Arkham gegen Blackgate

Cover von Mike Mignola und Kyle Baker (DC Comics)

Titel: Madmen Across the Water

Autor/Zeichner: Alan Grant/Tim Sale

Erschienen: 1994 (Showcase 94 #3-4), Paperback 2007 (Tales of the Batman: Tim Sale)


Nach Banes Angriff auf Arkham Asylum wird die Anstalt saniert. In der Zwischenzeit kommen die Insassen im Gefängnis von Blackgate unter. Gouverneur Zehrhard (der Gefängnisleiter) ist nicht erfreut, er hält nicht viel von Spinnern. Und anscheinend auch nicht von Sicherheitsmaßnahmen, denn die gefährlichsten Psychos von Gotham dürfen sich auf dem Gelände frei bewegen – sogar der Massenmörder Zsasz, der in Arkham bisher nur in Zwangsjacke gehalten wurde.

Und so geht alles schief, was schief gehen kann. Die Freiheiten für Arkham-Insassen werden immer mehr eingeschränkt. Da kommt Jeremiah Arkham die Idee: Wie wäre es mit einem Wettbewerb zwischen den Verrückten und den „normalen“ Verbrechern – und zwar beim Softball? So können die Arkhamites nicht nur ihre Privilegien zurückgewinnen, sondern sich auch als Teamplayer beweisen. – Doch natürlich endet das Spiel im Chaos …

Man sollte diese Story nicht zu ernst nehmen, denn hier geht es vor allem um schrägen Spaß. Es dauert lange, bis das Spiel losgeht, und es endet zu schnell, am Ende verliert sich jeder Sinn, aber es geht bloß um eine Reihe von Absurditäten. Two-Face muss erst eine Münze werfen, bevor er einen Ball fängt, Firefly nimmt seine Flügel zur Hilfe (fragt sich nur, warum er die tragen darf und warum er nicht damit abhaut), Poison Ivy betört durch weibliche Reize usw.

Das Absurdeste ist aber, wie der Gouverneur als Trainer die Mannschaft von Blackgate motiviert, indem er sie „respectable criminals“ nennt, die bloß ihre Schuld an der Gesellschaft beglichen, während die Irren bloß faul und feige seien, zu ihren Verbrechen zu stehen. Von da an sollen sie für die Ehre des Knastes kämpfen, der sie festhält, was sie dann voller Inbrunst tun – verkehrte Welt.

Von daher ist es perfekt, dass ausgerechnet Zeichner Tim Sale (1956-2022) für diese Story ausgewählt wurde. Seine karikaturenhaften Darstellungen geben der Handlung den nötigen Dreh. Es herrscht noch nicht sein typischer Minimalismus vor, aber erste Anklänge an seinen Noir-Stil sind auch hier vorhanden. Es ist vielleicht nicht sein größter Wurf, doch Tim-Sale-Fans können sich trotzdem daran erfreuen.

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