J. M. DeMatteis

John Marc DeMatteis, geboren 1953, ist ein US-Autor. Er schrieb u.a. die Batman-Storys „Superman: Speeding Bullets“, „Going Sane“, „Two-Face: Crime and Punishment“, „Spider-Man and Batman“, „Grimm“ und „Robin Lives!“ sowie die Drehbücher zu den Filmen „Batman vs. Robin“ und „Batman: Bad Blood“.

Batman und Joker treffen Spider-Man und Carnage

Marvel

Marvel

Titel: Spider-Man and Batman

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis/Mark Bagley

Erschienen: 1995 (One-shot, Marvel)


„It’s not a question of stomach, my friend — it’s a question of style.“ (Joker)

Batman und Spider-Man verbünden sich gegen Joker und Carnage. Die beiden Helden, die ähnliche Traumata verbinden (böser Mann schießt Verwandte tot), bekämpfen die Schurken, die durch ihr außerordentliches Lächeln auffallen. Der Killer Carnage alias Cletus Casady bekommt von Dr. Kafka einen Chip ins Hirn implantiert, damit er das Morden lässt. Weil das zu funktionieren scheint, kommt auch der Joker in den Genuss dieser Heilung. Doch bei Carnage wirkt das Ding nicht, er bricht aus, kehrt zu alten Gewohnheiten zurück und macht mit dem Joker gemeinsame Sache. Leider sind sich die beiden nicht ganz grün. Der eine will Gemetzel, der andere will Theater.

Auch zwischen Batman und Spider-Man läuft die obligatorische Disharmonie ab: Batman spielt Diva, will zunächst keine Hilfe. Nach gutem Zureden von Alfred kriegt sich der Dunkle Ritter wieder ein und zusammen mit Spider-Man ist der Fall schnell gelöst. Sehr formelhaft, aber sehr dynamisch gezeichnet. Unterhaltsam, aber kein Muss. Aber allein dieser Satz, den Joker zu Carnage spricht, ist es wert, eingerahmt zu werden:

„I always thought of myself as the Orson Welles of crime and chaos — while you, apparently, aspire to be nothing more than … David Hasselhoff!“

>> Batman-Crossover

Pantheon und Pandämonium

Titel: Justice League: Gods and Monsters – Genesis

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis, Bruce Timm/Thony Silas

Erschienen: 2015 (Mini-Serie #1-9, digital)


„Monsters aren’t born, they’re made.“

„They’re a disease. And, God help us … we need to find a cure.“

Seit Superman, Batman und Wonder Woman aufgetaucht sind, hat sich die Welt verändert: Skrupellose Übermenschen, die selbstgerecht gegen Kriminelle vorgehen und die mit ihren Blicken einäschern oder ihr Blut trinken – die Menschheit ist verunsichert. In dieser Zeit verkündet der Wissenschaftler Jackson Alpert einen Durchbruch: er hat es in seiner Schweizer Forschungsstation geschafft, aus Menschen zu Übermenschen zu machen: die Forever People. Sein Ziel ist es, die ganze Welt von Krankheit, Tod und Leid zu befreien, leider zu einem hohen Preis. Und dabei versucht er, die drei Superhelden für sich zu gewinnen.

Erst sind sie skeptisch, doch dann entdeckt jeder einen anderen Reiz für sich: Wonder Woman (Bekka) sieht eine Chance für den Weltfrieden. Batman (Kirk Langstrom) will seinen Vampirismus loswerden. Bei Superman (Hernan) kratzen die Übermenschen am Ego: er kann sich nicht mehr als das mächtigste Wesen auf der Welt fühlen. Also unterzieht er sich einer Prozedur, um seine Kräfte noch zu steigern. Doch dadurch wird vieles nur noch schlimmer. Im weiteren Verlauf gibt es nicht nur eine ganze Armee von Supermenschen, die untereinander Krieg führen, sondern auch Alpert wird schließlich zu einem scheinbar unbesiegbaren Über-Gegner.

