Trevor von Eeden

Legends of the Dark Knight: Grimm

Cover von John Cassaday (DC Comics)

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis/Trevor von Eeden, José Luis García López

Erschienen: 2002 (Legends of the Dark Knight #149-153)


Es ist zwei Monate her, seit Dick Graysons Eltern gestorben ist, und erst einen Monat, seit er zu Robin wurde. Auf der Gotham Toy Fair erscheint eine dicke Frau in einem altmodischen Rüschenkleid, die sich Mother Grimm nennt. Begleitet wird sie von  Mr. Sweep (einem Schornsteinfeger wie bei Mary Poppins), Mr. Winkie (eine Art Schlafmütze) und Mr. Bear (einem Winne-the-Pooh-Verschnitt). Gemeinsam rauben sie Spielzeuge, um sie den bedürftigen Kindern der Stadt angedeihen zu lassen. Außerdem versprüht sie Halluzinogene, während ihre Helfer mit Stromschlägen, Blendgranaten und Honigblasen arbeiten.

Robin jagt eine junge Diebin durch die Stadt, die ihm das Herz stiehlt. Sie lockt ihn in eine Falle, wo er von anderen Minderjährigen bewusstlos geschlagen wird. Dann verschleppen sie ihn in das Untergrund-Rummelplatz „Dreamland“, einem scheinbaren Paradies für Kinder – der von Mother Grimm betrieben wird. (Fragt sich nur, warum sie Spielzeuge stiehlt, wenn sie reich genug ist, um Dreamland zu betreiben.) Die ist nur zu Erwachsenen gemein, etwa zum Chef eines Privatfernsehsenders, der für sein kinderunfreundliches Programm den Hintern versohlt bekommt.

Während Waisenkind Robin in Dreamland eine neue Heimat und Freunde findet, untersucht Batman den Mord an einem Milliardär, dessen Frau zuvor ermordet worden ist, daraufhin wird auch noch dessen Sohn entführt. Als er Mother Grimm konfrontiert, versucht sie, ihn umzubringen, und als das nicht klappt, lässt sie ihn einen Horrortrip auf Drogen machen. Robin muss ihn befreien …

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Legends of the Dark Knight: Duty

DC Comics

Autor/Zeichner: C.J. Henderson/Trevor von Eeden

Erschienen: 1998 (Legends of the Dark Knight #105-106)


Der Joker treibt mal wieder sein Unwesen in Gotham, doch diesmal ist Batman nicht da, um ihn aufzuhalten. Also muss es Captain James Gordon allein erledigen – zusammen mit Sergeant Harvey Bullock und anderen Polizisten. Doch die haben es schwer mit dem Clown, der sie an der Nase herumführt und mit Bomben in den Tod schickt.

Diesmal plant der Joker, einen mit Flüssiggas (LNG) beladenen Tanker explodieren zu lassen und die ganze Stadt zu vernichten. Zunächst freut er sich, dass ihm Batman nicht in die Quere kommt, dann aber vermisst er ihn: „There is no reality in this world except for you and me.“ (Das erinnert an Going Sane.)

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Batman trifft Magpie

DC Comics

Titel: A Bird in the Hand … (dt. Tödliche Juwelen)

Autorin/Zeichner: Barbara Randall/Trevor von Eeden

Erschienen: 1987 (Batman #401); dt. Egmont Ehapa 1988 (Batman Taschenbuch 40)


„I am what I have to be.“ (Batman)

Die Diebin Magpie stiehlt Schmuck, der nach Vögeln benannt ist – wohl um ihren Namen (Elster) gerecht zu werden. Das Problem dabei: Sie tauscht die Originale aus gegen tödliche Fälschungen. Daraufhin hat Batman eine Idee: Er lässt von Bruce Wayne eine Ausstellung seiner Juwelen-Sammlung zeigen, eine Undercover-Polizistin namens Roberta dient als Köder.

