Swamp Thing

Swamp Thing am Ende der Welt

DC Comics

Titel: Swamp Thing: Green Hell

Autor/Zeichner: Jeff Lemire/Doug Mahnke

Erschienen: 2021-2023 (Dreiteiler), Hardcover 2023; dt. Panini 2023


Die Erde ist am Ende, von der Menschheit ist kaum noch was übrig. Die Meere sind leergefischt. Die letzten Überlebenden schlagen sich auf einer Insel mehr schlecht als recht durch, der Meeresspiegel steigt, und werden zu allen Überfluss auch noch von einer Bande ausgebeutet, die auf einer alten Bohrinsel lebt – dem Mahnmal der Umweltzerstörung.

Da beschließt die Natur, der Menschheit den Rest zu geben. Die drei Reiche – The Red, The Green und The Rot – sehen alles Leben auf der Welt bedroht und lassen das Grün ein neues Swamp Thing auferstehen (das so heißt, obwohl es aus dem Meer steigt). Dieses beginnt, mit seinen Tentakeln die Inselbewohner niederzumetzeln. Ein alter Mann und ein Mädchen holen Hilfe in einem Leuchtturm, wo John Constantine anscheinend auf einem unerschöpflichen Zigarettenvorrat hockt und nichts Besseres zu tun hat, als weiter Kette zu rauchen. Dieser wiederum holt dann das Original-Sumpfding namens Alec Holland aus dem Paradies, was dieser gar nicht lustig findet.

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Batman trifft Swamp Thing (Teil 2)

DC Comics

Titel: Saga of the Swamp Thing Book Five

Autor/Zeichner: Alan Moore/Rick Veitch, John Totleben, Alfredo Alcala

Erschienen: 1986-1987 (Swamp Thing #51-56), Paperback 2011, Absolute Edition 2022; dt. Panini 2022 (Deluxe Edition)


Als der britische Autor Alan Moore (The Killing Joke, Watchmen) im Jahr 1983 Swamp Thing übernahm, konnte er damit machen, was er wollte. Die besten Zeiten von Len Wein und Bernie Wrightson in den 70ern waren längst vorbei, man hatte den Titel 1982 neu gestartet, um Kapital aus dem Film von Wes Craven zu schlagen. Der Titel verkaufte sich schlecht, Redakteurin Karen Berger ließ Alan Moore freie Hand. Der nutzte sie ausgiebig, nahm den Charakter auseinander und setzte ihn neu wieder zusammen: Aus dem Wissenschaftler Alec Holland, der nach einem Anschlag im Sumpf durch Chemikalien zum Monster mutiert, wurde eine Pflanze, die sich selbst Menschenform verlieh, weil sie sich für Alec Holland hielt. Es begann ein Run, der Epoche machte. Swamp Thing wurde bald als „Sophisticated Suspense“ auf dem Cover beworben – kein Horrorcomic, der auf billige Schocker setzte, sondern eine Meditation über Mensch und Umwelt, Liebe und dem Sein an sich. Weniger Handlung, mehr Philosophie.

Splash Page aus Swamp Thing #52. (DC Comics)

1986, in dem Jahr als auch Moores anderes Meisterwerk Watchmen erschien, traf Swamp Thing wieder auf Batman. Es beginnt zunächst mit privatem Ärger. Sehr privatem. Swampys Frau Abby wird angeklagt, mit ihm, einem Monster Sex gehabt zu haben. Der Medienrummel ist gewaltig, man belästigt und bedroht sie, sie kommt auf Kaution frei und flieht nach Gotham City. Dort wird sie von der Polizei aufgegriffen und festgenommen. Daraufhin folgt ihr Swamp Thing und verlangt von den Behörden, sie freizulassen. Als die sich querstellen, lässt Swamp Thing die ganze Stadt mit Pflanzen überwuchern und verwandelt sie in eine Art Garten Eden. Davon fühlen sich manche Menschen sofort angesprochen, ziehen sich aus und spielen Adam und Eva. Außerdem berauschen sie sich an halluzinogenen Früchten.