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Wonder Womans Bewusstseinserweiterung

Justice League: Gods and Monsters - Wonder Woman

DC Comics

Titel: Justice League: Gods and Monsters – Wonder Woman

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis, Bruce Timm/Rick Leonardi

Erschienen: 2015 (Mini-Serie #1-3, digital)


„I quickly see that this — is no paradise.“ (Bekka)

In den Justice League: Gods and Monsters Chronicles war es Wonder Woman, die am meisten überraschte: mit Coolness, Witz und Leidenschaft lieferte sie in der Reihe mit Batman und Superman die beste Vorstellung ab. Im Comic wird ihre Vorgeschichte erzählt, sie beginnt 1962 in Indien: Eine Schallröhre öffnet sich, eine weißgekleidete Kriegerin kommt heraus, ein Monster hinterher, sie kämpft dagegen und kickt es wieder zurück in die Röhre – und bricht dann zusammen. So kommt Bekka in die Welt, einst ein Mitglied der New Gods. Bekka ist eine Figur, die es im DC-Universum schon seit 1984 gibt, in Justice League: Gods and Monsters wird sie zur Wonder Woman, allerdings wird sie hier noch nicht so genannt. Diese neue Superheldin ist eine sanftmütige Frau, die nach Frieden sucht. Schnell stellt sie fest, dass die Erde während des Kalten Kriegs auch nicht der ideale Ort dafür ist.

Nach einer Weltreise schließt sie sich in den USA einer Hippie-Kommune an. Auch dort ist kein Paradies zu finden: Die Frauen kochen, putzen und bereiten den Männern Freude, während ein Typ namens Doctor Psycho (eine Reinkarnation des klassischen Wonder Woman-Schurken) im Keller neue Drogen zusammenbraut, um das Bewusstsein der Mitbewohner zu erweitern. Leider, so muss Bekka feststellen, dass einige auf ihren Trips hängengeblieben sind und nur noch als Quasi-Zombies dahinvegetieren. Doctor Psycho gelobt, dass er sie heilen wolle. Doch schließlich verfällt auch er der Wahnvorstellung, seine Opfer zu Übermenschen machen zu können. Schließlich muss Bekka gegen Gestalten kämpfen, die den Paradämonen von Apokolips sehr ähnlich sind.

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Superman: Badass im Ledermantel

DC Comics

DC Comics

Titel: Justice League Gods and Monsters – Superman

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis, Bruce Timm/Moritat

Erschienen: 2015 (Mini-Serie #1-3, digital)


„I see glimmers of light in these people, but there’s always a darkness that overwhelms it.“ (Hernan Guerra)

Hernan Guerra ist ein Angry Young Man. Er ist die Verkörperung des gescheiterten amerikanischen Traums: Sohn mexikanischer Einwanderer, ausgebeuteter Feldarbeiter, chancenloser Außenseiter. Doch Hernan hat besondere Fähigkeiten: schon als Kind ist er superstark, kann fliegen und ist unverwundbar. Niemand kann ihm was anhaben, doch seine Eltern raten ihm dazu, seine Kräfte – die sie für eine Gottesgabe halten – zu verbergen. Das führt zu moralischen Konflikten, denn der junge Hernan leidet einerseits unter der Ungerechtigkeit und merkt andererseits, dass seine Kräfte auch großen Schaden anrichten können. Als junger Mann verlässt er seine Familie, zieht um die Welt und entdeckt erst am Ende seine Bestimmung: die Welt zu verändern – und zwar mit Gewalt. „I know that it can be a dark world“, sagt seine Schwester, „and perhaps it takes a man who understands its darkness — to make it a better one.“

