Vier Todesfälle und zwei Hochzeiten

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DC Comics

Titel: Double Jeopardy/Twice Dies the Batman

Autor/Zeichner: Marv Wolfman/Irv Novick

Erschienen: 1980 (Batman #328-329), erschienen in Tales of the Batman: Marv Wolfman Vol. 1 (2020)


Ein Mann namens Carl Ternion schickt Batman einen Film, indem er seinen Prozess nachstellt, in dem er vom Mord an einem gewissen Anton Karoselle freigesprochen wird. Dann behauptet Ternion, er sei aber schuldig – er habe Karoselle sogar zweimal ermordet. Batman könne nichts dagegen tun. („Ha! Ha! Ha!“)

Batman ist genauso irritiert wie wir es sind. Es stellen sich die üblichen Fragen: Wer ist das? Was soll das? Und was wäre Batman ohne prahlerische Schurken, die ihm alles unter die Nase reiben?

Wer immer noch keinen Plan hat, wohin die Reise geht, dem sei gesagt, dass Ternion mit Gilda Dent anbandelt, der ehemaligen Frau von Harvey Dent alias Two-Face. Sie hat in der Zwischenzeit noch einmal geheiratet, einen gewissen David, Harveys ehemaligen Assistenten, der aber ermordert wurde. Ternion hat beide gekannt, hat sogar Davids Mörder aufgespürt (Karoselle) und ihn angeblich versehentlich getötet. Gilda heißt das zwar nicht gut, aber es war ja keine Absicht – und sie ist nicht gern allein.

Ternion hat es aber auch auf Batman abgesehen. Zwischendurch tötet er noch einen Handlanger, der eine Frau ins Krankenhaus gebracht hat, weil sie Informantin für Batman gespielt hat. Dann tötet er den plastischen Chirurgen Ekhart, der Ternion das Gesicht operiert hat, aber ihm nur temporär helfen konnte, weil nun die Fassade zerfällt.

Der ewige Münzwurf

Ich spare mir hier die übliche SPOILER-Warnung, denn mittlerweile dürfte jeder kapiert haben, wer hinter Ternion steckt. Die Geschichte hält damit aber sehr lange, länger als nötig, hinterm Berg, selbst als das zweite Kapitel schon den Schurken auf dem Cover hat: Two-Face!

Harvey Dent will also seine Gilda zum zweiten Mal heiraten, wenn auch unter falscher Identität. Aber vorher muss noch Batman dran glauben, denn der kommt ihm immer wieder in die Quere. Doch Batman hat auch die lästige Angewohnheit, Mordanschläge zu überleben, hier etwa Wasserfluten, eine fliegende Granate und ein Feuer. Selbst als Two-Face Batman im Visier eines Gewehres hat, kann er nicht abdrücken, weil er vorher eine Münze werfen muss und das Glück auf Batmans Seite ist. Dann ist da noch das Problem mit dem entstellten Gesicht. Und als könnte es nicht schlimmer kommen, sieht er noch zu, wie Gilda von „Boss“ Maroni entführt wird – dem Mann, der ihn einst entstellt hat und den er zweimal getötet hat.

Zweimal? Ja, denn den ersten Mordversuch hat Maroni überlebt, musste danach aber im Rollstuhl sitzen, dann wurde er zu Anton Karoselle und Two-Face ging durch all die Mühen eines überkomplizierten Plans, um ihn endgültig zu erledigen. Der jetzige Moroni ist natürlich Batman in Gummimaske. Beim Showdown in einem Gerichtsgebäude zeigt ihm Batman einen Film, der ihm die traumatischen Szenen seines Lebens wieder durchleben lässt. Verständlicherweise wird es Gezeichneten zu viel und er will seinen Feind dafür endlich töten. Doch dann sagt Batman tatsächlich schon wieder: Lass die Münze entscheiden! Und Two-Face will es tatsächlich wieder tun! – Wie unzählige Male davor, obwohl er längst eingesehen hat, wie dumm das ist.

Das Klischee wird nur dadurch gebrochen, dass Gilda auftaucht und Harvey ins Gewissen redet. Er solle selbst entscheiden. Schließlich lässt er die Waffe fallen und wird nach Arkham gebracht. Küsschen für Batman, trotz seiner höchst zweifelhaften Methoden.

Bleibt nur noch eine Frage offen: Zuletzt ist Two-Face in den sicheren Tod gesprungen (Batman #314, 1979). Wie hat er das überlebt? Doch darüber fällt kein Wort mehr, als wär’s nie passiert.

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Ein Kommentar

  1. Danke für den Artikel, Lukas! Ich hatte mich schon lange gefragt, wie die story wohl endet, da ich leider nur Batman #328 besitze, und (noch) nicht die #329. Blöd…
    Wie dem auch sei: Gott, ist das alles hier kompliziert! Und alles nur, um es mit dem klassischen Münzen Gedöns enden zu lassen. Herrlich! 😀

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