Wenn der Jäger zum Gejagten wird

DC/Dark Horse Comics

Titel: DC Comics/Dark Horse: Batman vs. Predator

Autor/Zeichner: David Gibbons, Doug Moench/Andy Kubert, Adam Kubert u.a.

Erschienen: 1991-1992, 1993-1994, 1997-1998 (Batman vs. Predator #1-3, Batman vs. Predator II: Bloodmatch #1-4, Batman vs. Predator: Blood Ties #1-4), dt. Carlsen 1993 (Die Nacht des Jägers), Dino 1998 (DC Crossover #26-28)


Die 90er waren eine wilde Zeit: Helden starben, wurden in Elseworlds-Szenarien versetzt und in zahllosen Crossovern mit anderen Helden zusammengesteckt, mit denen sie nichts zu tun hatten. Neben DC-Marvel-Crossovern gab es auch welche mit Sci-Fi-Horror-Schurken aus Filmen wie Ridley Scotts Alien und auch Predator. Ein Band versammelt alle drei Begegnungen mit den Jägern.

Batman im Finale gegen Predator. (DC Comics)

Batman im Finale gegen Predator. (DC Comics)

Im ersten Teil geht es um zwei konkurrierende Boxer, hinter denen zwei konkurrierende Gangster stehen. Ein Predator tötet scheinbar wahllos einen Boxer, dann einen Gangster, der ihn untertstützt hat. Dann sind die anderen dran. Der Predator will sich im Kampf beweisen – und entfernt dabei die Schädel, Wirbelsäule und Hände seiner Opfer. Als Batman ihm auf die Spur kommt, wird er schwer verwundet. Nach viel zu kurzer Zeit tritt der Held zur Revanche an – natürlich in einer schnieken Superrüstung in der Tradition von The Dark Knight Returns.

Batman in Rüstung

Batman: Gut gerüstet gegen den Predator.

Es kommt beim ersten Crossover weniger auf die Story an, sondern auf die Inszenierung. Andy Kuberts Zeichnungen erinnern sehr an den frühen Frank Miller und David Mazzuchelli, auch die zurückhaltende Farbgebung erinnert an The Dark Knight Returns und Year One. Es entsteht eine raue Atmosphäre, in der Dave Gibbons (Watchmen) geradezu meisterhaft eine simple Story mit einiger Eleganz erzählt. Besonders ausdrucksstark und spannend gerät das Finale, in dem Batman den Predator bekämpft.

Der zweite Teil ist konventioneller erzählt und folgt dem Prinzip, in der Forstetzung noch einen draufzusetzen, daher ist die Story auch ziemlich vollgepackt mit Nebenhandlung und Figuren. Aus naheliegenden Gründen bekommt Batman Hilfe von Huntress, als ein Predator wieder zum „Bloodmatch“ auftaucht. Huntress hat eigentlich eine andere Agenda: Sie will einen Drogenboss hochnehmen. Zugleich heuert dieser Drogenboss eine Reihe von Auftragskillern an, die Batman erledigen sollen.

DC Comics

Der Predator tötet ein paar Polizisten, verletzt Gordon schwer, stiehlt das Bat-Signal und lockt damit Batman an. Es kommt zum Duell und Batman wird besiegt. Doch diesmal ist der Predator nicht allein, es wird schwieriger, aber der sture Batman weist Huntress zunächst ab. Es rollen viele Köpfe und es wird viel gekämpft, aber es bleibt eher was fürs Auge als fürs Hirn.

So bleibt es auch bis zum Schluss. Der dritte Teil, „Blood Ties“, ist der schwächste von allen. Wieder sind es zwei Predators, die sich Gotham als Spielwiese ausgesucht haben. Nur diesmal erfahren wir, dass sie schon seit Jahrhunderten Menschen töten, um sich beweisen. Zweifelhaft ist, warum sie es ausgerechnet auf Menschen abgesehen haben, die meist keine Herausforderung für sie darstellen, sondern sich sehr leicht Schädel und Rückgrat herausreißen lassen. Das ganze Predator-Konzept bekommt Risse. Außerdem bleiben die Feinde auch hier flache Persönlichkeiten, da wir immer noch ihre Sprache nicht verstehen, und Batman ihre Motivation spekulativ erklären muss.

Predator in der Bathöhle.

Aber auch Batman benimmt sich ärgerlich unlogisch. Hier ist es Robin, dessen Hilfe er ablehnt – und ihm auch nicht erklärt, warum die Predators eine zu große Gefahr für ihn darstellen. Und ausnahmsweise folgt Robin dem Befehl blind, was ihm allerdings nichts nützt, denn ein Predator ist trotzdem hinter ihm her. Batman steigt wieder in seine Rüstung und es kommt zum Kampf in der Bathöhle …

Chuck Dixon scheint seine Geschichte selbst nicht ernst zu nehmen. Angesteckt von der Men-in-Black-Mode erscheinen zwei US-Geheimagenten, die sich sehr geheimnisvoll und kompetent geben, aber dann einen schnellen Tod sterben. Dass hier mit Mister Freeze der einzige klassische Schurke in diesen Storys auftaucht, hat keinen tieferen Zweck, als Anlass für ein paar dumme Eis-Kalauer zu geben.

Am Ende, wenn man Seite um Seite den Endkampf ohne Worte überblättert, wird klar: Man darf von diesen Crossovern nicht zu viel erwarten. Im Grunde kommt es nur darauf an, zwei Superkämpfern beim Duell zuzusehen. Wer eine leichte Lektüre für heiße Sommertage sucht, ist mit diesen 400 Seiten bestens bedient.

>> Liste der Batman-Crossover

Warum Batman Begins funktioniert

14 Jahre ist es her, seit Batman Begins in die Kinos kam und den Charakter für die Leinwand neu definiert hat – und zwar so gut, dass Zack Snyders „Batfleck“ nicht dagegen ankam. Der YouTube-Kanal „Just Write“ hat sich den Film genauer angesehen, um herauszufinden, warum er so gut funktioniert.

Die Antwort: Der Film ist klar strukturiert über seine Konflikte. Batman muss sich gegen drei Antanonisten behaupten, die anderer Überzeugungen haben als er: Falcone, Scarecrow und Ra’s al Ghul. Diese Schurken und Bruces Vorgeschichte definieren klar die vier Akte von Batman Begins und machen den Film zu einem spannenden Gesamtwerk.

Wem das zu abstrakt ist: Schaut euch das Video an, da wird alles sehr anschaulich erklärt – und auch mit den Fehlern von Batman v Superman verglichen.

Riddler boxt, Sirene singt

Siren & Riddler

Siren & Riddler

Der Riddler stiehlt Wetteinsätze fürs Boxen, er gibt sich selbst als Boxer aus Südwestasien aus und tritt schließlich im Ring gegen Batman an. Batman macht das Spiel mit, weil er sich nicht gern feige nennen lässt. So viel Stolz muss sein. Der Riddler kämpft natürlich nicht ohne faule Tricks. Er lässt aus dem Boxhandschuh Metallspäne fallen und fixiert Batman mit einem Riesenmagneten, der sich unter dem Ring befindet. Dann kann ihn der Riddler nach Lust und Laune bearbeiten. Den Schiedsrichter scheint das nicht zu stören. Und die Runde nimmt auch kein Ende …

Batman und Riddler im Ring

Batman und Riddler im Ring

Da Robin und Alfred bloß nutzlos herumstehen, muss erst Batgirl einschreiten, um Batman zu befreien. Doch leider kommt der Held nicht dazu, den Schurken im Ring auszuknocken – das bleibt der obligatorischen Schlägerei am Ende vorbehalten, bei der auch Batgirl mitmischen darf.

