Die Liga der Supermenschen

DC Comics

Titel: The League of Supermen

Autor/Zeichner: David Michelinie/Kevin West, Tom Grindberg

Erschienen: 1996 (Superman Annual #8)


Was wäre, wenn Supermans Kräfte aufgeteilt wären auf mehrere Personen? Der eine ist superstark, der andere kann fliegen, der dritte hat einen Hitzeblick und so weiter. Auf dieser Alteranativwelt ist die Erde Geschichte, in einer neuen Gesellschaft ist Superman tot und muss sich ihre eigenen Superwesen machen. Deshalb werden Menschen gentechnisch optimiert und bekommen jeweils eine Superkraft des Mannes aus Stahl. Sie bilden die League of Supermen. Hinzu kommt noch eine Frau mit Superschnelligkeit und ein Mann mit Superpuste. Dabei müssen die Mitglieder nicht nur besonders gut als Team zusammenarbeiten, einander ergänzen und aufeinander aufpassen, sondern auch darauf achten, sich nicht dabei umzubringen. Denn einer mit Superpuste ist eben nicht auch superstark, sondern kann seine Lungen zum Platzen bringen.

Den ersten Superman gibt es nur noch als Hologramm, simuliert von einer künstlichen Intelligenz. Er coacht die Nachfolger, damit sie auf die Erde aufpassen, während er mit Satelliten ins All schaut. Doch dann bringt der Anführer Menschenleben in Gefahr und es kommt der Verdacht auf, ob er es wirklich gut mit der Menschheit meint oder sie nicht eher unterdrücken will.

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Crime Doctor Matthew Thorne

Detective Comics #77/Batman #18 (1943)

DC Comics

Es ist mal wieder Grippesaison! Ich hoffe, ihr seid bisher gesund geblieben. Falls euch aber das Fieber packt, solltet ihr einen Arzt aufsuchen. Doch geht lieber nicht zu Doctor Matthew Thorne, denn der hat Dreck am Stecken.

Thorne (geschaffen von Bob Kane und Bill Finger) ist zwar ein Arzt aus Leidenschaft, aber was ihm den richtigen Kick gibt, sind Verbrechen. Deshalb berät er in seiner „Crime Clinic “ nebenbei Gauner, wie sie ihre „Operationen“ drehen können (Detective Comics #77, 1943). Für 25 Prozent des Erlöses. Er führt auch Hintergrundchecks durch, ob neue Anwerber keine Polizeispitzel sind. Dann gibt er den Gaunern Tipps, wie etwa das Kabel für den Alarm durchzuschneiden. Etwas seltsam, dass die da nicht selbst drauf kommen …

Wenn etwas schief geht, macht der Doktor auch Hausbesuche, dann verlangt er allerdings 50 Prozent. Dank seiner OP-Verkleidung ist er nicht nur maskiert, sondern hinterlässt auch keine Fingerabdrücke, sein Stethoskop hilft ihm dabei, Safes zu knacken, sein Krankenwagen ist das perfekte Fluchtauto, weil niemand Verdacht schöpft. Außerdem setzt er gern Betäubungsmittel ein, um Wachleute bewusstlos zu machen.

Doch dann kommen ihm Batman und Robin in die Quere und verfolgen ihn in seine Praxis. Thorne droht ihnen mit der Waffe. Zwar will er niemanden umbringen, aber er tut es, wenn er muss. Da platzt ein Patient mit einem Blinddarmdurchbruch rein und Batman muss ihm bei der OP assistieren. Dann aber nimmt er Batman und Robin gefangen und stiehlt eine Formel, wie man Gold herstellen kann. Beim Kampf auf einem Teilchenbeschleuniger kann Batman ihn besiegen.

Tödliche Gier nach Gold

Im zweiten Teil der Geschichte (The Crime Surgeon, Batman #18, 1943) bricht Dr. Thorne aus dem Knast aus, nachdem er bei einer OP geholfen hat, und eröffnet wieder seine Praxis, diesmal aber mobil, indem er einmal quer durch die Staaten reist. Das führt zu einer Epidemie des Verbrechens, die Batman und Robin auf den Plan ruft.

