Titel: The Warrior in a Wheelchair
Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo
Erschienen: 1971 (The Brave and the Bold #100), Hardcover 2017 (Batman: The Brave and the Bold – The Bronze Age Omnibus Vol. 1), Paperback 2019 (Vol. 2)
Zur ersten Jubiläumsausgabe von The Brave and the Bold gibt es ein großes Team-up mit fünf Helden. Als Batman aus dem Rathaus tritt, wird er angeschossen – die Kugel verfehlt das Herz nur knapp. Er muss dringend operiert werden, um die Kugel zu entfernen, aber der beste Herzchirurg sitzt in der Schweiz und braucht drei Tage. Bis dahin bittet Batman vom Rollstuhl aus seine Freunde um Hilfe, eine Drogenlieferung abzufangen: Robin trommelt Green Arrow, Green Lantern und Black Canary zusammen.
Black Canary? Wozu die denn?, fragt sich Robin, der kleine Chauvi. Aber Batman besteht darauf. Jeder der drei soll einen möglichen Drogenschmuggel aufhalten. Aber warum kann das nicht die Polizei machen?, fragt James Gordon. Das sei doch eigentlich Polizeiaufgabe. Ja, sagt Batman, aber es dürfe nichts schief gehen, sonst fliegt alles auf – so wenig Vertrauen hat er in die Ordnungsmacht. Zu Unrecht.
Green Arrow, Green Lantern, Black Canary
Denn auch bei seinem Team geht alles schief: Green Arrow will bei der Post eine Ladung Pakete überprüfen, da versuchen zwei Tatverdächtige zu türmen und ballern los. der Bogenschütze erschießt einen von ihnen, der andere kann fliehen. Und in den Paketen? Bloß Zucker!
Green Lantern fängt ein Auto am Hafen ab, in dem er Drogen vermutet. Wieder wird auf ihn geschossen, die Verdächtigen fliehen. Das Auto landet im Wasser, er holt es raus – doch darin wieder: keine Drogen. (Hal Jordan denkt nicht mal dran, sie zu verfolgen.)
Schließlich Black Canary. Die hört erstmal nicht den Funkspruch von Robin, weil sie ihre Haare unter der Trockenhaube hat – was dem kleinen Macho erstmal in die Hände spielt, er will den Auftrag selbst übernehmen. Doch er kann nicht. Dinah Lance soll nämlich zu einer Feministinnen-Lesung, bei der nur Frauen zugelassen sind. Sie vermutet Drogen in einer Bücherkiste – doch auch wenn sie von zwei Transvestiten angegriffen wird: Darin stecken tatsächlich nur Bücher.
All das hätte die Polizei auch hingekriegt, wahrscheinlich sogar besser. Die Beamten hätten die Gebäude bzw. Gelände umstellt, die Verdächtigen an der Flucht gehindert und verhört. Aber unsere Helden versagen auf ganzer Linie.
Batman unterm Messer
Als dann endlich Batman operiert wird, stellt sich der Chirurg als der Drogen-Kingpin heraus, der Batman auf dem OP-Tisch erledigen will. Batman erkennt ihn an den Nadeleinstichen im Arm, denn der Gangster ist selbst ein Junkie. Spätestens hier wird die Story unglaubwürdig: Kein ordentlicher Kingpin würde die Drecksarbeit selbst erledigen. Und die Drogen? Die sind in einem Gerät des Arztes versteckt.
Aber das ist uns ja egal, denn Hauptsache ist, dass es Batman am Ende wieder gut geht. Ohne seine Freunde hätte er das nie geschafft, sagt er, aber das ist wohl nur Höflichkeit: Eigentlich waren sie fast nutzlos. Im Finale darf Green Arrow immerhin dem Kingpin das Skalpell aus der Hand schießen. Und Green Lantern fliegt den echten Doktor schnell per Ring-Express ein. Nur Black Canary, die steht zum Schluss wirklich nur in der Gegend herum und nicht mal dekorativ, denn sie ist kaum noch zu sehen.
An den Frauenfiguren muss DC in den 70ern noch arbeiten.

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