Robin & Alfred (undercover)

Robin & Alfred (undercover)

Batgirl macht sich aber schon von Anfang an nützlich. Sie bringt ein Beweismittel vom ersten Tatort zur Polizei, Batman untersucht es. Glücklicher Zufall, dass Batgirl gerade in der Nähe gewesen sei, sagt er. „Yes. Luck is an important weapon to a woman crimefighter, Batman“, sagt Batgirl – und man kann nicht genau sagen, ob Ironie darin liegt. Aber sie hat noch einen anderen Trick auf Lager: Batgirl verschwindet plötzlich und spurlos, ohne dass es Batman oder Gordon mitkriegen – und damit macht sie in der Serie vor, was für Batman erst ab den 70ern in den Comics zum Standard-Abgang wird.

Batman & Batgirl

Batman & Batgirl untersuchen Riddlers Kiste.

Riddler hat in der Episode bereits eine zweite Helferin: Siren, eine Frau, die in einem silbernen Kleid im altgriechischen Stil steckt und so hohe Töne singt, dass sie damit Männer manipulieren kann. Beim Riddler hat sie nicht viel zu tun und es stellt sich die Frage, welche Funktion sie eigentlich erfüllt. Aber in der nächsten Folge bringt sie Commissioner Gordon unter ihre Kontrolle und er arrangiert für sie ein Treffen mit Batman an einem neutralen Ort. Wie wär’s mit dem Apartment meiner Tochter? Super Idee!

Siren singt zum Harfenspiel.

Siren singt zum Harfenspiel.

Dick Grayson ist zwar skeptisch, aber Bruce hält sich nicht lange mit Nachdenken auf: Als rechtmäßiger Gesetzeshüter ist Gordon sein direkter Vorgesetzter und: „A good crimefigher always obeys orders.“ Aus heutiger Sicht wirkt so viel blinder Gehorsam gruselig für einen Vigilanten, der ursprünglich das Gesetz in die eigenen Hände nahm.

Gordon & Alfred in der Bathöhle

Gordon trifft Alfred in der Bathöhle …

Aber es kommt noch dicker: Gordon schmuggelt sich in den Kofferraum des Batmobils, um die wahre Identität des Dunklen Ritters herauszufinden. Als er in der Bathöhle aussteigt, zählt er endlich eins und eins zusammen: „Batman is Bruce Wayne!“ Wie gut, dass Alfred zufällig beim Abstauben ist und ihn mit einer Dosis „Bat-Sleep“ betäuben kann.

Gordon & Alfred in der Bathöhle

… Alfred bleibt Herr der Lage.

Währenddessen hypnotisiert Siren auch Bruce Wayne (ohne zu wissen, dass er Batman ist) und lässt sich sein ganzes Vermögen überschreiben. Als sie ihn vom Dach eines Hochhauses stürzen lassen will, können Robin und Batgirl rechtzeitig einschreiten. Und was ist mit Gordon, der Batmans Geheimnis gelüftet hat? Glücklicherweise hat er alles vergessen, sobald er aus dem Schlaf erwacht ist. Puh, das war knapp …

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Batman trifft Fatman

Batman meets Fatman

Batman meets Fatman (Batman #113, DC Comics)

Titel: Batman Meets Fatman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958 (Batman #113)


Er ist übergewichtig, tollpatschig, er schwingt einen übergroßen Batarang und trägt einen übergroßen Gürtel, in dem er allerlei überflüssiges Zeug aufbewahrt. Das ist Fatman. Keine billige Kopie von Batman, sondern ein Zirkusclown, der mit seinem Auftritt ein großes Publikum zum Lachen bringt.

Aber Fatman will mehr sein als ein Clown. Er will mehr sein wie sein Vorbild, er will Verbrechen bekämpfen und im Batmobil mitfahren. Na gut, Batman lässt ihn. Sie passen sogar mit Robin ins Auto. Doch kaum fahren sie los, treiben schon wieder Verbrecher ihr Unwesen. Batman und Robin legen sich mit ihnen an, sie werden überwältigt und festgenommen. (Wo ist eigentlich die Polizei, wenn man sie braucht?)

