Charaktere müssen nicht sympathisch, aber interessant sein. Nach diesem Prinzip verfahren die Autoren vieler HBO-Serien seit Oz im Jahr 1997 gestartet ist. Man konnte es bei den Sopranos sehen, bei The Wire und besonders bei Succession, wo absolut niemand sympathisch war und man trotzdem nicht wegschauen konnte. In diese Tradition reiht auch sich The Penguin ein, dessen Protagonist hier – fast wie ein Augenzwinkern – ebenfalls Oz genannt wird.
Zunächst war Oz Cobb kein Verbrechergenie oder Kingpin, sondern nur ein Kleinganove, ein Handlanger, der nach dem Tod seines Bosses Carmine Falcone die Chance ergreift, ein Machtvakuum zu füllen. Zwar ist er ein skrupelloser Killer, aber einer, dernur andere Gauner ermordet, nicht hübsch anzusehen, aber immerhin ein Mann mit Herz. Er kümmert sich liebevoll um seine kranke Mutter, unterhält eine Art Freundschaft plus zu einer Sexarbeiterin und er nimmt sogar einen jungen Mann als Azubi auf, der ihm fast die Radkappen vom Maserati geklaut hätte. Er zeigt sogar Nachsicht mit ihm, als dieser ihn verlassen will.
Doch spätestens ab Folge vier büßt dieser vielseitige Charakter an Sympathien ein: In einer Rückblende verrät er Sofia Falcone an ihren Vater, weshalb sie zehn furchtbare Jahre in Arkham erleiden muss. Dann erweist er sich als besonders grausam beim Machtkampf mit Maroni, indem er Mutter und Sohn bei lebendigem Leibe verbrennt. Schließlich erfahren wir, dass bereits als Kind den Tod seiner beiden Brüder zu verantworten hat.
Zum Schluss holt ihn die Vergangenheit wieder ein – und er ruiniert das letzte bisschen Sympathie, das man noch mit ihm haben kann. Das Serienfinale führt Familiendrama zu einem Höhepunkt und zur totalen Katastrophe.
ACHTUNG: SPOILER!!!





