Hüte mit Potenzial

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DC Comics

Titel: One Hat Madder/Bedtime Stories

Autor/Zeichner: Doug Moench/Don Newton

Erschienen: 1984 (Batman #378-379)


Eigentlich ist der Mad Hatter tot. Gestorben auf der Flucht vor Batman, als er vor einen Zug fiel, nachzulesen in Detective Comics #526 (1983). Ein Jahr später ist er wieder da und erfreut sich bester Gesundheit. Wie das? Er ist gar nicht vom Zug erfasst worden, sondern von der Brücke gefallen und dann auch noch zufällig auf einen Laster, der eine Matratze transportiert hat. Wie gut, dass Batman sich die Mühe gespart hat, nach unten zu schauen.

Jetzt verschickt der Hutmacher einen Hut an Nocturna (Natalia Knight), eine blasse Schurkin (eingeführt in Batman #363, 1983), die Bruce Waynes Geheimnis kennt und ihn hier auch noch um die Adoption von Jason Todd bringt. (Sie wäre mal einen eigenen Artikel wert.) Der Hatter will mit dem Hut ihr Wissen abschöpfen und herausfinden, wo die verschwundene Beute ihres Geliebten Anton Knight ist.

Als Batman nach Anton Knight sucht und dabei Natalias Penthouse betritt, erwischt der den Hatter auf frischer Tat. Der Schurke macht Nocturna dann zur willenlosen Mordwaffe. Batman muss sich gegen ihren messerscharfen Gürtel wehren, während Robin den Hatter jagt und von dessen Affen angegriffen wird. Schließlich kann Batman Nocturna mit einem Kissen überwältigen und Robin deaktiviert den Hut, weil der Hatter netterweise seinen Computerkoffer dagelassen hat.

Mad Hatters Zombies

Bei der Revanche im zweiten Teil will der Hutmacher dann einfach nur Rache. Er stattet mehrere Hüte mit Gedankenkontrollbändern aus und verteilt sie an einige Männer, die in einer alten Pharmafabrik Arbeit suchen. Die Hüte setzen das (angeblich) ungenutzte Potenzial des Gehirns frei und damit auch des Körpers: Die Menschen werden dadurch paradoxerweise zwar zu willenlosen Sklaven, entwickeln aber Superkräfte, können etwa mit Schornsteinen um sich werfen. (Damit wird weiter der Zehn-Prozent-Mythos gepflegt.)

Lucius Fox knackt den Code von Hatters Computer und findet heraus, wo sich der Schurke aufhält. Batman schnappt sich dann Robin (aus Nocturnas Obhut) und tappt mit ihm nach altem Brauch in die Falle. Zuerst jagt der Schurke seine Hut-Zombies auf das Dynamische Duo und falls die versagen, will er die Fabrik in die Luft jagen. (Warum dann nicht gleich so?) Die Super-Zombies loszuwerden ist einfach: Man muss ihnen nur die Hüte vom Kopf schlagen. Vor der Explosion bewahrt sie Nocturna, die als Deus ex machina den Hatter außer Gefecht setzt.

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Nocturna und Mad Hatter. (DC Comics)

So, jetzt aber ab nach Hause, Jason. Morgen ist wieder Schule, sagt Nocturna. Sehr vernünftig. Haben wir das je von Batman gehört?

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3 Kommentare

  1. Also nimm’s mir bitte nicht übel Lukas, aber immer, wenn ich „das dynamische Duo“ höre oder lese, fühle ich mich an diese schreckliche alte TV Serie mit Adam West erinnert…*grusel*
    Das mit dem Laster, der zufällig eine Matratze transportiert, hätte übrigens eins zu eins aus jener grauenhaft gruselig gehirndurchfälligen TV Serie stammen können, die hatten damals auch immer so bescheuerte „Einfälle“. Aber sei’s drum. Danke für diesen weiteren, lesenswerten und aufschlussreichen Ausflug in die Comic Auftritte des Hatters. Wie du ja vielleicht noch ganz dunkel weißt, ist Jarvis Tetch einer meiner liebsten Batman Schurken und dank deiner Artikel musste ich mal wieder erfahren, dass ich gar nicht so viel über ihn weiß, wie ich dachte, dass ich wusste…naja du weißt wie ich es mein. Ich bin nun einmal mit der „Batman the Animated Series“ aufgewachsen und wenn man damit als Kind groß wird und erst viel später zu den U.S. Comics stößt, dann ist einem manchmal gar nicht so sehr bewusst, dass die origins für die Animated Series damals doch teilweise sehr abgewandelt bzw vereinfacht wurden. Hab mir erst neulich Abend wieder „Mad as a Hatter“ angeschaut, eine meiner Lieblingsfolgen (welche Überraschung, gelle?)
    Danke für diese kleine Zeitreise Lukas! Übrigens wäre Nocturna tatsächlich mal einen eigenen Artikel wert, kann ich nur beipflichten.

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Mario, ich finde die Serie aus den 60ern ja großartig. Sie ist wunderbar absurd und auch als Parodie auf die alten Comics herrlich. Wenn man sich mit der Machart abgefunden hat, kann man viel Spaß dabei haben. 🙂 „Mad as a Hatter“ habe ich neulich auch gesehen, eine wirklich gute Folge, auch weil sie die Figur erstmals ernst nimmt. In zwei Wochen gibt es einen Artikel dazu und zu den anderen Hatter-Folgen bei BTAS.

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