Robin geht undercover als Schuhputzer, kommt Thorne auf die Spur, man prügelt sich auf einer Baustelle. Dann geht Batman undercover, wird mit einer Augenbinde zu Thornes Praxis gebracht und entlarvt. Ein Handlanger schießt auf Robin – und wieder muss Batman dem Doktor bei einer OP assistieren.

Später kommt es wieder zum Showdown mit Gold, diesmal auf einem Bagger. Als Thorn mit einem Skalpell auf Batman losgeht, wird er von einem Mann erschossen, dessen Frau gestorben ist, weil Thorne sie nicht rechtzeitig operiert hat, sondern dem Gold nachlief. Die Moral versteht sich hier von selbst. Thorne hat sie verstanden. Er meint, er verdient es zu sterben. Aber das bedeutet noch längst nicht das Ende.

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Batman und Adam Strange erschaffen Weihnachten

DC Comics

Titel: Final Christmas

Autor/Zeichner: Landry Q. Walker/Eric Jones

Erschienen: 2010 (Batman: The Brave and the Bold #12)


Kein Tag Ruhe für Batman – nicht mal an Weihnachten. Denn da schlägt der Calendar Man wieder zu – und diesmal kennt er keine Gnade. Er droht, mit einem Knopfdruck alle Weihnachtsgrußkarten zu leeren. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ist denn heute nichts mehr heilig? Doch noch bevor Batman dazu kommt, dem Schurken das Handwerk zu legen, beamt ihn ein Zeta-Strahl ins All – und dann explodiert die Erde. Einfach so.

Wow, was für ein Auftakt! Das war’s dann wohl mit Weihnachten für alle Zeit. Und mit der Menschheit und so auch. Batman hat aber gar keine Zeit, seine Heimatwelt zu betrauern, denn er wird auf den Planeten Rann transportiert, wo er dem Helden Adam Strange dabei helfen muss, Schattendämonen zu besiegen. Antimaterie bedroht nämlich das Weltall, davon wurde die Erde zerstört, Rann ist heil davongekommen, aber zur Eiswüste mit Schattendämonen geworden. Zusammen mit Adams Frau Alana versuchen sie, das Schlimmste zu verhindern.

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Dr. Phosphorus kehrt wieder zurück

DC Comics

Titel: The Return of Doctor Phosphorus

Autor/Zeichner: Royal McGraw/Marcos Marz

Erschienen: 2007 (Detective Comics #825), Paperback 2007 (Batman: Detective)


Doctor Phosphorus ist tot. Gestorben ist er in Starman #71 (2000). Aber das ist ja nicht das erste Mal, dass man uns das weismachen will. Jetzt, sieben Jahre später, ist er einfach wieder da. Wegen seiner Superkräfte. Radioaktivität und so, ihr wisst schon, das Mysterium der Physik – oder einfach „science“ … Nun forschen Wissenschaftler an ihm, wollen ihn ausbeuten als saubere Energiequelle, was ihm aber nicht gefällt. Er bricht aus und hinterlässt eine Spur der Verwüstung, auch an einem der Forscher. Dr. Phosphorus ist aus irgendeinem Grund mächtiger denn je.

Wieder hat er es auf Rache abgesehen, diesmal an Rupert Thorne, den er für seinen Zustand verantwortlich macht. Bei seinem letzten Besuch, als Thorne noch in Arkham saß (Batman #311, 1979), scheint er sich noch nicht an ihm gestört zu haben. Da hat er ihm nur einen Schrecken eingejagt, bevor er durch die Wand verschwunden ist. Nun aber besucht er ihn im Gefängnis von Blackgate und will dem von Hugo Stranges Geist Traumatisierten an den Kragen.

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Dr. Phosphorus kehrt zurück

DC Comics

Titel: Dr. Phosphorus Is Back

Autor/Zeichner: Steve Englehart/Irv Novick

Erschienen: 1979 (Batman #311), Hardcover 2020 (Tales of the Batman: Steve Englehart)


Steve Englehart hatte seinen Detective-Comics-Run nach acht Ausgaben im Jahr 1978 beendet, doch ein Jahr später kehrte er für eine Batman-Ausgabe als Gastautor zurück und bescherte dann auch seiner Schöpfung Dr. Phosphorus ein Comeback. (Allerdings diesmal leider nicht mit Marshall Rogers.)

