Absolute Universe

Absolute Green Lantern Vol. 1: Without Fear

DC Comics

Deutscher Titel: Absolute Green Lantern – Die schwarze Hand

Autor/Zeichner: Al Ewing/Jahnoy Lindsay

Erschienen: 2025 (Absolute Green Lantern #1-6), Hardcover/Paperback 2025; dt. Panini 2025


Wie bei Flash stellt sich bei Green Lantern die Frage, wer die absolute Inkarnation der Figur ist. Green Lanterns sind ja eigentlich ein Kollektiv, ein intergalaktisches Corps. Die Auswahl ist daher groß: Hal Jordan? John Stewart? Guy Gardner? Für das Absolute Universum hat man sich für alle drei entschieden. Sie alle spielen jedenfalls eine Rolle in der Geschichte. Doch als wahre grüne Laterne dient Sojourner „Jo“ Mullein, die schwarze queere Frau aus der Miniserie Far Sector.

Die Story weicht stark vom üblichen Schema der Ringübergabe durch einen Außerirdischen ab. Zunächst sehen wir einen von Furcht erregten Hal Jordan eine Landstraße durch die Wüste entlanglaufen. Ein Polizist hält ihn an, bittet ihn, die Hand aus der Tasche zu nehmen, sieht sich bedroht. Hal holt sie heraus und tötet den Polizisten, dass nur noch ein Loch im Asphalt übrig ist – anscheinend unabsichtlich.

(mehr …)

Absolute Flash Vol. 1: Of Two Worlds

DC Comics

Deutscher Titel: Absolute Flash: Eine neue Welt

Autor/Zeichner: Jeff Lemire/Nick Robles, A.L. Kaplan

Erschienen: 2025 (Absolute Flash #1-6), Hardcover/Paperback 2025; dt. Panini 2025


„Am I a hero or am I a monster?“ (Wally West)

Flash ist einer dieser DC-Charaktere, von dem es gleich mehrere Namensträger gibt. Aber wer ist eigentlich der beste Flash aller Zeiten? Jay Garrick war der erste, aber er ist mit seinem Suppenteller auf dem Kopf eher was für Nostalgiker. Barry Allen hat den Flash neudefiniert und 30 Jahre lang geprägt, bis er während der Crisis den Heldentod starb. Und auch wenn dessen Sidekick Kid Flash (Wally West) ihn erfolgreich beerbt hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis Barry zurückkehrte – und wie! Mit Flash: Rebirth, Flashpoint sind zwei moderne Klassiker entstanden. Doch während des Reboots von The New 52 wurde Wally West ausradiert, was natürlich vielen Fans nicht gefiel, sodass er während DC Rebirth zurückkehrte. In Film und Fernsehen heißt der Flash definitiv Barry Allen.

DC hat sich für seine Version des Absolute Flash für Wally West entschieden, was seltsam ist, wenn man bedenkt, dass er so auch in der regulären Serie heißt. Hier ist er ein 15-Jähriger, der unter Entwurzelung und Einsamkeit leidet, während sein alleinerziehender Vater Rudy West für das Militär in Fort Fox Geheimwaffen entwickelt. Einer der Forscher heißt Barry Allen und macht Wally zum Flash. Warum und wie genau, wird in den ersten sechs Ausgaben nur angedeutet. Offenbar diente Wally als Versuchskaninchen in einem Experiment. Irgendwie ging das schief, Barry starb (ein Wink Richtung Crisis) und seitdem jagt ein orientierungsloser Wally durch die Wüste und versucht, seine Kräfte zu verstehen und zu kontrollieren. Währenddessen lässt Vater Rudy nach dem Sohn suchen – und zwar mit den Rogues, Militär-Varianten von Captain Cold, Captain Boomerang, Trickster und Golden Glider.

