Dem Katzenweib geht’s an den Leib

Titel: Catwoman – Guardian of Gotham (dt. Catwoman – Die dunkle Ritterin)

Autor/Zeichner: Doug Moench/Jim Balent

Erschienen: 1999 (Mini-Serie #1-2), dt. Dino Verlag 2000 (Batman Sonderband 7)


„… ich kriege immer meinen Mann.“ (Catwoman)

Was wäre, wenn Catwoman die Beschützerin von Gotham wäre und Batman ihr Erzfeind? Dann wäre wohl alles mehr oder weniger so wie sonst auch im Batman-Universum, nur eben andersrum. Aber vor allem wäre alles um einiges mehr sexy und voller Katzen. So könnte man die Antwort zusammenfassen, die Doug Moench und Jim Balent für dieses Elseworlds-Szenario gefunden haben.

Selina Kyle kämpft gegen den Joker, Killer Croc und Two-Face, bis ein gewisser Batman auftaucht und alle Schurken mit seinen überdimensionierten Batarangs umlegt. Warum? Weil er’s kann. Und weil er böse ist. Abgrundtief böse. Und damit daran auch kein Zweifel besteht, sind selbst seine Fledermausohren gezackt und seine Augen rot. Als er entdeckt, dass Selina Kyle Catwoman ist, entwirft er einen teuflischen Plan: Er verführt Selina als Bruce Wayne, um sie später zu ermorden und zu beerben. Gesagt, getan. Schon nach ein paar Tagen heiratet Selina Bruce Wayne – obwohl er ihr nicht einmal verraten will, was er eigentlich nachts treibt. Und sie schöpft auch keinen Verdacht. So nimmt der Unfug seinen Lauf. Bis hin zu solchen Sätzen wie: „Er ist wahnsinnig … hat den eigenen Handschuh abgeschnitten, damit ich in den Tod stürze …“

Die hanebüchene, erzwungene Story ist aber nur die halbe Katastrophe. Der Rest ist himmelschreiender Sexismus. Zwar gehören überproportionierte Frauen- und Männerkörper zu Superheldencomics dazu und wegen nackter Haut und Kurven gleich #Aufschrei zu rufen, ist meistens unangemessen. Aber hier wirkt alles so übertrieben wie in einem Porno: Die Frauen haben nicht nur alle perfekte Übermaße und Ballonbrüste, sie sind auch meistens nur leicht bekleidet und räkeln sich auch ständig in sexy Posen, die man bloß als eindeutige Aufforderung verstehen kann. Gipfel der Lächerlichkeit ist Selinas Haushälterin Brooks, die in ihrem knappen Röckchen, dem Häubchen und der Netzstrumpfhose wirkt, als hätte sie sich bei Beate Uhse eingekleidet. (Gleiches gilt auch für die Two-Face-Braut.) Allerdings ist der Comic wie immer so prüde, dass man keinen Sex zu sehen bekommt.

Wenn nicht gerade Brüste und Hintern rausgestreckt werden, laufen bestimmt ein paar Katzen durchs Bild. Selina hat mit ihren Eltern zuletzt einen Katzenfilm geschaut, in Kyle Manor leben unzählige Katzen, hängt überall Katzenkunst und selbst auf den Kaffeetassen sind Katzen drauf. Man stelle sich mal das Gleiche mit Fledermäusen und Bruce Wayne vor – dann wäre es nicht so weit her mit der Geheimidentität …

Man könnte sich über diesen Schwachsinn köstlich amüsieren, wenn die Story sich selbst nur nicht so bierernst nehmen würde. So bleibt nur Entsetzen zurück.

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