Batman und das Reptil

DC Comics

Titel: Batman Reptilian (dt. Das Reptil)

Autor/Zeichner:  Garth Ennis/Liam Sharp

Erschienen: 2021 (Miniserie #1-6), Hardcover 2022


Ein Monster läuft in Gotham frei herum. Ein Schwergewichtsboxer, der beschuldigt wird, eine Frau geschlagen und vergewaltigt zu haben, wurde freigesprochen. Batman taucht vor dem Gerichtsgebäude auf und nennt ihn einen Feigling. Der Boxer langt zu, Batman nimmt das zum Anlass für Notwehr. Dann aber werden Tote aufgewunden, bestialisch abgeschlachtet von einer ganz anderen Bestie. Nach und nach müssen auch Batman’s Erzschurken dran glauben. Als letztes bleiben Joker und Killer Croc übrig. Doch Croc selbst ist nicht das Monster – er hat es aber selbst hervorgebracht …

ACHTUNG SPOILER!

Was dann passiert, ist bizarr, grotesk und absurd zugleich. Killer Croc hat ein reptilienhaftes Monster mit vielen Augen und Flügeln gebärt – und zwar aus sich selbst heraus. Er ist darüber genauso erstaunt wie wir. Da er einst bei einer Versammlung der Rogue’s Gallery war und Pheromone ausgestoßen hat, hat das Monster all diese Schurken aufgesucht, bevor es zurück zur Mutter kehrte. Batman stellt sich dann die Frage, ob Croc säugen kann oder doch eher als Geschlechtspartner für sein eigenes Kind infrage kommt.

Diese Story von Garth Ennis (The Boys, Preacher) erinnert an die Filme der Alien-Reihe und andere Body-Horror-Filme. Es wird auf Ekel und abseitigen Humor gesetzt. Batman hat einige ironische Kommentare beizutragen. Inszeniert wird es von Liam Sharp in furchterregenden und ultradüsteren Gemälden, die sehr an Dave McKean (Arkham Asylum) erinnern. Die Farbgebung wirkt psychedelisch, die Schurken sind ins Surreale übersteigert, alles liegt wie hinter einem Nebelschleier, viele Seiten sind so zappenduster, dass man fast nichts erkennen kann. Das ist in drastischen Szenen auch ganz gut – das Gemetzel wird ausgespart.

Diese krasse Bildsprache passt zwar zur Story und bereichert sie mit einer einzigartigen Stimmung, kaschiert aber auch, wie dünn sie inhaltlich ist. Viele Seiten sind geradezu verschwenderisch gestaltet, was meist ein Zeichen dafür ist, dass es nicht viel zu erzählen gibt und die Geschichte gestreckt werden muss. Tatsächlich enttäuscht sie vor allem gegen Ende hin. Nach dem ambitionierten Auftakt, in dem es um einen Justizirrtum und Gewalt gegen Frauen geht, wird es dann thematisch hohl. Die Absurdität der Monster-Story scheint auch Batman mehr zu belustigen als zu erschüttern. Kein Grund also auch für uns, das Ganze ernst zu nehmen.

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2 Kommentare

  1. Danke für die review, Lukas. Hat mich mein Riecher also nicht getäuscht, als ich meinte ich müsse erstmal abwarten, was das Batman Projekt hierzu sagt, ehe ich erwäge auch nur einen cent dafür auszugeben. Das klingt für mich tatsächlich nach etwas, das ich nicht gelesen und schon gar nicht gekauft haben muss. Danke für dein Opfer 😉

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