Lois Lane wird Catwoman – und Superman eine Katze

Catwoman im Silver Age: Teil 1

DC Comics

Titel: The Catwoman’s Black Magic!/Bad Luck for a Black Super-Cat

Autor/Zeichner: Leo Dorfman/Kurt Schaffenberger

Erschienen: 1966/1967 (Superman’s Girlfriend Lois Lane #70-71)


Zwölf Jahre lang war Catwoman aus den Comics verschwunden. Erst im Jahr 1966 tauchte sie wieder auf, zunächst in der Batman-TV-Serie mit Adam West, schließlich auch in den Comics. Ihr Comeback hatte es in sich. In der Serie Lois Lane bekam sie eine 33-seitige Story, die sich über zwei Ausgaben erstreckte und so ziemlich alles bot, was man sich vorstellen kann – mit haarsträubendem Ergebnis.

Catwoman ist hier mehr Superschurkin als je zuvor. Sie verfügt nicht nur über beträchtliche Mittel, sie ist auch eine fähige Erfinderin: Catwoman schwingt einen Catarang (der noch gefährlicher ist als der Batarang), sie beherrscht Katzen, kann Menschen mit einem Ring hypnotisieren, hat ein neues Kitty-Car mit Autopilot, ihr Geheimversteck (Catacombs) gleicht einer voll ausgestatteten Bathöhle mit Raketen, Bomben und dem Zauberstab der Circe, mit dem sie Männer in Tiere verwandeln kann, sie verfügt über einen Kryptonitkäfig und züchtet außerdem chimärenhafte Großkatzen.

An der Aufzählung kann man bereits erkennen, wie viele wilde Wendungen die Story nimmt. Alles beginnt damit, dass der Pinguin aus dem Knast ausbricht und Lois zu einer Vogelausstellung führt, doch dann werden aus Vögeln Tiger, Panther, Leoparden und Ozelots, Catwoman taucht auf und macht Lois zu einer neuen Catwoman, samt Outfit und Gehirnwäsche. Pinguin will Catwoman heiraten und sich mit ihr ein Verbrechensimperium aufzubauen (vgl. Empress of the Underworld), aber sie lehnt ab. Superman und Batman arbeiten kurz zusammen, um den Pinguin zu schnappen, aber die eigentliche Heldin ist Lois. Clark Kent wird die Kleidung von Großkatzen zerrissen, er fürchtet wieder mal um seine Geheimidentität. Catwoman täuscht ihn, gibt sich als hypnotisierte Lois aus, küsst ihn und lockt ihn in die Falle.

Erst verwandelt sie Superman in eine Katze, dann macht sie Lois zu einer Maus, doch als die Superkatze sie angreift, wacht Lois Lane aus der Bewusstlosigkeit auf: Batman und Robin haben Catwoman und ihre Bande gefasst, nachdem Lois aus Versehen gegen eine Kiste mit Erdbeben verursachenden Bomben gekommen und so auf sich aufmerksam gemacht hat. (Wie bitte?)

Lois versucht, die Katze wieder zu Superman zu verwandeln, doch vergebens. Da erinnert der US-Präsident (der Lyndon B. Johnson sehr ähnlich sieht), dass Superman versprochen hatte, noch eine Raumkapsel vom Mond zurückzuholen. Die Katze fliegt hin und prügelt es zur Erde. Dann bringt Lana Lang die Lösung: Sie hat zufällig eine mumifizierte Katzenpfote gefunden, die ihr einen Wunsch erfüllt und aus der Katze wird wieder Superman.

Wow. Das alles auf 33 Seiten. Und das ist nur die Kurzfassung, ich habe vieles weggelassen. Der Auftakt der Figur ist furios, er bringt alles, was die Figur im Golden Age ausgemacht hat, und treibt es mit Science Fiction und Magie auf die Spitze der Absurdität, wie man sie aus der Batman-TV-Serie kennt. Netter Nebeneffekt: Es passiert so viel, man ist so sehr damit beschäftigt, der Handlung zu folgen, dass man gar nicht erst nach dem Sinn des Ganzen fragt. Denn eigentlich will Catwoman bloß Vögel stehlen, um sie zu verkaufen. Alles andere ist bloß Spektakel als Selbstzweck. Sinn ist hier Nebensache.

>> Liste der Catwoman-Comics

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