Da kommt Fatman ins Spiel. Er versucht, sie zu befreien, aber er stolpert, verheddert sich – und schließlich wirft er einen Hammer, mit dem er Batman und Robin befreit. Es war alles nur Show. Am Ende macht sich sogar sein dicker Bauch nützlich, um den letzten Gauner von der Flucht abzuhalten. Fatman hat, was er wollte: Einmal ein Held wie Batman …

Notiz am Rande: Regisseur und (Batman-)Autor Kevin Smith (Cacophony, The Widening Gyre) nennt seinen Podcast „Fatman on Batman“

>> Batman 1950-1959

Dämonen der Vergangenheit

DC Comics

Titel: Batman Adventures Vol. 4

Autor/Zeichner: Paul Dini, Kelley Puckett/Bruce Timm, Mike Parobeck

Erschienen: 1995 (Batman Adventures #28-36, Annual #2, The Batman Adventures Holiday Special #1), Paperback 2016


Batman verliert sein Gedächtnis, fällt geistig zurück auf den Stand eines Kindes, Catwoman macht ihn als Catman zu ihrem Verbündeten – und Robin muss nicht nur den Aufpasser spielen, sondern auch Batman dabei helfen, wieder normal zu werden.

Diese dreiteilige Story bildet das Finale der Batman Adventures (bevor sie als Batman & Robin Adventures weitergeht). Verantwortlich für die Amnesie ist Hugo Strange, der hier zur tragischen Figur wird. Denn Stranges Sohn wurde von Gangstern ermordet, nachdem Strange sich geweigert hat, für sie zu arbeiten. Mit seiner Amnesie-Maschine wollte er bloß vergessen.

Es macht viel Spaß, Batman als Kind im Körper eines Mannes zu sehen: Er macht Verbrecherverprügeln zum Spiel, hat einen flotten Umgangston und hält mit seinen Gefühlen nicht zurück. Catwoman gegenüber wird er einmal ungewöhnlich deutlich: „I promise no matter what, I will never be your friend and I will never forgive you and I will hate you for the rest of my life.“

Das ist nicht das einzige Highlight des vierten Bandes: In der Story davor erlebt Bruce Wayne sein Kindheitstrauma erneut, als er mit seiner neuen Liebschaft und ihrem Sohn das Kino verlässt und wieder ausgeraubt wird. Danach verschwindet Bruce, um als Batman den Täter zu fassen. Doch obwohl er erfolgreich ist, will die Frau später nichts mehr mit Bruce zu tun haben. Bitter fällt Batmans Bilanz am Ende aus: „… nobody got hurt“.

Die Comic-Serie gibt auch Figuren Auftritte, die in der Zeichentrickserie nicht vorkommen. Wie etwa Anarky. Der entführt Unternehmer, die seiner Meinung nach schmutzige Geschäfte machen und lässt sie im Fernsehen exekutieren, wenn nicht genug Zuschauer zu ihren Gunsten anrufen. Unter den Geiseln ist auch Bruce Wayne und wieder muss Robin den Tag retten.

Es gibt auch einiges zu lachen: Nicht nur mit dem Trio Mastermind, Perfesser und Mr. Nice, auch als Harley Quinn versucht, als falscher Psychiater verkleidet den Joker kurz vor Weihnachten aus Arkham freizukriegen. Und zum Schluss trifft Dämon Ra’s al Ghul auf den Dämon Etrigan – was wunderbar gezeichnet ist von Bruce Timm. Von ihm stammt auch ein Teil der Weihnachts-Sonderausgabe (Holiday Special), der später unter dem Titel Holiday Knights als Serien-Episode adaptiert wurde.

Batman Adventures Vol. 4 ist damit der stärkste Band der Reihe.

