Dan Brereton

Legends of the Dark Knight: Playground

DC Comics

Autor/Zeichner: James Robinson/Dan Brereton

Erschienen: 1999 (Legends of the Dark Knight #114)


Auf der Suche nach dem Profikiller Rhodes, der für die Mafia tötet, kommt Batman nach Chicago – in eine fremde Stadt, in der er sich nicht auskennt. Ein großer Nachteil. Batman ist gerade mal anderthalb Jahre im Geschäft und fängt sich auch gleich eine Kugel in den Bauch ein.

Er sucht Hilfe, kommt zu einem alten weisen Mann, der sich Voltaire nennt, und nichts als kluge Sprüche klopft. Der schickt ihn zu der Königin der Flöhe. Dann schlitzt ihn der Mörder noch mehr auf. Ein ehemaliger Polizist, der nun obdachlos ist, hilft ihm auch nicht weiter. Mit Mühe schleppt Batman sich zu der Frau, die ihn verarztet und ihm das Leben rettet.

Kaum ist er da raus, wird er wieder von Rhodes beschossen. In einem Obdachlosenlager kommt es zum Showdown. Batman ist alles andere als auf der Höhe. Rhodes nimmt ein Kind als Geisel, da gehen die Obdachlosen auf ihn los, sodass Batman nur noch einen Schlag zu landen braucht.

Von da an beschließt er, etwas für die zu tun, die von der Gesellschaft vernachlässigt und vergessen wurden. Denn auch Gleichtgültigkeit ist ein Verbrechen.

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Thrillkiller: Batman zurück in den 60ern

Batman: Thrillkiller

Titel: Thrillkiller/Thrillkiller ’62

Autor/Zeichner: Howard Chaykin/Dan Brereton

Erschienen: 1997/1998 (#1-3, One-shot), dt. Carlsen 1999


Was wäre, wenn … es zuerst Batgirl und Robin gegeben hätte, Bruce Wayne nur Detective bei der Polizei wäre und der Joker eine Frau? Davon geht Thrillkiller aus. Die vierteilige Elseworlds-Story spielt in den Jahren 1961 bis 1962. Das dynamische Duo mischt „knüppelschwingende Bullen“ auf, die gegen Studentenproteste vorgehen, legen sich aber auch mit der Unterwelt und korrupten an – wogegen aber Papa Gordon bei der Polizei vorgehen muss.

Wir sehen, wie Bruce Wayne zu Batman wird, einer ambigen moralisierenden Figur, die einerseits protestierende Studenten in die Bibliothek verdonnert und andererseits der Polizei den Rat gibt, sich nicht wie die Gestapo zu verhalten. Das war’s aber auch schon in Sachen Charaktertiefe. Robin, der eine bemüht europäische Herkunft erhält („Richard Graustark“?!), wird zum größten Waschlappen der Story; einzig sein Kostüm mit der College-Jacke überzeugt. Dass Barbara Gordon zur Batgirl geworden ist, nachdem sie ihre Mutter in einer fledermausförmigen Blutlache hat sterben sehen, wirkt ebenso konstruiert wie die Erklärung, warum sie Wayne Manor bewohnen darf.

Bei Elseworlds-Geschichten geht es um Verschiebungen. Doch mehr als eine Rochade bietet Thrillkiller nicht. Die Story bleibt flach, konzentriert sich eher auf Liebeleien zwischen den Hauptcharakteren und wird durch sprunghaftes, allzu übereiltes Erzählen nicht besser. Einige Motive der Figuren bleiben unklar, wie etwa warum Batgirl ihr Kostüm ablegt, aber dann zu Robin wird oder warum „Harley Quinn“ eine Mörderin ist. Der blumige Stil der Erzählstimme nervt, die melodramatischen Dialoge heben das Niveau nicht über den Durchschnitt. Die unbeholfene deutsche Übersetzung tut dem Text keinen Gefallen.

Das größte Plus sind die gemalten Panels von Dan Brereton, der sich eines knallbunten, expressionischen Stils bedient. Allerdings wirken seine Figuren oft steif und gleichförmig. Die Gesichter der Figuren sind so ähnlich (Stichwort: Schmollmünder), dass sie meist nur an ihren Haaren oder ihrer Kleidung zu unterscheiden sind. Bei Frauen scheinen nur Oberweite und Dekolleté zu zählen. Naja, immerhin ein paar Hingucker …

Dafür hätte es den Sprung in die 60er wirklich nicht gebraucht.

(Übrigens verließ Elvis die Army bereits 1960 und nicht, wie behauptet wird, 1961.)

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics