Becky Cloonan

Batman: The Last Halloween

DC Comics

Deutscher Titel: Batman: Das letzte Halloween

Autor/Zeichner: Jeph Loeb/Tim Sale, Eduardo Risso, Klaus Janson, Mark Chiarello, Cliff Chiang, Bill Sienkiewicz, Enrico Marini, Dave Johnson, Becky Cloonan, Chris Samnee, Matteo Scalera

Erschienen: 2021, 2024-2025 (Miniserie #1-10), Hardcover/Paperback 2026; dt. Panini 2025-2026 (2 Bände)


Vor fünf Jahren erschien mit The Long Halloween Special das letzte Werk von Tim Sale, bevor er 2022 leider starb. Es stand für sich als ein kurzer Epilog zu der Saga, die mit The Long Halloween begann und mit Dark Victory fortgesetzt wurde – nicht nur für mich die besten Batman-Comics der 1990er. Erzählt wurde vom Calendar Man, der Gilda Dent entführt, um sich an ihr zu rächen. Two-Face und Batman befreien sie. Doch das Special sollte kein Abschluss, sondern der Beginn einer längeren Story sein. Nun ist sie erschienen, als der Zehnteiler The Last Halloween.

Da niemand einen Tim Sale ersetzen kann, sind es zehn andere Meister, die ihm die Ehre erweisen: Noir-Spezialisten wie Eduardo Risso und Chris Samnee, aber auch ein expressionistischer Künstler wie Bill Sienkiewicz, der hier mit einem Joker-Heft glänzen darf. Mit Becky Cloonan ist sogar eine Frau dabei. Jeder macht hier einen tollen Job und hält jedes der zehn Kapitel frisch mit seinem individuellen Ansatz.

DC Comics

James Gordon Junior entführt

Die Story verläuft in gewohnter Manier: Wieder beginnt alles an Halloween, wieder geht es um den oder einen neuen Holiday-Killer, der aber diesmal niemanden umbringt, sondern immer nur verletzt. Zuerst Catwoman, dann Two-Face, Riddler und auch andere Batman-Schurken, die natürlich nicht getötet werden dürfen, wegen der Continuity und weil man sie noch braucht. Weil das aber nicht so dramatisch ist, wird auch noch James Gordon Junior entführt (schon wieder, siehe Year One). Und wieder geht es um die Falcone-Familie, vor allem um den letzten Sohn von Boss Carmine, Mario, und die Verwicklung mit Catwoman (siehe When in Rome).

Viel Stoff also, viele Figuren, viele Ereignisse. Solomon Grundy ist auch da, ebenso wie Crime Doctor Matthew Torne. Auch Robin wird angeschossen, Batman gleich mehrfach und stirbt fast. Danach lassen ihn Alfred und Robin tagelang in Maske und zerrrissenem Kostüm, aber ohne Decke in der kalten Batcave liegen  – da grenzt es an ein Wunder, dass er überlebt. Wie im Märchen küsst ihn Catwoman ins Leben zurück.

Auch andere Szenen sind schier albern, wie etwa wenn Batman bei einer Undercover-Aktion sofort auffliegt, dann von Catwoman aus dem Fenster gestoßen wird und die beiden durch ein Glasdach auf ein herzförmiges Bett fallen. Selina Kyle bleibt Bruces Schwäche und der Fall wird auch dadurch in die Länge gezogen, dass Catwoman Bescheid weiß, aber Batman sie weder anständig verhört noch ihrer Spur folgt.

Verwirrende Story

Auf der anderen Seite geht es um die Liebe zwischen Gilda und Harvey Dent, die merkwürdige Umwege geht. Es geht um Calendar Mans Ego, der nicht darauf klar kommt, dass ihm jemand die Masche stiehlt (schon wieder!). Und es läuft auf einen Krieg zwischen den Freaks (Batman-Schurken) und den Gangstern (Falcone) hinaus. Aber so manches bleibt so verwickelt, dass ich es nicht verstanden habe. (Was war der eigentliche Plan, das Ziel?)

Vieles passiert ohne Konsequenz, etwa die Entführung. Unterhaltsam zu lesen ist es zwar, weil die Überfülle an Figuren und Sub-Plots und Twists die Geschichte abwechslungsreich gestalten. Es passiert halt immer was. Nur was eigentlich los ist, das erschließt sich eben nicht wirklich. Und auch nicht, warum. Und am Ende scheint es auch nicht so wichtig zu sein.

Man hat nicht das Gefühl, dass es dieses „Last Halloween“ unbedingt geben musste. Wir kamen 25 Jahre sehr gut ohne aus und erfreuten uns an den vier anderen Loeb-Sale-Comics. Fans der Reihe erfreuen sich an den Reminiszenzen und Nostalgie, doch statt Variationen des Immergleichen kann man auch die Originale wiederlesen. Hoffentlich bleibt es dieses lange Halloween das letzte seiner Art.

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