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Strange Apparitions: Joker

DC Comics

Titel: The Laughing Fish/Sign of the Joker

Autor/Zeichner: Steve Englehart/Marshall Rogers

Erschienen: 1978 (Detective Comics #475-476), Paperback 1999 (Strange Apparitions), Hardcover 2020 (Tales of the Batman: Steve Englehart); dt. Egmont Ehapa 1978 (Batman Taschenbuch #2), Eaglemoss 2015 (Im Zeichen des Jokers)


Batman steigt bei Silver St. Cloud durchs Fenster und fragt erst dann, ob er eintreten darf. Dass sie nur mit einem Handtuch bekleidet ist, stört ihn nicht. Silver wirkt so perplex, dass sie gar nicht erst antwortet. Batman fragt, ob sie ihm was zu sagen habe, doch das Gespräch führt zu nichts. Silver tut so, als ob sie nicht wüsste, dass er Bruce ist (Detective Comics #474). Dabei weiß er, dass sie es weiß, nur sie weiß nicht, dass er es weiß – was für ein Melodrama! Nach dieser creepy Stalker-Aktion ruft er sie als Bruce Wayne an und tut so, als wäre nichts gewesen. Silver sagt ihr Date unter einem Vorwand ab. Noch mehr Melodrama!

Hausfriedensbruch: Batman bei Silver St. Cloud. (DC Comics)

Da wir hier nicht weiterkommen, wenden wir uns daher lieber dem Kerngeschäft zu: Die Fische im Hafen von Gotham tragen alle ein böses Grinsen im Gesicht. Dahinter kann nur einer stecken – und tatsächlich taucht kurz darauf der Joker im Patentamt auf und verlangt, sich seine Jokerfische patentieren zu lassen, er wittert das große Geschäft. Das gehe nicht, sagt der Beamte. Fische seien Gemeingut. Der Joker droht ihm, er habe Zeit bis Mitternacht, seine Meinung zu ändern.

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Strange Apparitions: Deadshot

DC Comics

Titel: The Deadshot Ricochet

Autor/Zeichner: Steve Englehart/Marshall Rogers

Erschienen: 1977 (Detective Comics #474), Paperback 1999 (Strange Apparitions), Hardcover 2020 (Tales of the Batman: Steve Englehart); dt. Egmont Ehapa 1978 (Batman Taschenbuch #2), Eaglemoss 2015 (Im Zeichen des Jokers)


Batman und Robin erwischen zwei Gauner, die gerade Hugo Stranges Leiche im Wasser entsorgen – sie arbeiten für Rupert Thorne. Der Chef des Stadtrats, der die Gerichte kontrolliert, hat gegen Batman eine Unterlassungserklärung erwirkt. Der Held ist jetzt wieder ein Outlaw, ganz wie in seinen Anfangstagen. Batman stattet Thorne einen Besuch ab, um ihn einzuschüchtern. Der gibt sich aber unbeeindruckt. Größere Wirkung hat ein anderer Besuch: Thorne wird von Hugo Stranges Geist heimgesucht. Er warnt ihn vor dem bevorstehenden Tod.

Nachdem Batman und Robin den Pinguin wieder eingebuchtet haben, plant der schon seinen Ausbruch. Sein Monokel kann nämlich mit einem Laser Löcher in die Wand bohren. (Wäre früher sicher auch als Waffe nützlich gewesen.) Kaum hat er einem Mitinsassen davon erzählt, schnappt der ihm das Ding weg und haut selber damit ab. Dieser ist kein geringerer als Floyd Lawton, der einst als Deadshot beinahe Batman ersetzt hätte (Batman #59, 1950).

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Strange Apparitions: Hugo Strange

DC Comics

Titel: The Dead Yet Live/I Am the Batman

Autor/Zeichner: Steve Englehart/Marshall Rogers

Erschienen: 1977 (Detective Comics #471-472), Paperback 1999 (Strange Apparitions), Hardcover 2020 (Tales of the Batman: Steve Englehart); dt. Egmont Ehapa 1978 (Batman Taschenbuch #2), Eaglemoss 2015 (Im Zeichen des Jokers)


„The Batman is also a genius at his art!“ (Hugo Strange)

Batman muss weg! So beschließt es jedenfalls Gothams Stadtrat, geführt von „Boss“ Rupert Thorne. Obwohl Doctor Phosphorus der Stadt nicht mehr mit Rache droht, wenn Batman nicht verschwindet, bleibt der Plan bestehen. Gotham muss mit harter Hand regiert werden, da passt ein Vigilant nicht rein. Zwar kommen seinetwegen Touristen nach Gotham und man befürchtet, alles nur noch schlimmer zu machen, aber der korrupte Boss lässt die Bedenkenträger einknicken.

