Honest Trailer

Batman v Superman: Man kann es nicht allen recht machen

Was wurde nicht alles gelästert, gelobt und diskutiert über den kontroversesten Film des Jahres: Batman v Superman. Jetzt gibt es endlich auch einen Honest Trailer, der nochmal das Dümmste, Langweiligste und Unausgegorenste an diesem Schinken in wenigen Minuten zusammenfasst. (Siehe auch: How Batman v Superman Should Have Ended.) Dabei kommen ein paar neue Fragen auf: Warum ist Superman so miesepetrig? Warum macht Clark Kent so einen miesen Job als Reporter? Warum stellt er überhaupt so dumme Fragen? Dabei bringen die Screen Junkies die Kritik auf den Punkt: In diesem Film stecken Ideen für sechs Filme. Und daher bricht er am eigenen Gewicht zusammen. DC/Warner wollten mit diesem zu Marvel aufschließen und haben dadurch den Abstand noch vergrößert. Die Konkurrenz macht tolle Filme, die die Massen begeistern, während DC spaltet. Moral: Man kann es nicht allen recht machen.

Jetzt heißt es nur noch: „Batfleck forever!“

Abrechnung mit Superman Returns

Erinnern wir uns, auch wenn wir es längst verdrängt haben: Vor Zack Snyders Katastrophenfilm Man of Steel gab es schon einen Versuch, Superman für das Kino des 21. Jahrhunderts neu zu erfinden: Superman Returns (2006) war nur ein halbherziges Reboot, weil es eine Fortsetzung von Superman II sein sollte – wenn auch 26 Jahre dazwischen lagen. Das Resultat war einer der ödesten, flachsten und uninspriertesten Superheldenfilme. Und dafür hat Bryan Singer seine X-Men sausen lassen … Shame on you. Der Honest Trailer entschädigt für die vertane Chance und verschwendete Zeit.

Michael Keaton gegen Christopher Reeve

Jede Zeit hat ihre Helden. Im Comic wie im Kino. Je nachdem, wann man zum ersten Mal mit Superman oder Batman in Berührung gekommen ist, ist die jeweilige Version die prägende – und damit auch wichtigste. Daher ist für viele Christopher Reeve aus dem Film von 1978 immer noch der Superman-Darsteller schlechthin. Und auchwenn Michael Keaton nicht ganz so überzeugte, ist Tim Burtons Batman (1989) vergleichbar einflussreich gewesen – aber nur bis Christopher Nolans Neuinterpretation Batman Begins mit Christian Bale in der Titelrolle. Dass Reeves Superman immer noch nachwirkt, ist dem Umstand geschuldet, das weder davor noch danach der Figur eine überzeugendere und vor allem ikonischere Inkarnation im Film vergönnt war (siehe Batman v Superman).

Aber seien wir ehrlich: Die ersten Superman- und Batman-Filme waren Ausgeburten ihrer Zeit und abseits von Nostalgie und Schwelgerei in Kindheitserinnerungen gibt es daran einiges auszusetzen. Denn eigentlich ist Superman ein ziemlich weichgespültes (und weichgezeichnetes) Märchen mit hohem Trash-Faktor, kaum Action, einem bescheuerten Plot, überzeichneten Figuren und einem spießigen Oberlangweiler als Helden, der seine Superkräfte nicht einmal mit einem Gegner gleichen Ranges messen darf.

Burtons Batman hingegen stakst in einem steifen Gummi-Anzug durch die Gegend, in dem er sich kaum bewegen kann, der sich sonst cool und unnahbar gebende Bruce Wayne fällt mit Ausrastern aus der Rolle, Jack Nicholson spielt mehr oder weniger nur sich selbst als Joker und kommt aus dem irren Gelächter nicht mehr heraus usw. Die Screen Junkies haben all das in zwei Honest Trailern zusammengeschnitten und wie immer wunderbar ironisch kommentiert. Und sie zeigen, dass Jack Nicholson gar nicht mal der definitive Joker ist, sondern nur ein Abklatsch von Cesar Romero aus den 60ern – und spätestens seit Heath Ledger haben wir für Jack höchstens ein müdes Lächeln übrig.

In dieser Gegenüberstellung der Honest Trailer dürfen die Fans entscheiden, welcher Klassiker als nächstes besprochen werden soll: Superman Returns oder Batman Returns.

Das letzte Wort zu The Dark Knight Rises

Wer immer noch glaubt, dass The Dark Knight Rises ein gelungener Film sei, sollte sich diesen Honest Trailer ansehen. Er zeigt, anhand der vielen Fragen, die er aufwirft, wie schlecht durchdacht das Drehbuch zum dritten Teil der Christopher Nolans Batman-Trilogie ist. Wie immer zeigen die Screen Junkies pointiert, worin die Unstimmigkeiten bestehen. Danach wird man diesen Film mit anderen Augen sehen – falls man ihn überhaupt noch einmal sehen will.

(Wie die Filme der Trilogie auch hätten enden können, wird bei HISHE vorgestellt.)

Ehrlich währt am längsten

Oft ist es so: Man schaut sich einen Film an, findet ihn schlecht, verdrängt ihn, aber nach einer gewissen Zeit lässt das Trauma nach und man gerät wieder in Versuchung, sich den Film in Erinnerung zu rufen oder ihm „noch eine Chance“ zu geben – als ob er mit der Zeit besser würde. Wird er aber nicht. Wer sich Filme ansieht, die er als Kind mochte, wird meistens enttäuscht. Und so ist es auch mit anderen Kinosünden. Wie etwa Joel Schumachers Batman & Robin (1997). Es gibt eine Alternative dazu, seine Lebenszeit damit zu verschwenden, um einzusehen, wie missraten, lächerlich und unnötig dieses Machwerk ist: man schaut den Honest Trailer. In vier Minuten wird man an dieses Verbrechen erinnert und dabei köstlich unterhalten. Anders als im Original zünden die Pointen. Erneut bestätigt sich: manchmal sind Trailer die besseren Filme. Besonders die ehrlichen.