(mehr …)

Absolute Wonder Woman Vol. 1: The Last Amazon

Autorin/Zeichner: Kelly Thompson/Hayden Sherman

Erschienen: 2024-2025 (Absolute Wonder Woman #1-7), Paperback/Hardcover 2025; dt. Panini 2025 (Heft 1 enthält nur #1-3)


Das Prinzip des Absolute-Universums war es bisher nicht nur, Helden wie Superman und Batman neu zu definieren, sondern vor allem aufs Nötigste herunterzubrechen. Batman hat keine Reichtümer, keinen Butler, kein Anwesen, keine Bathöhle (trotzdem aber reichlich Gadgets), Superman hat kein Doppelleben als Reporter, keine Festung der Einsamkeit etc. Und so ist es auch bei Wonder Woman: Sie hat kein Themyscira und auch keine Amazonenschwestern. Sie die letzte ihrer Art, wird als Baby vom Lichtgott Apollo in die Unterwelt gebracht, wo sie von der Hexe Circe aufgezogen wird. Die Amazonen sind nach einem Aufstand gegen die Götter in Ungnade gefallen, nicht mal ihr Name darf noch ausgesprochen werden. Divinatorische Cancel Culture!

Dann geht es sehr magisch zu: Diana reitet auf einem skeletthaften Pegasus, der Feuer speit, sie hat nur einen Arm, denn den rechten hat sie geopfert, um Steve Trevor aus der Hölle zu befreien. Sie trägt eine magische Prothese, die man bei Bedarf mit einigem Aufwand erneuern kann. Und sie kämpft gegen eine Reihe höllischer Monster, vor allem gegen den Tetracide, einen Riesen mit Tentakeln, der die Menschheit mit vier grausigen Todesarten bedroht. Dabei mutiert sie selbst zur Medusa …

(mehr …)

Absolute Superman Vol. 1: Last Dust of Krypton

Deutscher Titel: Der letzte Staub Kryptons

Autor/Zeichner: Jason Aaron/Rafa Sandoval

Erschienen: 2024-2025 (Absolute Superman #1-6), Hardcover/Paperback 2025; dt. Panini 2025 (Heft 1 enthält nur #1-3)


Allem Anfang wohnt bekanntlich ein Zauber inne. Diese Binsenweisheit beherzigen Superheldenverlage besonders gerne, denn zum einen gehören die Origin-Storys der bekanntesten Superhelden zum modernen Mythenkanon und zum anderen gewinnt man mit einem Neustart immer neue Leser. Daher bekommt auch Superman eine radikale Neuinterpretation im Absolute-Universum.

Doch gerade mit diesem Anfang ist es so eine Sache: Supermans Origin wurde in 87 Jahren schon unzählige Male neu erzählt, immer ein bisschen anders, aber doch im Wesentlichen gleich. Grant Morrison hat es in The New 52 selbst versucht, doch in All-Star Superman hat er es wunderbar auf eine Seite und vier Schlagworte gebracht: „Doomed planet. Desperate scientists. Last Hope. Kindly couple.“ Mehr muss nicht gesagt werden, alle wissen Bescheid. Denn mit jedem Mal wird es schwieriger, dieser allzu bekannten Story noch etwas Neues zu entlocken. Am besten ist, man lässt sie aus. Doch Autor Jason Aaron (Batman: Off-World) wagt es, alles noch einmal ausführlich zu erzählen.

(mehr …)

Absolute Batman Vol. 1: The Zoo

Titel: Scott Snyder/Nick Dragotta

Erschienen: 2024 (Absolute Batman #1-6), Hardcover/Paperback 2025; dt. Panini 2025 (Band 1 enthält nur #1-3)


Kann man Batman nach über 80 Jahren noch neu erfinden? Alle paar Jahre wird es versucht, um die Figur interessant zu halten. Geoff Johns und Gary Frank gelang das 2012 mit Batman: Earth One, doch es erschienen nur drei Bände in neun Jahren. (Die anfangs ambitionierte Reihe hob nie wirklich ab, auch Superman und Wonder Woman bekamen nicht mehr Ausgaben.) Scott Snyder und Greg Capullo haben mit The New 52 Batman rebootet, ohne dass es sich je wirklich so anfühlte, auch wenn sie mit Zero Year allzu verkrampft versucht haben, ein neues Batman: Year One zu schaffen, aber sich zu sehr am Vorbild abgearbeitet haben.

Nun macht DC erneut den Versuch, ganz neu zu beginnen und zwar in einem neuen Universum, das nach eigenen Regeln funktioniert und diesmal jeden großen Superhelden neu definiert: das Absolute-Universe. Und bei Batman darf wieder Autor Scott Snyder dran. Diesmal stellt er alles auf den Kopf.

(mehr …)