy mit einer Prothese getäuscht.

Doch Kathy Kane gibt nicht so schnell auf.

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Bruce Waynes Tante Agatha

DC Comics

Titel: Bruce Wayne’s Aunt Agatha

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1955 (Batman #89), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Einige von euch kennen sicher Dick Graysons Tante Harriet Cooper, besonders bekannt durch die TV-Serie mit Adam West. Doch auch Bruce Wayne hat eine Tante, wie die Leser bereits 1955 erfahren durften. Bruce und Dick kommen gerade von einem Einsatz als Batman und Robin heim, da klingelt es an der Tür und sie steht vor ihnen: eine hagere alte Frau mit Brille und weißen Haaren. Jahre nicht gesehen, nun will sie eine Woche oder zwei bleiben.

Bruce kommt das ungelegen, er will die Verwandte wieder loswerden, erzählt ihr, Butler Alfred sei im Urlaub und sie hätten niemanden, der sie versorgt. Kein Problem, Tante Agatha bekocht sie halt. Als die Frau im Schaukelstuhl einschläft, wie das alte Frauen so machen, versuchen sich die beiden Jungs als Batman und Robin rauszuschleichen, da werden sie erwischt. Agatha denkt, sie wollen zu einem Kostümball, aber nicht ohne Gummistiefel und Schirm, es soll doch regnen.

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Batman verliebt sich

Titel: Batman Falls In Love

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #87), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Das Wort Liebe taucht in Batman-Titeln nur äußerst selten auf, in den ersten vier Jahrzehnten sogar nur zweimal, beide Male in den 50ern. Und irgendwie auch klar: Batman und Liebe haben miteinander nichts zu tun. Das gehört sich einfach nicht für einen einsamen Rächer, einen ewigen Junggesellen und vor allem in einer Bromance mit Robin. Man musste auch Rücksicht auf die Zielgruppe nehmen: Jungs wollen nichts von Mädchen lesen. Daher bekommen Frauen stets eine Abfuhr, auch wenn hin und wieder – zumindest bis 1954 – auch mal kurz mit Catwoman die Funken schlagen.

Nun aber verliebt sich Batman, und das kommt so: Die international bekannte Schönheit Magda Luvescu kommt nach Gotham (anscheinend so was wie ein Model) und eröffnet eine Ausstellung für nichts Geringeres als – Haushaltsgeräte. Nicht gerade ein ruhmreicher Auftritt, zeigt aber wo sich die Emanzipation in den USA der 50ern gerade befindet. Ein Wunder, dass sich Magda für so etwas hergibt, aber da sitzt sie dann tatsächlich zwischen einem Riesenmixer und einem Riesenrührgerät und gibt Auskünfte über ihr Liebesleben …

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Schurken finden die große Liebe

DC Comics

Titel: Mortal Clay/Love Bird

Autor/Zeichner: Alan Moore, Max Allan Collins/George Freeman, Norm Breyfogle

Erschienen: 1987 (Batman Annual #11), Paperbacks 2013/2015 („Mortal Clay“: DC Universe by Alan Moore, dt. The Killing Joke; „Love Bird“: Second Chances, Legends of the Dark Knight: Norm Breyfogle Vol. 1)


„Villains in Love!“ heißt es auf dem Titel. Der eine ist Clayface III, der andere der Pinguin. Wir beginnen mit Preston Payne. Der ist noch immer in eine Puppe verliebt, diesmal ist sie nicht aus Wachs, sondern eine Schaufensterpuppe. Nach seinem letzten Kampf mit Batman findet er seine geliebte Helena in einem Kaufhaus, quartiert sich dort heimlich ein und verlebt mit ihr nach Ladenschluss drei Monate in Harmonie.

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