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Strange Apparitions: Doctor Phosphorus

Cover von Jim Aparo (DC Comics)

Titel: …By Death’s Eerie Light/The Master Plan of Doctor Phosphorus

Autor/Zeichner: Steve Englehart/Walt Simonson

Erschienen: 1977 (Detective Comics #469-470), Paperback 1999 (Strange Apparitions), Hardcover 2020 (Tales of the Batman: Steve Englehart); dt. Eaglemoss 2015 (Im Zeichen des Jokers)


Der Detective-Comics-Run von Steve Englehart und (später Marshall Rogers) gilt als einer der besten und prägendsten für den Batman der 70er, nach dem von Dennis O’Neil und Neal Adams. Dabei hatte Englehart vor, danach mit Comics abzuschließen, um nach Europa zu gehen und einen Roman zu schreiben. Und Marshall Rogers galt als Neuling, der bloß durch Zufall zu Batman gekommen war und für seine erste Arbeit bei DC viel Kritik einstecken musste. Trotzdem machte ihr gemeinsames Werk damals Furore, was sich an einem Haufen enthusiastischer Leserbriefe zeigte.

Englehart schrieb eine oft zitierte Joker-Story, er holte fast vergessene Schurken wie Hugo Strange und Deadshot aus dem Golden Age in die Moderne und erschuf neue Figuren wie Doctor Phosphorus, Rupert Thorne und Silver St. Cloud. Erzählt werden zwar für sich stehende, abgeschlossene Geschichten, diese sind aber verknüpft durch zwei Rahmenhandlungen: eine handelt von dem korrupten Stadtrat Thorne, der Batman loswerden will, die andere ist eine Liebesgeschichte mit Silver St. Cloud, einer emanzipierten Frau, die auf Augenhöhe mit Bruce Wayne steht. Beides bringt Batman zurück in sein erstes Jahr, als er noch als Outlaw von der Polizei gejagt wurde und ein Liebesleben hatte. Hier werden beide Aspekte in die Gegenwart übersetzt.

Beim ersten Lesen dieser Storyline war ich wenig begeistert, aber nach zehn Jahren habe ich mir den Klassiker noch einmal genauer angesehen.

Die Storyline hatte ursprünglich keinen Titel. Bei ihrer ersten Neuauflage, einer fünfteiligen Miniserie, hieß sie Shadow of the Batman (1985-1986, zusammen mit der Clayface-Story von Len Wein und Marshall Rogers), dann kam sie 1999 im Paperback heraus unter dem Titel Strange Apparitions (ohne die Cover!), wovon Englehart nicht überzeugt war, aber der hat sich eingebürgert. 2011 erschien der Run in einer Marshall-Rogers-Anthologie (ohne Detective #469-470, da gezeichnet von Simonson), schließlich 2020 komplett in einer Steve-Englehart-Anthologie (dann aber ohne Clayface, da von Len Wein). Außerdem wurden einzelne Teile (wie etwa die Joker-Story mehrfach) in anderen Anthologien abgedruckt.

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„The Bat-Man: First Knight“: Zurück nach 1939

DC Comics

Titel: The Bat-Man: First Knight

Autor/Zeichner: Dan Jurgens/Mike Perkins

Erschienen: 2024 (Miniserie #1-3), Hardcover 2024; dt. Panini 2024-2025 (#1-3)


Das Jahr 1939 in Gotham City. Eine Serie brutaler Morde hält die Stadt in Atem, die Opfer sind Politiker. Einer der Verdächtigen ist der neue Vigilant Bat-Man, den Commissioner Gordon noch nicht einschätzen kann. Da wird der Bürgermeister zu Hause von zwei missgestalteten Männern angegriffen, Batman kann sie nur mit Mühe vo Mord abhalten und geht fast selbst dabei drauf. Hinter all dem steckt ein Unbekannter, der nur als „The Voice“ per Radio seine Befehle kundtut. Er verfolgt einen Masterplan, der mit dem drohenden nächsten Krieg zu tun hat …

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