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Batman trifft Swamp Thing (Teil 1)

Swamp Thing ist ein seltsamer DC-Charakter, der selten (falls überhaupt) Mainstream war, aber als Horrorfigur Kultstatus hatte und immer wieder neu belebt wurde, sodass er es geschafft hat, mittlerweile über 50 Jahre zu bestehen. Das Ding aus dem Sumpf war immer wieder Spielwiese für viele große Autoren und Zeichner, wie etwa Alan Moore, Grant Morrison, Mark Millar, Brian K. Vaughan, Scott Snyder, Ram V und auch Jeff Lemire.

Geschaffen wurde Swamp Thing von Len Wein und Bernie Wrightson, zunächst erschien die Figur in einer Kurzgeschichte in House of Secrets #92 (1971). Erzählt wird, wie sich der Wissenschaftler Alex Olsen im frühen 20. Jahrhundert nach einem Sabotageakt in ein Sumpfmonster verwandelt. Die Story war dann so erfolgreich, dass man bald darauf das Konzept in die Moderne verlegte und eine eigene Serie davon brachte. Nun hieß der Held Alec Holland. Dieser entwickelt mit seiner Frau Linda eine Formel, die Leben quasi aus dem Nichts herstellen kann. Dann tauchen Leute von der kriminellen Organisation Conclave auf, die ihm anbieten, die Formel zu kaufen. Alex lehnt ab. Daraufhin nehmen sie sich einfach, was sie wollen und lassen im Labor eine Bombe hochgehen. Alec stürzt sich brennend in den Sumpf und mutiert zum Sumpfmonster. Nachdem die Gauner auch noch Linda umbringen, nimmt er Rache.

Wrightson, ein Meister des Horrors, schuf eine ikonische Figur, jedoch fiel es ihm immer wieder schwer, fristgerecht zu liefern, weshalb er nach zehn Ausgaben die Serie verließ. Zum Glück war darunter auch eine mit Batman – eine seiner wenigen Arbeiten an der Fledermaus.

Swamp Thing in Gotham

In Swamp Thing #7 (1973) kommt der Titelheld nach Gotham City und trifft auf Batman. Beide suchen nach Nathan Ellery alias Mr. E. Um nicht aufzufallen verkleidet sich Swampy mehr schlecht als recht mit einem Trenchcoat, doch schon das Einkaufen ohne zu bezahlen erregt die Aufmerksamkeit der Ordnungshüter. Commissioner Gordon bittet Batman um Hilfe, denn Freaks sind bekanntlich dessen Spezialgebiet. Batman bedankt sich mit einem plötzlichen Abgang – sein erster Verschwindetrick vor dem Kollegen.

Batmans Abgang in Swamp Thing #7 (1973)

Abgesehen davon ist die Story nicht gerade bemerkenswert. Es dauert lange, bis die beiden Helden aufeinandertreffen, erst auf Seite 15 ist es soweit, und dann auch noch sehr undramatisch in kleinen, engen Panels. Noch kleiner sind dann auch die ersten Bilder, die den obligatorischen Kampf zeigen. Man kann allerdings nicht einwenden, dass er mit einem klärenden Gespräch zu vermeiden gewesen wäre, denn das Monster kann sich leider nicht verständlich machen. Nach zwei Seiten ist Schluss, Swampy knockt Batman mit einem Schlag um, der kehrt aber schnell zum Bewusstsein zurück.

Erstes Treffen: Batman und Swamp Thing. (DC Comics)

Die Helden treffen sich beim Showdown in einem Hochhaus wieder. Swamp Thing will Mr. E umbringen, um sich für den Mord an seiner Frau (und einem Hund) zu rächen, doch dann will er sich nicht auf dessen Niveau herablassen. Mr. E wird von seinem Hausaffen gebissen und stürzt vom Balkon. Da kann nicht mal Batman rechtzeitig eingreifen, obwohl solche Stürze eigentlich seine Spezialität sind. Nach knappen 21 Seiten ist Schluss, ohne irgendwas zwischen den Helden zu klären. Schade, man hätte sich mehr von dieser Begegnung gewünscht.

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Killer Croc trifft Swamp Thing

Titel: Killer Croc: Fast Train to the Wet Dark/Swamp Things

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1995 (Batman #521-522), Hardcover 2014 (Batman by Doug Moench & Kelley Jones Vol. 1); dt. Dino 1997 (Batman Special #1)


Waylon Jones von Kelley Jones – was kann schöner sein, als der Meister des Horrors, der ein Monster zeichnet? Und tatsächlich wird Killer Croc hier ein Stück weit mehr zum Monster. Nicht bloß ein Mann mit einem Hautproblem, sondern ein halbes Reptil. Wie ein Tier stürzt er sich in Arkham auf sein Essen.

Da wächst ein sonderbares Kraut aus dem Boden, spuckt einen Pilz aus, Waylon verschlingt ihn und hört plötzlich eine Stimme, die ihn nach Hause ruft – ins „dunkle Nass“. Daraufhin bricht er aus Arkham aus, um es zu suchen. Weder Gitterstäbe noch Elektroschocks halten ihn auf, dieses Monster hat Hulk-Qualitäten. Auf seiner Flucht zerlegt er ein Auto.

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Verloren in der Zauberwelt

Batman zwischen Superman und Zatanna (Warner Bros.)

„Wo bin ich bloß hier reingeraten?“ Batman zwischen Superman und Zatanna (Warner Bros.)

Titel: Justice League Dark

Drehbuch/Story: Ernie Altbacker, J.M. DeMatteis

Erschienen: 2017 (Direct-to-Video)


„The criminally insane don’t need magic as a excuse.“ (Batman)

Auf der ganzen Welt begehen Menschen Morde, weil sie glauben, von Dämonen verfolgt zu werden. Die Justice League sieht sich außerstande, etwas dagegen zu unternehmen, weil sie gegen Magie machtlos ist. Also zieht Batman los und bringt eine neue Band von Freaks zusammen, die sich mit diesem Zeug auskennen: Constantine, Zatanna, Deadman, Etrigan, Swamp Thing – kurz: die Justice League Dark.

Gruppenbild ohne Dame (Warner Bros.)

Gruppenbild ohne Dame (Warner Bros.)

Der Rest der Story ist das Übliche mystische Herumgedöns. Kämpfe zwischen Zauberern und gehörnten Monstern, ein austauschbarer Endgegner. Aus irgendeinem Grund wirken solche Geschichten immer noch ein bisschen willkürlicher als normale Superheldenstorys. Ob jetzt der eine Zauberspruch wirkt und der andere nicht, welches Artifakt was kann – das ist eigentlich ziemlich beliebig. Aber trotzdem macht der Film Spaß: Die Action ist ziemlich rasant inszeniert, die Figuren dynamisch animiert und der Humor von Constantine und Deadman lockert das Ganze auf; die Pointen zünden meist, wenn auch zum Teil bloß auf Kalauer-Niveau. Und dann ist da noch Batman.

Steht verloren da: Batman. (Warner Bros.)

Steht meist verloren in der Gegend herum: Batman. (Warner Bros.)

Batman hat hier eigentlich nicht viel zu tun. Er ist ziemlich überflüssig. Hin und wieder wirft er mal ein paar explodierende Batarangs und schießt seinen Haken ab, aber sonst steht er nur verloren in der Gegend rum und grunzt, wenn ihm was nicht passt. Mit einem Wort: man merkt, er gehört nicht in die Justice League Dark, aber um diesen Film besser zu pushen, hat man ihn sozusagen als Testimonial eingesetzt. Und, na ja, der Dark Knight passt zumindest vom Namen her gut hinein – auch wenn er mit Magie (zum Glück) selten was am Hut hat. Denn:

„Not everything requires magic.“