Two-Face als Karnevalsprinz

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DC Comics

Titel: Two for the Money!/Once Beaten, Twice Sly!

Autor/Zeichner: Len Wein/Irv Novick

Erschienen: 1979 (Batman #313-314), enthalten in: Tales of the Batman: Len Wein (2014)


Was wäre am 2.2.2022 passender als eine Two-Face-Geschichte? Die Gelegenheit will ich mir nicht entgehen lassen und von einem Klassiker erzählen, der sogar im Februar spielt. Hier ist nicht nur die Zahl Zwei Programm sondern auch das Prinzip der Wiederholung.

Two-Face hat binäre Nuklearcodes der US-Regierung gestohlen. Die will er nun an die meistbietende feindliche Nation versteigern. Einem seiner Komplizen geht das zu weit: Das eigene Land erpressen wäre noch okay, aber Staatsverrat geht zu weit. Seltsame Ethik. Dafür muss er sterben. Two-Face hat etwas ähnlichs schon mal getan: In Batman #258 (1974) wollte er Washington D.C. mit einer Atombombe in die Luft jagen, wenn er nicht zwei Milliarden Dollar bekommt. Diesmal begnügt er sich mit viel weniger.

Doch zunächst muss er zwei Tage totschlagen, bis er an die Codes herankann, die sein abtrünniger Komplize versteckt hat. Also verschanzt er sich mit seiner Bande in seinem zweigeteilten Geheimversteck. Adresse: 222 Second Street, Apartment 2-B. Klar, dass es nicht lange dauert, bis Batman auf der Matte steht. Und nicht nur der, auch ein Bundesagent namens King Faraday platzt gerade rein, als Batman die Bande aufmischt. Two-Face nutzt die Chance und sperrt sie in dem Raum mit einer herunterfallenden Metallwand ein. Netterweise gibt es einen Schalter, um freizukommen.

Dann vertreibt sich Two-Face die Zeit, um Spenden für Kinder zu stehlen. Was er mit dem vielen Kleingeld will, wo doch die fette Beute wartet, bleibt ungewiss. Er ist halt böse. Wieder kommen sich aber Batman und Faraday in die Quere. Der Beamte will Two-Face auf der Flucht erschießen, aber Batman gibt sich empathisch: Der Schurke sei geisteskrank und brauche Hilfe. Er will ihn in die Gummizelle schicken.

Beim Mardi Gras in New Orleans

Im zweiten Teil führt die Spur nach New Orleans, wo gerade das Karnevalsfest Mardi Gras gefeiert wird. In einem alten Dampfschiffrestaurant bringt Two-Face zwei potenzielle Käufer zusammen, die jeweils 22 Millionen Dollar mitbringen. Wer den Zuschlag für die Codes kriegt, soll die Münze entscheiden.

Batman und Faraday spüren wieder Two-Face auf, werden wieder im Raum eingesperrt, diesmal beschossen von Lasern. Sie scheinen nicht dazuzulernen, aber mittels Spiegeln und Phosphorbomben kommen die Helden frei.

Das Finale findet beim Straßenkarneval statt. Two-Face tritt als König (oder vielleicht auch Karnevalsprinz?) auf, seine beiden Bieter als Narren – und so werden sie auch genarrt. Denn der Doppelgesichtige denkt nicht dran, die Codes herzugeben, sondern haut mit der ganzen Kohle ab. Wozu dann die Mühe mit den Codes? Egal: Two-Face fliegt auf seinem Thron zu einem Zeppelin. Batman und Faraday könnten jetzt einfach schauen, wo das Ding landet oder die Polizei hinterherschicken, aber es macht mehr Spaß, sich waghalsig an ein flatterndes Werbebanner zu hängen und an Bord zu klettern.

Der Showdown ist ein einziges Déjà-vu: Batman tritt die Tür ein, wird wieder rausgestoßen, hält sich gerade noch am Zeppelin fest. Two-Face will ihm auf die Finger treten, da kommt Batman wieder mit dem ältesten Trick der Welt, den er schon viel zu oft benutzt hat: Harvey soll sich nicht untreu werden und die Münze entscheiden lassen – und er tut es natürlich. Da schießt ihm von hinten Faraday die Münze weg und Two-Face springt hinterher, in den sicheren Tod.

Na ja, so sicher ein Tod in Comics eben sein kann. Will heißen: Ein Jahr später ist er wieder da. Wie? Das erfahren wir beim nächsten Mal.

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