Gothams High Society kommt, darunter auch ein evangelikaler Hassprediger gegen Superhelden: Gordon Godfrey (der von Darkseid geschickt wird, siehe Event Legends). Doch während Bruce, Commissioner Gordon und die Polizistin mit dem Party-Pooper diskutieren, schnappt sich eine verkleidete Magpie den Schmuck und lässt die Polizistin ein tödliches Gas verbreiten.

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Brennende Sünder

DC Comics

Titel: The Messiah of the Crimson Sun

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Trevor von Eeden

Erschienen: 1982 (Batman Annual #8)


Als in dem Dorf Shinn Corners die Sonne aufgeht, vebrennen die Bewohner bei lebendigem Leib. Nur die Knochen bleiben zurück. Die Ursache ist ein Rätsel, aber dann bekennt sich ein neuer maskierter Schurke zu der Tat: Er nennt sich „Messiah of the Crimson Sun“ und kündigt per Videobotschaft an, dass die Sünder von Gotham City in 24 Stunden dasselbe Schicksal ereilen wird – so wie einst Sodom und Gomorra.

Batman vs. Messiah of the Crimson Sun (DC Comics)

Prima: Solche Ankündigungen geben Helden stets genug Zeit, das Unheil zu verhindern. Batman nimmt die Herausforderung an und ermittelt in Shinn Corners. Dort taucht plötzlich ein Prediger im Jesus-Stil auf, der behauptet, von dem Feuer verschont worden zu sein. Er sei nämlich Seth, wie der dritte Sohn Adams, und die Kinder Adams seien auserwählt etc. Batman wittert einen Handlanger des Schurken und lässt Robin sich als Seth verkleiden. Der Köder wirkt zunächst, Robin wird undercover ins Hauptquartier des Messias gebracht und der lässt seine Maske fallen. Es ist aber gar kein neuer Schurke, sondern …

ACHTUNG SPOILER!

Ra’s al Ghul! Und er hat natürlich auch Robins Fassade durchschaut und nimmt ihn gefangen. Batman findet heraus, dass die Menschen verbrannt sind, weil etwas im Trinkwasser war. Er verbündet sich mit der US-Army, um in Gotham das Schlimmste zu verhindern, dann hilft ihm auch noch Talia dabei und man fliegt gemeinsam ins Weltall, wo Ra’s seine eigene Raumstation samt Mega-Lupe hat, die Sonnenstrahlen rot färbt und tödlich macht, wenn man eine bestimmte Chemikalie schluckt.

Prost! Batman trinkt mit Ra’s. (DC Comics)

Das tun die beiden Kontrahenten auch, als sie aufeinandertreffen. So wird das Duell spannender, weil derjenige stirbt, der in die roten Strahlen gerät. Batman macht den Becher leer. So viel Kämpferehre muss sein. Und die Wasserzufuhr hat der Held auch bitter nötig, denn der Kampf zieht sich über eine Stunde hin, was zum Glück nur eine Comicseite einnimmt.

Am Ende jedoch muss sich Ra’s geschlagen geben und will mit einem Shuttle abhauen. Aber Batman hat es so manipuliert, dass der Schurke in die Strahlung fliegt – und offenbar stirbt. „But Batman … you’ve killed him!“, sagt Robin. „Have I, Robin?“, sagt Batman nur. Es scheint ihm ziemlich egal zu sein. Talia will hinterher nichts mehr von ihm wissen. Aber Hauptsache, er hat Gotham gerettet.