Das ist die Vorgeschichte des neuen Superman, wie sie in Justice League Gods and Monsters erzählt wird. Woher er ursprünglich kommt, wie er sich sein Pseudonym und sein cooles Kostüm mit Ledermantel zulegt, erfahren wir in diesem Prequel nicht. Nach einer ausführlichen Jugendgeschichte im Kreis der Familie wird der weitere Verlauf schnell abgehandelt, zum Schluss ist Superman fertig. Das ist ein wenig schade, denn bei Batman haben sich die Autoren mehr Zeit gelassen, er bekommt sein Kostüm erst später. Trotzdem tut auch hier der Neuansatz gut. Im Grunde liest sich die Story wie ein Anti-For All Seasons, auch grafisch. Statt Farmer-Idylle der weißen Mittelschicht wird die beinharte Realität mexikanischer Erntehelfer dargestellt, die mit Pestiziden verseucht werden. So wird aus dem Mann mit besonderen Fähigkeiten kein Strahlemann und Oberpfadfinder, sondern ein abgebrühter Hardliner, der die Drecksarbeit erledigt. Superman – ein echter Badass. Es ist eine Erlösung: endlich wirkt der Held zeitgemäß, auch wenn von seinen ursprünglichen Wesen nicht viel übrig ist.

Blutsaugen für den guten Zweck

DC Comics

DC Comics

Titel: Justice League: Gods & Monsters – Batman

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis, Bruce Timm/Matthew Don Smith

Erschienen: 2015 (Mini-Serie #1-3, digital)


 „If there’s a monster in this scenario — it’s me.“ (Kirk Langstrom/Batman)

Der neue Animationsfilm Justice League: Gods & Monsters, der am 28. Juli erscheint, verspricht einen neuen, ernsthafteren Ansatz für die drei größten DC-Helden Superman, Batman und Wonder Woman. Und nicht nur, dass er groß umworben wird, DC hat in den Stoff auch viel investiert und ihn gleich crossmedial angelegt: Zunächst wurden drei Kurzfilme zu je einem der Helden online gestellt, danach ein paar Clips aus dem Film, nun erscheint einer Serie digitaler Comics, die die Vorgeschichten der drei Helden näher beleuchten. Jedem sind drei Ausgaben gewidmet, neun Teile dem gesamten Team (also insgesamt 18 Ausgaben).

Nun könnte man meinen, dass diese Comics bloß schmückendes Beiwerk seien, das lediglich kostengünstig für Marketingzwecke verschleudert wird. Aber die drei Batman-Kapitel hinterlassen einen überraschenden Eindruck. Schon das Video machte klar, dass in diesem neuen Universum ein anderer Batman geboten wird: ein Vampir, der vor Mord nicht zurückschreckt. Im Comic wird dieser Eindruck vertieft: es geht äußerst düster und brutal zu, aber auch überaus menschlich.

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Keine Gnade, keine Vergebung

Batman_Absolution

Titel: Absolution

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis/Brian Ashmore

Erschienen: 2002 (One-shot) (dt. 2003, Panini, DC Premium)


 „Ich bin Detektiv. Falls ich etwas verehre — ist es die Logik.“ (Batman)

Seit zehn Jahren jagt Batman Jennifer Blake – eine Terroristin, die einen Anschlag auf Wayne Enterprises verübt hat. Immer wieder tauchte Blake unter einer anderen Identität unter – und versuchte dabei, ihr Gewissen reinzuwaschen. Absolution erzählt von Batmans Jagd durch die Welt, doch im Grunde geht es um die Frage, ob ein Mörder von selbst Läuterung erfahren kann. Für den Dunklen Ritter bleibt bis zum Schluss klar: „Keine Wunder. Keine Gnade. Und gewiß … keine Vergebung.“

J.M. DeMatteis‘ Erzählung steckt voller religiöser Motive und Reflexionen. Wir erfahren, dass Batman an keinen persönlichen Gott glaubt, aber an eine Art von transzendenter Macht. Brian Ashmore verleiht mit seinen gemalten Panels der Story eine künstlerische Aura irgendwo zwischen Alex Ross und Dan Brereton. Die Bilder sind realistisch angelegt, doch erscheinen sie oft auch hinter einem traumartigen Schleier zu liegen. Insgesamt ergibt sich eine stimmige, dichte Komposition zwischen Text und Grafik, die Batmans Unterbittlichkeit bei der Verbrecherjagd herausarbeitet und über seine Beweggründe und Methoden reflektiert. Allerdings bleibt dieser Batman statisch: Am Ende bleibt ihm nur die Einsicht, dass er recht hatte.