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Die schlummernde Katze

Batman 66: Catwoman & Sandman

Catwoman und Sandman stecken unter einer Decke.

Titel: The Sandman Cometh/The Catwoman Goeth (dt. Das Sandmännchen ist da)

Story/Drehbuch: Ellis St. Joseph, Charles Hoffman

Erschienen: 1966 (Batman S02E33-34)


Kaum ist Catwoman mit dem Gesetz wieder im Reinen, sucht sie sich neue Verbündete für das nächste Ding. Zum einen hat sie jetzt weibliche Handlanger, zum anderen macht sie gemeinsame Sache mit Sandman. Nein, nicht dem Superhelden aus dem Golden Age und auch nicht Dream alias Morpheus, den Neil Gaiman erschaffen hat, sondern mit einem bis dato unbekannten Schurken aus Europa.

Sandmans Schlafmützen: Nap & Snooze.

Sandmans Schlafmützen: Nap & Snooze.

Sein Name ist Programm: Sandman bringt seine Opfer zum Schlafen – und leider auch die Zuschauer, denn dieser Schurke hat kaum etwas Interessantes zu bieten. Aus keinem bestimmten Grund trägt der ältere Herr einen dicken Pelzmantel, in dem zwar einige bunte Eier hängen, die er aber nie wirft. Das einzige Werkzeug, das zum Einsatz kommt, ist ein Stethoskop, mit dem er Menschen betäubt.

Sandman betäubt Robin.

Sandman betäubt Robin.

Zusammen mit Catwoman will er die alte Nudelherstellerin J. Pauline Spaghetti um ihre Milliarden bringen. Da sie unter Schlaflosigkeit leidet, gibt sich Sandman als Dr. Somnambula aus, der ihr Heilung verspricht. Catwoman macht für ihn Werbung, indem sie sich als falsches Dornröschen aus dem Schaufenster eines Matratzenladens entführen lässt. Aber natürlich wollen beide Schurken nur den jeweils anderen benutzen, um das Geld allein zu kassieren. Als Sandman Catwoman zuvorkommt und Spaghetti heiratet, muss sie mit Batman gemeinsame Sache machen, um sich zu rächen.

Catwoman als Sleeping Beauty

Catwoman als Sleeping Beauty

Die Todesfalle: Nach einer Kissen- und Matratzenschlacht wird wird an eine Matratze gefesselt und soll von einer Maschine, die Knöpfe annäht, getötet werden, aber er hilft sich selbst, indem er mit dem Bat-Gürtel den Schalter umlegt. In der Zwischenzeit schickt Catowman Robin mit einer Undercover-Polizistin durch ein sinnloses Labyrinth mit Hochspannungszäunen.

Batman auf der Matratze des Todes

Batman auf der Matratze des Todes

Interessant an dieser Folge sind nur die Details, die die Routine durcheinander bringen. Zunächst ist es mal wieder eine Episode, in der Batman nicht sofort erreichbar ist, als Gordon zum roten Telefon greift. Er ist als Bruce Wayne mit Dick Grayson und ein paar anderen Jungs beim Wandern im Wald. Allerdings verzögert das die Handlung nur kurz. Die Polizei setzt mal wieder das Bat-Signal ein, um Batman zu rufen.

Notruf bei Nacht: das Batsignal

Notruf bei Nacht: das Batsignal

Dann sind da einige witzige Dialogzeilen und Situationen: Tante Harriett wundert sich endlich mal über das wiederkehrende Piepen aus Bruces Bibliothek. Offenbar ist ihr der Zutritt verboten, weshalb sie das rote Telefon noch nie gesehen hat. Alfred kann ihr ein Märchen auftischen von einer Hi-Fi-Anlage, die gewartet werden müsse. Als besonderes High-Tech-Gerät erweist sich mal wieder der Batcomputer, der als Antwort lange rote Fäden ausspuckt und dem Dynamischen Duo auf die Fährte von Ms. Spaghetti bringt.