Ein sehr seltsames Ende, aber dafür ist das Ganze stark gezeichnet und aufgelockert mit einigen ungewöhnlichen Layouts. So ungewöhnlich, dass man manchmal verwirrt ist, wo man weiterlesen soll, aber bei dieser doch simpel gestrickten Story kriegt man das hin. Und was Batmans Mord angeht: Vielleicht geht er einfach davon aus, dass Ra’s es – wie immer – irgendwie schaffen wird, doch zu überleben. Falsch liegt er damit ja nicht …

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Legends of the Dark Knight: Venom

DC Comics

DC Comics

Titel: Venom (dt. Wahre Freunde)

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Trevor von Eeden, Russell Braun

Erschienen: 1991 (Legends of the Dark Knight #16-20), Paperback 1993/2012, dt. Carlsen 1993, Panini 2015


 „I was right. But I wasn’t strong enough. I’ve failed.“ (Batman)

„I hate junkies.“ (Batman)

Es beginnt mit einem Versagen. Ein Mädchen wurde entführt. Batman findet es – aber er schafft es nicht, es vor dem Ertrinken zu retten. Übernächtigt und geschwächt greift er zu einer Wunderpille, die der Vater des Mädchens ihm verabreicht. Das Mittel verleiht ihm nicht nur übermenschliche Stärke, sondern auch ein sonniges Gemüt. Vom grübelnden Detektiv wird er zum tumben Haudrauf. Statt Bücher zu wälzen, zieht er mit Hut und Mantel los, um böse Buben zu verkloppen – und das mit Lust und einem Lächeln auf den Lippen. Es stellt sich heraus, dass Batman einem Komplott zum Opfer gefallen ist. Der Wissenschaftler hat einen Deal mit einem pensionierten General laufen: sie wollen eine Superarmee aufbauen und dabei Amerika von allen Menschen befreien, die sie für unwert erachten.

Batman entwickelt sich zum Junkie. Er braucht immer mehr und immer öfter Nachschub. Als er einmal dafür  James Gordon töten soll, warnt er seinen Freund und begibt sich in die Höhle auf kalten Entzug. Für 30 Tage schließt er sich dort ein, steht Höllenqualen durch, verwahrlost. Als er wieder clean ist, macht er sich auf nach Santa Prisca, der Insel, auf der die Bad Guys ihre blutrünstige und skrupellose Armee von Superzombies aufbauen. (Von soll später einmal Bane kommen, der berüchtigste Venom-Konsument …)

„I switched breakfast cereals“

Man merkt: Hier ist ganz schön was los. Urgestein Dennis O’Neil erzählt auf 140 Seiten eine ereinigisreiche, dramatische Geschichte, deren größte Stärke darin besteht, dass sie Batman am schwächsten zeigt: zuerst verwundbar durch seinen fanatischen Feldzug, dann durch seine Abhängigkeit. Der souveräne Dunkle Ritter wirkt einfach nur erbärmlich, wenn er fast schon um seine Pillen bettelt. Wie immer geht es darum, den Kampf gegen sich selbst zu gewinnen. Am Ende muss Batman eine unmögliche Aufgabe meistern – und dabei der Versuchung widerstehen, Venom einzunehmen.

Dennis O’Neil versteht es, eine spannende Story zu erzählen. Und mit Venom ist ihm dies deutlich einnehmender gelungen als bei Shaman, der ersten Legends-Geschichte. Ihm gelingen hier so schöne Sätze wie: „When he’s Batman, things like invading an island full of hostile renegades doesn’t seem insane.“ Oder Batmans lakonische Erklärung für seinen rapiden Muskelaufbau: „I switched breakfast cereals.“ Und wenn er gegen einen Hai kämpft, kann er sich auch den Seitenhieb auf das legendäre „shark repellent“ (Hai-Spray) aus dem 66er-Film nicht verkneifen.

Die Zeichner machen ihre Sache auf den ersten Blick unspektakulär solide, doch gelingen ihnen einige Panels voller Dramatik und Ausdruckskraft, die am besten in den noir-haften Nachtszenen wirken. Besonders die Cover, Splash Pages und der Anblick von Batman auf Entzug haben das Potenzial, in Erinnerung zu bleiben.

Venom ist zu Recht ein Klassiker.

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