Keilerei der großen Drei

DC Comics

DC ComicsTitel: Trinity War

Autor/Zeichner: Geoff Johns, Jeff Lemire/Ivan Reis, Doug Mahnke, Mikel Janin

Erschienen: 2013 (Justice League #22–23, Justice League of America #6–7, Justice League Dark #22–23, Constantine #5, Trinity of Sin: Pandora #1–3, Trinity of Sin: The Phantom Stranger #11) Paperback 2014; dt. Justice League #21-23 (2014), Paperbacks 2015 (2 Bände)


 „… nie war die Gefahr größer als jetzt.“ (Phantom Stranger)

Unsere heutige Besprechung ist zur Abwechslung mal im Heinrich-von-Kleist-Stil abgefasst. Freunde der schlichten Syntax bitten wir um Nachsicht.

Billy Batson, der Knabe, der sich dank eines Zaubers in den erwachsenen Superhelden Shazam (einst als Captain Marvel bekannt) verwandeln kann, will, nachdem sein Erzfeind Black Adam im Kampf zu Staub zerfallen ist, um dem Gegner die Letzte Ehre erweisen, dessen sterbliche Überreste in der Wüste des Schurkenstaates Kahndaq verstreuen, wird aber, da sein Auftritt einen bilateralen Konflikt heraufbeschwören könnte, von Superman und der Justice League an seinem Vorhaben gehindert, was wiederum dazu führt, dass die Justice League of America, eine von Amanda Waller rekrutierte Superheldengruppe, die den Zweck hat, die Justice League zu überwachen, ebenfalls in Kahndaq auftritt, um die Helden, die mit ihrer Präsenz den Frieden gefährden, hinauszugeleiten; doch weil Superman plötzlich die Kontrolle über seinen Hitzeblick verliert und dabei Doctor Light tötet, einen Helden, der nur der JLA beigetreten war, damit sie ihn vor dem Fluch erlöst, wegen seiner Kräfte im Dunkeln sitzen zu müssen, beschwört das einen Kampf zwischen den Heldengruppen herauf, nach dessen unentschiedenem Ende sich Superman in Gefangenschaft begibt, um zu erfahren, was ihn entfesselt hat und woran er krankt.

In der Zwischenzeit macht sich Wonder Woman, die nach einer Affäre mit Steve Trevor, dem Entdecker der Amazonen-Insel und Mitglied der Superhelden-Überwachungstruppe Argus, auf die Suche nach Pandora, einer Gestalt aus der griechischen Mythologie, die seit dem Öffnen einer bestimmten Büchse, die das Böse in die Welt entlassen hat, von den Göttern als Bestandteil der Dreifaltigkeit der Sünde verdammt ist, und nun – nachdem sie die Büchse von Argus gestohlen hat – damit durch die Welt zieht, um sich von ihrem Fluch zu befreien … äh, jetzt habe ich den Faden verloren ……. Jetzt hab ich’s wieder: Wonder Woman sucht also nach Pandora, weil diese Superman, wegen seiner gemutmaßten Reinheit, die Büchse hat berühren lassen, jedoch ohne das gewünschte Ziel, die Lösung ihres Fluchs, zu erreichen, und weil sie, Wonder Woman, von Hephaistos, dem Götterschmied, erfährt, dass die Büchse nicht von den Göttern stammt, sondern ihre Magie aus unbekannter Quelle bezieht, sucht sie, Wonder Woman, Hilfe bei der dritten, mystischen Justice League, der Justice League Dark. Es kommt zu Meinungsverschiedenheiten bei der Vorgehensweise.

Allerhand passiert parallel: Phantom Stranger befragt Dr. Lights Leiche – ohne Erfolg, Martian Manhunter befragt Dr. Psycho – ohne Erfolg, daraufhin fliegt das Argus-Hauptquartier in die Luft. Beim Versuch, die Büchse an Lex Luthor zu übergeben, fällt die Büchse in die Hände von Wonder Woman, die daraufhin vom Bösen befallen wird, Shazam nimmt ihr die Bürde ab und wird selbst böse (wodurch er wiederum sehr Black Adam ähnelt), als sich Frankenstein die Büchse krallt, wird er angegriffen von allen anderen, Batman erweist sich dabei als reinste aller Seelen, bis die Zauberin Zatanna in ihren Besitz gerät und von ihrer Macht übermannt wird, und schließlich endet der Kampf, als Constantine, der immun ist gegen die bösen Mächte, sich das Gefäß greift.

Am Ende kommt es in Griechenland, als wäre das Land nicht schon krisengeplagt genug, zum großen Dreifaltigkeitskrieg um die Büchse, bei dem sich Helden als Verräter herausstellen, eine groß angelegte Verschwörung offenbart wird und Superman ein Kulturdenkmal zerstört, indem er eine antike Tempelsäule als Waffe zweckentfremdet, und wie sich herausstellt, dient das alles nur dem narrativen Zweck, eine andere Superschlacht vorzubereiten, jene, die als Forever Evil bekannt ist.

Leser der gepflegten Unterhaltung werden bei diesem Heldenepos jeglichen Tiefgang, ergründete Charaktere und Übersichtlichkeit vermissen. Freunde der bildenden Künste dürften sich über die vielen Splash Pages freuen, allein im Schlusskapitel gibt es drei einfache und vier doppelte davon. Unbedarften Erstlesern in Deutschland dürfte die Rezeption zusätzlich erschwert worden sein, weil in der Justice League-Serie bloß die sechs Hauptteile der Geschichte enthalten, aber die Tie-Ins in Sonderbänden verstreut waren, und der Prolog mit deutlichem Abstand bereits in Justice League #8 erzählt wurde, doch immerhin hat Panini im März 2015 einen ersten Sammelband herausgebracht, der den Makel wiedergutmacht, im Mai soll der zweite erscheinen. Leser, die des Englischen mächtig sind, kommen mit dem einen US-amerikanischen Paperback günstiger weg.

Sollte man Trinity War lesen? Nur, wenn man Forever Evil lesen und auch ganz verstehen möchte.

Fortsetzung folgt.

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