Catwoman (Julie Newmar)

Catwoman schaut auf ihre Opfer herab.

Batman wird mal wieder das Batmobil gestohlen. Um aus der Stadt zur Bathöhle zu gelangen nimmt er die U-Bahn, denn Gothams öffentliche Verkehrsmittel sind die schnellsten, und unternimmt die letzten Meter im Bat-Walk, der etwas seltsam aussieht. Kaum ist er da, bringt ihn Alfred mit seinem Alf-Cycle wieder zurück dorthin, weil da das Batmobil steht. Ein kurzer Anruf hätte Batman wahrscheinlich Weg und Zeit erspart, aber – wie so oft – dann gäbe es die Szene nicht, Batman würde dann nicht beinahe einen Strafzettel ausgestellt kriegen und die Folge hätte noch weniger Spaß zu bieten.

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Batman zweifelt an seinem Verstand

Titel: Am I Really Batman?

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Batman #112), Paperback 2009 (The Black Casebook)


Batman wacht in einer Gummizelle auf. Er kann sich nicht erinnern, wie er reingekommen ist. Als er dem Pfleger sagt, er sei Batman, lacht der ihn nur aus – er sei einer von vielen Verrückten, die sich für jemand anderes halten. Aber Batman ist sich seiner sicher. Da zeigt ihm ein Arzt den echten Batman im Fernsehen. Batman hält das für Schwindel, er haut ab, flieht vor der Polizei.

Als er in Wayne Manor ankommt, begrüßt ihn ein verwirrter Alfred. Dick Grayson erkennt ihn nicht mehr, die Bathöhle ist verschwunden. Niemand scheint zu verstehen, wovon er redet. Da taucht auch noch ein Bruce Wayne auf, der sich ebenfalls für das Original, aber nicht für Batman hält.

Batman haut ab, versteckt sich, er ist voller Selbstzweifel: Verliert er wirklich den Verstand? Um sich seiner selbst zu versichern, nimmt er ein paar Einbrecher fest. Dann sieht er Batman und Robin, versteckt sich im Kofferraum des Batmobils und lässt sich in die Bathöhle bringen. Da stellt er fest, dass in Wayne Manor alles nur Show war.

Bruce Wayne war in Wahrheit nur Alfred in Maske und Verkleidung, Dick hat nur so getan, als ob er Batman nicht erkenne – aber alles nur zu Batmans Bestem. Der Schurke Professor Milo hat Batman einem Gas ausgesetzt, das einem den Lebenstrieb nimmt, bis man stirbt. Um dem zu entgehen, haben sich Robin, Alfred und Gordon eine Strategie überlegt, wie sie Batmans Lebenstrieb erhalten können. Daher die ganze Inszenierung …

Die Geschichte hat einige spätere Autoren beeinflusst: In ähnlicher Form wird die Idee 1991 in der Story „Identity Crisis“ aufgegriffen und ein Jahr später in der Batman: The Animated Series-Episode „Perchance to Dream“ adaptiert. Batman in der Nervenheilanstalt ist auch ein Motiv in „The Last Arkham“ und der BTAS-Episode „Dreams in Darkness„.

>> Batman 1950-1959

Fünf Jahre Batman-Projekt

Batman von Chris Samnee

Batman von Chris Samnee

Dieses Blog habe ich gegründet, als Batman 75 Jahre alt wurde. Jetzt ist er 80 – und das Batman-Projekt ist immer noch da. Über 1000 Artikel habe ich in dieser Zeit geschrieben und dabei einen Großteil von Batmans Geschichte abgedeckt, vor allem die letzten 34 Jahre.

Wie ist das passiert? Anfangs wollte ich nur die wichtigsten Batman-Comics lesen und empfehlen. Aber woher weiß man, was am wichtigsten ist, wenn man nicht alles kennt?

