Bill Sienkiewicz

Detective Comics Vol. 2: Elixir

Cover von Mikel Janin (DC Comics)

Autor/Zeichner: Tom Taylor, Al Ewing/Lee Garbett, Mikel Janin, Bill Sienkiewicz u.a.

Erschienen: 2025 (Detective Comics #1097-1100, Annual 2025), Hardcover/Paperback 2026


Zehn Jugendliche wurden ermordet, um anderen das Leben zu verlängern (siehe Detective Comics Vol. 1: Mercy of the Father). Doch sowohl Batman als auch Harvey Bullock sind überzeugt: Nicht alle Täter wurden gefasst. Richtig, denn dahinter verbirgt sich eine geheime Verbrecherorganisation namens Elixir, die ebenfalls an ewiger Jugend hängt. Bullock ist ihnen bereits in seiner Anfangszeit begegnet, nun wird er während der Ermittlung entführt und Batman muss ihn befreien. Überraschenderweise trifft er dabei auch auf den Pinguin. Ein sonderbares Dynamisches Trio hält Elixir auf.

Das Abenteuer verläuft routiniert und ohne größere Überraschungen. Bullock übersteht Folter, der hartgesottene Schurke knickt ein, sobald ihm Folter angedroht wird. Der Strippenzieher am Ende, der sich „Perpetuam Vitae“ nennt, ist so lächerlich, dass selbst die Helden lachen müssen. Verlängertes Leben wird als Falle ad absurdum geführt. Immerhin ist das Ganze kurzweilig erzählt, mit pfiffigen Dialogen und krachender Action, die von Zeichner Lee Garbett schwungvoll in Szene gesetzt wird. Ansonsten wirken diese drei Kapitel wie ein Lückenfüller bis zur nächsten Pseudo-Jubiläumsausgabe #1100.

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Batman: The Last Halloween

DC Comics

Deutscher Titel: Batman: Das letzte Halloween

Autor/Zeichner: Jeph Loeb/Tim Sale, Eduardo Risso, Klaus Janson, Mark Chiarello, Cliff Chiang, Bill Sienkiewicz, Enrico Marini, Dave Johnson, Becky Cloonan, Chris Samnee, Matteo Scalera

Erschienen: 2021, 2024-2025 (Miniserie #1-10), Hardcover/Paperback 2026; dt. Panini 2025-2026 (2 Bände)


Vor fünf Jahren erschien mit The Long Halloween Special das letzte Werk von Tim Sale, bevor er 2022 leider starb. Es stand für sich als ein kurzer Epilog zu der Saga, die mit The Long Halloween begann und mit Dark Victory fortgesetzt wurde – nicht nur für mich die besten Batman-Comics der 1990er. Erzählt wurde vom Calendar Man, der Gilda Dent entführt, um sich an ihr zu rächen. Two-Face und Batman befreien sie. Doch das Special sollte kein Abschluss, sondern der Beginn einer längeren Story sein. Nun ist sie erschienen, als der Zehnteiler The Last Halloween.

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Batgirl gegen den Joker

DC Comics

Nach The Killing Joke war Batgirl Geschichte. Barbara Gordon wurde zur Hackerin und Informationsdienstleisterin Oracle. Elf Jahre lang war die Rolle der Batgirl nicht besetzt, bis 1999 in No Man’s Land zunächst Helena Bertinelli (Huntress) und später Cassandra Cain das Kostüm übernahmen. Dennoch gab es immer wieder Auftritte von Barbara als Batgirl, etwa bei der Zero Hour (1994) und einigen One-shots.

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Die Rache des Calendar Man

DC Comics

Titel: All the Deadly Days

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Joe Staton, Graham Nolan, Bill Sienkiewicz u.a.

Erschienen: 2000 (Batman 80-Page Giant #3)


„It’s the crime of the new century.“ (Calendar Man)

Im Jahr 2000 widmete sich ein ganzer 80-Page Giant dem Calendar Man (Julian Day). Er enthält zwar nur 70 Comicseiten, aber trotzdem wurde diesem Schurken wohl noch nie so viel Platz eingeräumt. Das Besondere: Jedes der sieben Kapitel wurde von einem anderen Zeichner inszeniert, darunter auch Bill Sienkiewicz, der sonst nur allein acht Seiten für Batman Black and White gezeichnet hat, sonst meist aber als Tuscher auftrat.

