Wendepunkte einer Freundschaft

James Gordon (Teil 2)

DC Comics

DC Comics

Titel: Turning Points

Autor/Zeichner: Ed Brubaker, Chuck Dixon, Greg Rucka/Steve Lieber, Joe Giella, Dick Giordano, Brent Anderson, Paul Pope

Erschienen: 2001 (Mini-Serie #1-5, Paperback 2007)


„Everyone needs a friend.“ (Batman)

Batman und Gordon – die beiden gehören von Anfang an zusammen. Nicht nur historisch. Year One beginnt damit, dass beide gleichzeitig in Gotham ankommen. Im Laufe der Geschichte werden aus Gegnern Verbündete, spätestens als Batman Gordons Sohn rettet. Doch weil der Gesetzeshüter und der Vigilant einen Pakt jenseits der Regeln haben, kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen den beiden. Gordons Konflikt ist stets geprägt davon, zerrissen zu sein zwischen Gesetzestreue und Illegalität.

Davon handelt Turning Points. Die Mini-Serie dient als Vorbereitung der Storyline Officer Down. Es werden fünf Episoden aus der gemeinsamen Vergangenheit beleuchtet. Verbunden sind sie bloß durch die Figuren und eine rahmende Handlung in der ersten und in der letzten Story. Die erste spielt kurz nach Year One: Gordon hat mal wieder den Termin bei der Eheberatung versäumt, Barbara ist mit dem Sohn nach Chicago zurückgezogen und hat ihrem Mann nur die Scheidungspapiere dagelassen. Kurz darauf muss sich Gordon um einen Irren kümmern, der in einer Kirche ein zu vermählendes Paar bedroht. Batman greift ein und rettet die Geiseln unblutig. Für ihn ist es eine Bewährungsprobe, weil er, wie er sagt, Gordons Segen haben will. Am Ende sprechen sie über Freundschaft. Gordon regt sich darüber auf, dass diese Freundschaft sehr einseitig sei. Aber Batman versichert ihm, dass sie mehr verbindet, als Gordon denkt.

In der zweiten Episode steht die Robin-Frage im Vordergrund, die Gordon auch in Robin: Year One aufwirft: Wie kann Batman bloß so fahrlässig handeln, indem er ein Kind in seinen Kampf mit hineinzieht? Batman rechtfertigt sein Vorgehen, indem er die Rekrutierung als Erziehung und Prävention begreift, damit Robin nicht ganz verloren geht. Daneben sehen wir, wie Robin Mr. Freeze bekämpft – allerdings in einer anderen Version als in Robins Year One.

Um den Verlust von Robin II (Jason Todd) und Barbaras Lähmung geht es in der dritten Erzählung. Batman operiert wieder allein – auch ohne Gordon -, versucht seinen eigenen Mythos als Schattenkrieger wieder aufzubauen und fragt sich, ob nicht er selbst verantwortlich dafür sei, dass aus Schurken irre Superschurken werden. Gordon bestreitet das und erklärt ihm, dass es keine Rolle spiele, denn da der Geist aus der Flasche sei, müsse sich Batman auch darum kümmern. Eine weitere Standpauke bekommt er von Barbara: sie bewegt ihn dazu, wieder mit Gordon zusammenzuarbeiten. Dass Batman am Ende aber vor dem Polizeichef salutiert, wäre aber nicht nötig gewesen.

Die übrigen beiden lassen sich kurz abhandeln: Nummer vier spielt nach dem Knightfall, genauer gesagt nach dem Rückgratbruch durch Bane: Gordon ist von einem neuen Batman (Jean-Paul Valley) irritiert, der brutal gegen seine Gegner vorgeht. Schließlich beschließt Gordon, Batman, den er immer noch für seinen Freund hält, auszuschalten. Die letzte Episode spielt nach dem Tod von Gordons zweiter Frau Sarah (am Ende des Niemandslands) und knüpft an die erste Story an: der Irre vom Anfang bedankt sich für den Einsatz der beiden, sodass sie erkennen, dass ihr Kampf nicht vergeblich ist.

Muss man Turning Points gelesen haben? Nein. Bis auf die Episoden eins und drei bietet der Band nichts Bedeutendes. Die Konflikte der Freundschaft wurden anderswo schon zu Genüge vertieft. Die erste Story ergänzt Year One um eine immerhin gut erzählte Anekdote, die dritte ist wegen der Selbstzweifel der Figuren interessant. Auch visuell gibt der Band wenig her: Die Zeichnungen sind unterdurchschnittlich (Paul Pope ist furchtbar), allein die Seiten von Steve Lieber (Story 1) und Brent Anderson (Story 4) heben das Niveau. Turning Points ist ein durchwachsenes Lesevergnügen.

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