Titel: DC’s Batman Smells, Robin Laid an Egg
Autoren/Zeichner: diverse
Erschienen: 2024 (One-shot)
Batman stinkt also und Robin hat ein Ei gelegt. Wie konnte es dazu kommen? Zu lange Patrouillien ohne Dusche? Ist Robin zum Vogel mutiert? Und was hat Poison Ivy damit zu tun? Wir erfahren es leider nicht, was auf dem Cover von DCs diesjähriger Weihnachtsanthologie zu sehen ist, denn der Titel ist natürlich der „Jingle Bells“-Variation vom Joker entnommen, die er in der klassischen Batman-TAS-Episode „Christmas With the Joker“ singt.
Stattdessen sehen wir, wie der Joker am Leben verzweifelt und sich wünscht, er wäre nie geboren. Da taucht Robin als Engel ohne Flügel auf, um ihm eine Welt ohne Joker zu zeigen und ihm den Lebenswillen wiederzugeben. Die Story spielt auf den Weihnachtsklassiker „It’s A Wonderful Life“ (dt. Ist das Leben nicht schön?) an, die Adaption kommt allerdings nicht ans Original heran, weil sie schon daran hinkt, dass eine Welt ohne Joker zweifellos eine bessere wäre – allerdings auch eine öde, jedenfalls für den Clown.
Geschmacklos wird es vor allem, wenn der Tod von Bruce Waynes Eltern veralbert wird. Joe Chill, ein Eisverkäufer im Winter, fällt zufällig ein Revolver in die Hände, der die beiden Waynes erschießt, und er findet Gefallen am Mord. Großer Blödsinn, und nicht mal besonders witzig.
Superman, Green Lantern und Bane
Ansonsten sehen wir die Secret Six beim Wichteln („Secret Santa“) und Bane bekommt seinen längst verloren geglaubten Teddybären zurück. (Quizfrage am Rande für die Experten: Wer kann sich noch an den Namen des Stofftiers erinnern? Die Auflösung findet ihr in den Kommentaren.)
Superman fängt plötzlich an zu leuchten (also noch mehr als sonst) und versucht, diesen lästigen Effekt loszuwerden. Dahinter steckt natürlich ein allseits bekannter (und verhasster) Kobold …
Green Lantern John Stewart trifft auf die Frau von Santa Claus, die sich die Geschenke von Toyman klauen lässt. Um sie wiederzubekommen, bietet sie eine Variation des Green-Lantern-Eids da und bekommt ein blaues Kostüm.
John Constantine bekommt Besuch von einer Zombie-Version seiner selbst und muss eine Frau küssen, um sein Leben zu ändern. Natürlich geht es nicht ohne Dämonen. Dabei wird sehr viel gekotzt und auch uns vergeht der Appetit.
Das wahre Highlight ist eine dialoglose Geschichte um den Golden-Age-Helden Doctor Mid-Nite („Silent Nite“). Die Story ist zwar an sich keine Sensation, aber sie ist von Meister Francesco Francavilla in einem schönen Noir-Retro-Stil gezeichnet. Und das Fehlen von Farbe und Geschwätz ist eine willkommene Abwechslung in dieser knallbunten gemischten Tüte. Da weiß man wieder, warum man Comics liebt.
Von diesen Weihnachtsanthologien ist nicht viel zu erwarten, das Meiste ist erfahrungsgemäß sentimental und seicht, so auch hier. Aber irgendwie hätte ich doch lieber eine Story gelesen, in der Batman stinkt und Robin ein Ei legt. Die wäre vielleicht die lustigere gewesen.