Die Geschichte beginnt ganz klassisch, wie eine Golden oder Silver Age Story, mit einem Raubzug auf einer Zeitausstellung, der Calendar Man trägt allerdings sein rot-weißes Kostüm aus den 80ern, seine Handlanger sind nach Monaten gekleidet. Batman und Robin halten ihn auf mit einer riesigen Kuckucksuhr, Julian Day wird zur Haft verurteilt und flippt aus, als er erfährt, dass er frühestens im März 2000 auf Bewährung rauskommt – denn das heißt, er verpasst den Jahrtausendwechsel!

ACHTUNG: SPOILER!

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Coverwahn #6

Zur Abwechslung mal ein paar Pferde: Die nächste Fuhre Variant Cover zu Dark Knight III: The Master Race zeigt unser aller Lieblingshelden als buchstäblich rittlerlich, nämlich reitend. Aaron Lopresti inszeniert das Ganze klassisch heroisch, mit aufbäumendem Gaul und bauschendem Umhang im Vollmond, bei Jason Fabok geben sich Batman und seine Anhänger kämpferisch mit zum Himmel gereckten Fäusten, bei Francis Manapul wird mit Robin und vor rotem Hintergrund geritten, Tony Harris lässt Gotham brennen, Altmeister Bill Sienkiewiczs Cover ist ultradüster und das Pferd erscheint mit seinen roten Augen wie ein Monster, das mit seinem Reiter zu einer Gestalt zu verschmelzen scheint – letzteres ist mein Favorit der Reihe.

>> Weitere Cover-Galerien zu DK III.

James Gordon: Vom Pfadfinder zum Al Capone

James Gordon (Teil 1)

DC Comics

DC Comics

Titel: Gordon of Gotham (Gordon’s Law/GCPD/Gordon of Gotham)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Dennis O’Neil/Klaus Janson, Jim Aparo, Bill Sienkiewicz, Dick Giordano

Erschienen: 2014 (Paperback), Mini-Serien: 1996, 1997, 1998


„I don’t need a knight. I need a street cop.“ (James Gordon)

„You are the police commissioner, James. You’re not supposed to be carrying a gun, let alone working cases.“ (Sarah Essen)

„I wonder sometimes if there are any good cops left. At least enough good ones to make a difference.“ (James Gordon)

James Gordon ist ein guter Polizist in einer schlechten Stadt. Insofern wirkt es widersprüchlich, dass er gemeinsame Sache mit einem Vigilanten wie Batman macht. Wie man in Year One erfährt, ist diese Beziehung nicht immer von Freundschaft geprägt gewesen – und auch später wurde sie immer wieder auf die Probe gestellt. Gordon ist für Batman so etwas wie sein erster Sidekick. Aber einer auf Augenhöhe. Man hilft sich gegenseitig, weil man das Gleiche will. Doch die Methoden sind andere. Und sie ergänzen sich. Batman und Gordon sind auf einander angewiesen: Während Batman einen Fürsprecher in der Welt des Gesetzes braucht, braucht Gordon einen, der die Regeln für ihn bricht. So kriegen beide, was sie wollen.

Doch Gordon kann auch ohne Batman – was aber nicht heißt, dass sich der Polizist immer an die Regeln hält. Deutlich wird das im Band Gordon of Gotham. Darin werden drei Mini-Serien aus den 90ern versammelt, die den Kampf gegen das Verbrechen in Gotham von der Seite der Polizei her zeigen (später wurde das mit der Serie Gotham Central wiederholt). Zwei der Storys konzentrieren sich auf die Titelfigur, während eine von den Nebenfiguren wie Harvey Bullock und Renee Montoya handelt. Der dunkle Ritter tritt hier bloß als Randfigur auf. Eine Batman-Story so ganz ohne Batman geht nicht.

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