Mittlerweile ist daraus eine Leidenschaft geworden: Ich lese alles. Von 1939 bis heute. Oft genug bereue ich es, weil natürlich nicht alles gut ist. Im Grunde sogar das Wenigste. Aber es lohnt sich immer wieder, mich durch all das durchzukämpfen, um immer neue Perlen zu finden. Meine anfängliche Abneigung gegen die albernen Comics der 50er und 60er hat sich zur Liebe gewandelt, auch von der TV-Serie mit Adam West bin ich ein Fan – auch wenn ich immer noch nicht alles genieße.

Na ja, vor einigem mache ich immer noch Halt: Wenn Batman auf die Turtles trifft, sträubt sich immer noch alles in mir dagegen. Aber vielleicht ändert sich auch das. Das Faszinierende an Batman ist, dass ich nach fünf Jahren immer noch nicht fertig mit ihm bin. Immer wieder entdecke ich Neues, Kurioses und Geniales, vor allem da, wo ich es nicht erwartet habe.

Worauf ich mich als nächstes freue:

  • Batman: Damned
  • Last Knight on Earth
  • The Batman Who Laughs
  • Creature of the Night
  • Batman: Universe
  • Batman: Curse of the White Knight

Außerdem wird es im Oktober einen Joker-Film mit Joaquin Phoenix geben und bald auch einen neuen Batman-Film mit Robert Pattinson … Es bleibt also viel zu lesen und viel zu schauen.

Wie lange ich das noch machen werde? Ich will es nicht versprechen. Seit Jahren denke ich darüber nach, kürzer zu treten, aber es gelingt mir einfach nicht. Oder besser gesagt: Ich will nicht. Es macht einfach zu viel Spaß.

Ich danke allen Lesern!

Batman gegen Hulk

Titel: Batman vs. the Incredible Hulk (The Monster and the Madman)

Autor/Zeichner: Len Wein/José Luis García López

Erschienen: 1981 (DC Special Series #27), Paperback 1997 (Crossover Classics: The Marvel/DC Collection Vol. 1); dt. Dino Verlag 1999


Nachdem Superman auf Spider-Man traf, zwei Mal sogar, durfte sich auch Batman einmal mit einem Marvel-Helden messen. Kurioserweise haben sich die Verlage auf den Hulk verständigt. Eigentlich hätte man den eher als Gegner für Superman vermutet, während der Hochhaus-Schwinger Spider-Man eher was für Batman gewesen wäre (was später auch zweimal der Fall war), aber offenbar wollte man eine Story wagen, die allein schon wegen des Kraftunterschieds Spannung aufkommen lässt, wie Batman da rauskommt.

Die Story geht so: Der Joker stiehlt einen Gammastrahler aus einem Labor, in dem Bruce Banner arbeitet und sich Heilung davon verspricht. Der Joker will damit aber den Shaper of Worlds heilen, eine Art spitzohrigen Riesen(roboter?) aus dem Weltall, der Träume wahr werden lassen kann, aber selbst nicht träumen kann. Im Gegenzug will der Joker von ihm allmächtig gemacht werden.

Banner wird zum Hulk. Als Batman den Raub verhindern will, hetzt der Joker den Hulk auf Batman und es kommt zum Kampf. Der Hulk spielt Bane avant la lettre (siehe Knightfall), indem er Batman das Rückgrat brechen will, aber Batman kann ihn mit Gas ausknocken. Wie es das Superheldengesetz will, folgt auf den Zweikampf die Kooperation. Daraufhin arbeiten zunächst die beiden Bruces, Banner und Wayne, zusammen, schließlich – nach noch einer Konfrontation – auch Batman und Hulk. Wie üblich muss der Hulk versuchen, sich zu beherrschen und schafft es erst, wenn man dem Biest Verständnis entgegenbringt. Dabei müssen sie gemeinsam gegen ihre größten Alpträume kämpfen, bis schließlich der Joker den allergrößten Alptraum wahr werden lässt …

