Autor/Zeichner: Tom Taylor, Al Ewing/Lee Garbett, Mikel Janin, Bill Sienkiewicz u.a.
Erschienen: 2025 (Detective Comics #1097-1100, Annual 2025), Hardcover/Paperback 2026
Zehn Jugendliche wurden ermordet, um anderen das Leben zu verlängern (siehe Detective Comics Vol. 1: Mercy of the Father). Doch sowohl Batman als auch Harvey Bullock sind überzeugt: Nicht alle Täter wurden gefasst. Richtig, denn dahinter verbirgt sich eine geheime Verbrecherorganisation namens Elixir, die ebenfalls an ewiger Jugend hängt. Bullock ist ihnen bereits in seiner Anfangszeit begegnet, nun wird er während der Ermittlung entführt und Batman muss ihn befreien. Überraschenderweise trifft er dabei auch auf den Pinguin. Ein sonderbares Dynamisches Trio hält Elixir auf.
Das Abenteuer verläuft routiniert und ohne größere Überraschungen. Bullock übersteht Folter, der hartgesottene Schurke knickt ein, sobald ihm Folter angedroht wird. Der Strippenzieher am Ende, der sich „Perpetuam Vitae“ nennt, ist so lächerlich, dass selbst die Helden lachen müssen. Verlängertes Leben wird als Falle ad absurdum geführt. Immerhin ist das Ganze kurzweilig erzählt, mit pfiffigen Dialogen und krachender Action, die von Zeichner Lee Garbett schwungvoll in Szene gesetzt wird. Ansonsten wirken diese drei Kapitel wie ein Lückenfüller bis zur nächsten Pseudo-Jubiläumsausgabe #1100.
Wie man die Welt zerstört
Zuvor gibt es noch ein Annual, in dem Al Ewing (Absolute Green Lantern) uns von einem Mord an einem Milliardär erzählt, bei dem Batman gewarnt wird, ihn besser nicht aufzuklären. Warum? Weil er die Welt vernichten könnte – jedenfalls so, wie wir sie kennen. Ein Physiker hat mittels Quantentheorie quasi die Weltformel geknackt und ein größenwahnsinniger Tech-Bro (Ähnlichkeiten mit realen Personen sind rein zufällig) will sich das zunutze machen, um Gott zu spielen. Batman muss sich gegen ein fliegendes Messerset und einen Magier-Schurken in England zur Wehr setzen, der nichts mit der Story zu tun hat. Die Story ist etwas albern und am Ende trotz der potenziell weltbewegenden Ereignisse wenig eindrucksvoll, abgesehen von einigen expressiven Zeichnungen.
Detective Comics #1100
Den Rest des Bandes bilden Kurzgeschichten. Batman hilft einem nerdigen Jungen dabei, einen Scarecrow-Fall an dessen Schule zu lösen, liefert sich dann ein Motorrad-Rennen mit dem Joker, um dann als Bruce Wayne Charity zu betreiben, und dient später zwei Notärztinnen in einem Krankenhaus als Rechtfertigung für ihre harten Nachtschichten. Ja, wir dürfen uns wieder einmal vergewissern: Batman macht das Leben in Gotham besser!
Das eigentliche Highlight ist aber eine wortlose Story von Tom Taylor, in der Batman einem gehörlosen Jungen einen gestohlenen Mops wiederbeschafft. Hier darf sich Bat-Hound Ace mal wieder nützlich machen. Mikel Janin zeigt mal wieder meisterhaft, dass Comics sehr gut ohne Sprache auskommen – und das tut bei der sonstigen Wortlastigkeit zur Abwechslung ganz gut.
Zum Schluss erzählt Dan Watters davon, wie Batman einen Mann rettet, der sich vom Hochhaus stürzt. Dank Bill Sienkiewiczs grandioser expressionistischer Zeichnungen schaut man sich das gerne an. Der Altmeister scheint gerade ein Revival zu erleben, schon in The Last Halloween hat er ein ganzes Heft füllen dürfen. Super, mehr davon!
Fazit: Ein Band, den man lesen kann, aber nicht muss. Eine kurzweilige routinierte Lektüre mit wenigen echten Highlights der kleinen Form.
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