Im Jahr 1996 erschien der Vierteiler Kingdom Come von Mark Waid und Alex Ross. Eine Elseworlds-Story, die in einer Zukunft spielt, in der sich die alten Helden zur Ruhe gesetzt haben und zurückkehren, um wieder Ordnung in eine Welt zu bringen, die von ihren rücksichtslosen Nachfolgern bedroht wird. Es ist eine Story, die eingebettet ist in die Apokalypse, mit vielen Verweisen auf christliche Mythologie sowie vollgepackt mit Anspielungen auf unzählige DC-Charaktere und andere Figuren der Popkultur. Dank den atemberaubenden Bildern von Alex Ross wirkt das Ganze wie ein Epos aus Renaissance-Malereien. 1997 gewann es den Eisner-Award als beste Miniserie. Bis heute ist es ein Meisterwerk, das es lohnt, immer wieder zu lesen und neu zu entdecken. Am besten im Großformat und nicht in der mickrigen Compact-Ausgabe (auch wenn sie die billigste ist).
30 Jahre später hat Alex Ross – der die ursprüngliche Idee dazu hatte – einige Videos produziert, in denen er und seine Kollegen auf sein Werk zurückschauen. In einem halbstündigen Video blättert der Künstler den ganzen Comic durch und kommentiert einzelne Bilder und Sequenzen. So erfahren wir, dass er in der Gestalt des Pfarrers seinen eigenen Vater verewigt hat, wie ihn Norman Rockwell zu den Covern inspirierte und was er an dem Werk bereut.
In einem anderen Video geht Ross auf den Vorwurf ein, dass DC die Idee zu Kingdom Come von Alan Moore (Watchmen, The Killing Joke) geklaut haben soll. Dieser hatte 1987 ein Crossover unter dem Titel Twilight of the Superheroes vorgeschlagen, das nie produziert wurde. Das Konzept weist Parallelen zu Kingdom Come auf. Ross bestreitet, davon gewusst zu haben. Erst später habe ihn James Robinson darauf aufmerksam gemacht. Ross erklärt auch große Unterschiede zu Moore.
Alan Moore selbst habe ihn nie des Plagiats beschuldigt. Er soll sich sogar die Hefte gekauft haben, weil er neugierig war, sie zu lesen – was nicht bedeutet, dass er sie mochte. Ross gesteht allerdings ein, dass Moores Miracleman eine Inspirationsquelle gewesen ist.
Auch Co-Autor Mark Waid gibt Auskunft über seine Sicht, wie es zu Kingdom Come kam und erklärt dabei ein Stück Comicgeschichte.
Weitere Videos zum Thema gibt es bei Alex Ross‘ YouTube-Kanal.
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Krass Lukas, Kingdom Come…das habe ich früher zuerst als Sammelband von Carlsen Comics besessen. War irgendwann völlig zerfallen und landete leider im Müll, denn die Bindung bei Carlsen war damals echt ziemlich bescheiden. Zu dem Zeitpunkt war ich noch sehr jung (15), ein echtes Landei und noch nicht in dem game der U.S. Originale drin. Dass ich begann, die Welt der U.S. DC Comics im Original für mich zu entdecken, begann tatsächlich erst ein, oder zwei Jahre später. Wie lange ist das denn bitteschön her? 🙂 Ich erinnere mich noch als wäre es erst egestern gewesen, wie ich den Band total fasziniert durchgeblättert habe und von der Kraft dieser Bilder überwältigt war. Nostalgie pur und eine der wenigen „Elseworlds“-Geschichten, die mich wirklich übezeugen konnten. Da muss ich doch gleich mal in meiner Sammlung wühlen und diesem Werk mal wieder ein wenig Aufmerksamkeit schenken, schätze ich 😉
Danke für diesen kleinen Nostalgie-Trip!!! 😀
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