Hulk und Batman als Clowns

Hulk und Batman als Clowns. (DC Comics)

So formelhaft die Story streckenweise verläuft, so bietet sie auf 64 Seiten doch einige Überraschungen. Vor allem aber ist sie meisterhaft inszeniert. Jose Luis Garcia-Lopez ist ein Meister des geschwungenen Strichs, der sowohl Mimik als auch Bewegungen wundervoll einzufangen weiß. Es ist eine Augenweide, Batman und Hulk gegeneinander kämpfen zu sehen, so viel Dynamik ist selten. Aber auch das Gesicht des Jokers ist sehr ausdrucksstark.

Batman und Hulk im Wunderland

Batman und Hulk im Wunderland. (DC Comics)

Außerdem baut Garcia-Lopez großartige Layouts. Besonders deutlich wird das am Ende der Geschichte, wenn der Joker zum Herrscher der Welt wird: Da erscheinen Batman und Hulk plötzlich als Clowns in einem surrealen Traumwelt-Szenario, das stark an Little Nemo in Slumberland erinnert, dann lässt er die beiden zu Tweedledum und Tweedledee in Alice im Wunderland werden, schließlich tobt er sich richtig aus, wenn er sie durch Gemälde von Dali und Picasso schickt.

Joker macht Kunstträume wahr

Joker macht Kunstträume wahr. (DC Comics)

Nach einem Actionspektakel mit so vielen Kunstreferenzen zu spielen, machen den Comic besonders am Ende zu einem echten Erlebnis. Allerdings ist es schade, dass man diese Story nur noch antiquarisch bekommt. Es ist höchste Zeit für eine Neuauflage.

Joker übt sich in Abstraktion. (DC Comics)

>> Batman-Crossover


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Ein Update zu Batman-Paperbacks 2019

detective comics 999

DC Comics

Die zweite Jahreshälfte wird für Batman-Leser viele neue Paperbacks bringen, aber einige davon hat DC entweder verändert, verschoben oder abgesagt. Eine Übersicht:

  • Die Sammelbände Detective Comics erscheinen ab September mit neuer Nummerierung als Hardcover. Der erste Band wird, wie ursprünglich geplant, „Mythology“ heißen und erst der zweite „Arkham Knight“. Letzterer wird im Dezember erscheinen. Die Bände sollen den üblichen Umfang haben, Band 1 enthält die Ausgaben #994-999.
  • Die Serie Batman erscheint – anders als zuerst angekündigt – als Paperback: Band 10 („Knightmares“) wird im September erscheinen, Band 11 („The Fall of the Fallen“) erst im Januar 2020.
  • Das Watchmen-Crossover Doomsday Clock soll in zwei Bänden erscheinen, von denen der erste im Oktober herauskommt. Ebenfalls im Oktober wird es den Heroes in Crisis-Band geben, dazu den Begleitband Heroes in Crisis – The Price and Other Tales.
  • Im November erscheint auch Tom Taylors Miniserie DCeased als Hardcover.
  • Gotham Knights: Transference wurde auf Januar 2020 verschoben, Creature of the Night auf Februar 2020, Batman: Universe von Brian Michael Bendis auf März 2020.
  • Gestrichen wurden die Paperbacks zu Batman: Family, Shaman, Superman/Batman Vol. 7, The Hush Saga Omnibus, The Dark Knight Detective Vol. 3, Gotham After Midnight – 10th Anniversary Edition, Gotham Adventures Vol. 1, Batman in Brave & the Bold: The Bronze Age Omnibus Vol. 3.

Offenbar hat sich DC Comics mit seinen sehr großzügig geplanten Veröffentlichungen überhoben und musste zurückrudern. Es bleibt nur zu hoffen, dass die gestrichenen Paperbacks irgendwann doch wieder erscheinen, sei es um Sammlungen zu vervollständigen oder längst vergriffene Geschichten wieder zugänglich zu machen.