Batman: The Bronze Age Omnibus Vol. 1 – Der erste Eindruck

DC Comics

Endlich: Der erste Batman: Bronze Age Omnibus ist da! Die Vorfreude war riesig. Bislang gab es aus den 70ern bloß einzelne Storys als Paperback, vor allem die Werke von Dennis O’Neil und Neal Adams in Einzelbänden, allerdings mit grausiger Neukolorierung. Doch nun sind alle Storys der beiden Hauptserien Detective Comics (#393-422) und Batman (#217-241) in einem Band versammelt (von 1969 bis 1972), inklusive der Werke von Frank Robbins und Irv Novick sowie ersten Auftritte von Man-Bat und Ra’s al Ghul. 960 Seiten stark. Toll! – Oder?

Schlechte Papierqualität, viel zu dick

Gleich beim Auspacken der erste Schock: Was für ein dickes Buch! Mit acht Zentimetern ist es deutlich dicker als die bisherigen Omnibusse des Golden-, Silver- und Bronze Age, und das, obwohl der Umfang etwa gleich ist. Damit wird sich das Bücherregal schnell füllen. Zum Vergleich: Der erste Batman: The Brave and the Bold–Omnibus umfasst rund 900 Seiten und ist nur ca. 5,5 Zentimeter dick. Warum? Das Papier ist dünner und auch wertiger.

Der neue Band ist auf mattem, rauem und grauerem Papier gedruckt, fast wie Zeitungspapier, jedenfalls sehr „pulpy“. Angeblich soll damit das Feeling der ursprünglichen Comichefte wiedergegeben werden, aber da das bisher nicht üblich war, sollen wohl hier vor allem Produktionskosten gedrückt werden. Der Band ist mit stolzen 125 Dollar genauso teuer wie frühere Bände dieses Umfangs. Durch das unbeschichtete Papier liegt er zwar deutlich leichter in der Hand, ist aber dafür noch unhandlicher. Man muss das Buch schon weit aufbiegen, um es ohne Probleme lesen zu können. Die gegenüberliegenden Seiten stehen zu nah beieinander. Außerdem sind das Inhaltsverzeichnis und das Vorwort schwierig zu lesen, was auch an der ungünstig gewählt Hintergrundfarbe liegt. Die satten Farben der Comics selbst wirken dadurch allerdings weniger knallig.

DC geizt schon lange am Papier

Dass mattes Papier nicht unbedingt schlechte Qualität bedeuten muss, zeigte sich bereits an Joker: The Bronze Age Omnibus (2019, Reprint 2026). Die Erstauflage war zwar auch deutlich dicker als andere Omnis, aber dafür konnte man die Seiten mühelos lesen. Eigentlich ist das ein Musterbeispiel für einen gelungenen Kompromiss zwischen Hochglanz- und Zeitungspapier (auf dem die alten Comics gedruckt waren). Aber der Batman: Bronze Age Omnibus kommt sehr pseudo-retro daher und ignoriert die gewohnte Qualität bisheriger Bände. Dieses Papier wird schlecht altern.

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DCs Geiz beim Papier ist schon seit Jahren ein großes Ärgernis, auch bei den Sammelbänden neuerer Storys. Egal, ob Hardcover oder Paperback: Das Papier ist meist nicht nur matt, worunter die farbenfrohe Kolorierung leidet, sondern auch so dünn, dass es sich schon vor dem ersten Lesen wellt. Es ist eine absolute Zumutung, 30 Dollar für eine „Deluxe Edition“ zu verlangen, und dafür minderwertiges Papier zu bieten. Auch bei den kleinformatigen Compact-Comics verlieren die Storys durch schlechte Qualität des Materials an Reiz. Ich verstehe nicht, wie dieser große Verlag so lange schon damit durchkommt. Das ist unwürdig und verleitet dazu, die Comics auf Deutsch zu lesen. Panini druckt auf sehr dickem Hochglanzpapier.

Die Omnis von DC bildeten bisher eine angenehme Ausnahme. Doch nun ändert sich das anscheinend. Und man kann nur hoffen, dass sich das beim kommenden zweiten Silver Age Omnibus und ersten Doug-Moench-Omnibus nicht wiederholt. Die Absolute Edition von Neal Adams ist für Fans die bessere Wahl.

Besser: DC-Finest-Reihe

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Mein Fazit: Ich werde zu Batmans Bronze Age keine Omnis mehr kaufen, sondern auf die Paperback-Reihe DC Finest umsteigen. Die ist nicht nur handlicher und günstiger, sondern aus irgendeinem Grund auf viel besserem (Hochglanz-)Papier gedruckt, gegen das man wenig einwenden kann. Der Coverpreis liegt bei rund 40 Dollar, also nur einem Drittel des Omnibus. Es ist zwar weniger drin, dafür werden auch hier chronologisch alle Batman-Storys aus jeweils etwa zwei Jahren gesammelt.

Bisher erschienen ist aus den 70ern: DC Finest – Batman: The Demon Lives Again! (Batman #231-245, Detective Comics #410-429). Noch dieses Jahr erscheint DC Finest – Batman: The Curse of Crime Alley (Batman #307–324; Detective Comics #482–490; DC Special Series #21; The Brave and the Bold #159). Für nächstes Jahr angekündigt ist DC Finest – Batman: Night of the Stalker (Batman #246-281, Detective Comics #430-445). Die meisten anderen DC-Finest-Bände sammeln Comics aus der zweiten Hälfte der 80er.

Doch wie auch immer wir diese Storys lesen: Ich bin auf den Geschmack gekommen und werde demnächst mehr Batman im Bronze Age vorstellen.

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Ein Kommentar

  1. Über das sogenannte „period-appropriate paper“, das DC seit einiger Zeit für seine klassischen Omnibusse verwendet, finden derzeit wohl in allen Comicforen dieser Welt wahre Glaubenskriege statt – von inniger Liebe bis blankem Hass ist da alles vertreten. Deine Aussagen zur Qualität gehen mir allerdings etwas zu weit. Insbesondere sind Aussagen zu Preis, Qualität und Haltbarkeit zunächst mal rein subjektiv und spekulativ; wie so ein Omnibus in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird, kann heute noch niemand seriös prognostizieren, schon gar nicht ohne genaue Kenntnisse der Zusammensetzung dieses Papiers. Mich stört an dem Papier erst mal nur eines: Es ist sehr dick, wodurch entsprechende Omnibusse unhandlich werden und noch mehr Platz im Regal wegnehmen, als es Omnibusse bislang ohnehin schon taten.

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