Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Jim Aparo
Erschienen: 2001 (Legends of the Dark Knight #142-145)
Ein ungewöhnliches Team-up: Ra’s al Ghul verbündet sich mit dem Joker. Nachdem es mit Bane nicht geklappt hat, glaubt der Dämon aus irgendeinem Grund, es könnte mit einem unberechenbaren wie unzuverlässigen Killer klappen. Ra’s lässt ihn von Talia und Ubu aus Arkham entführen und dann in seine Festung in der Antarktis bringen. Und wozu das alles? Für das Übliche: um Batman und die Menschheit auszulöschen.
Derweil versucht Batman herauszufinden, was wir schon wissen, nämlich wer den Joker entführt hat. Ra’s hat eine Technik eingesetzt, die auf dem Überwachunsgband nur Talias Gesicht unkenntlich macht. (Warum nicht einfach alles unkenntlich machen? Unklar.) Und obwohl Batman seine Geliebte bereits am Gang erkennt, studiert er weiterhin die Aufnahmen, bis er zufällig ihr Gesicht sieht. Wie gut, dass der Joker ebenfalls Zeit schindet, indem er sich in der Eiseskälte des Südpols eine kleine Verfolgungsjagd mit seinen Entführern liefert …
Zwei Verbrechergenies ohne Plan
Man merkt schon an dieser Story, dass sie nicht Chuck Dixons größter Wurf ist. Bis zum Schluss leuchtet nicht ein, warum ein selbstherrliches Genie wie Ra’s ausgerechnet den Joker um Hilfe bittet, nur um das zu tun, was er bisher auch getan hat. Der Joker erweist sich erst hier als Schach-Genie, aber einen genialen Plan hat er auch nicht. Und nur zufällig weiß der Joker, wo sich ein geheimes Labor für Biowaffen befindet, das mit tödlichen Pilzen herumexperimentiert. Dann lässt ihn Ra’s ungestört daran arbeiten, sodass der Joker den Kampfstoff so manipuliert, dass er bei den Opfern ein Grinsen ins Gesicht zaubert.
Und auch Batman sucht sich Hilfe, nämlich bei seinem ehemaligen Lehrer Henri Ducard. Doch von seinen Detektivskills sieht man auch nicht viel, außer dass er gerne foltert. Batman braucht dadurch zufällig genauso lange wie der Joker für seine tödlichen Pilzsporen.
Am Ende hintergehen sich die Schurken gegenseitig und Batman muss seinen größten Gegner vor dem Tod retten, indem er den Joker in die Lazarusgrube steckt. Der wird dann für kurze Zeit wieder vernünftig. Batman erledigt Ra’s U-Boot mühelos mit zwei kleinen Minen. Zum Schluss gibt es den obligatorischen, aber unnötigen, Schwertkampf, bevor alles in die Luft fliegt – eine sehr einfallslose Geschichte.
Jim Aparo hat Anfang der Nuller-Jahre seine besten Jahre längst hinter sich, wie man an den zuweilen unbeholfenen Zeichnungen sieht. Aufgewertet werden sie jedoch durch die ungewöhnliche Tusche von John Cebollero, der den etwas steifen Figuren mehr Plastizität verleiht. Der Joker wirkt dadurch noch diabolischer, auch wenn er bloß seinen üblichen zynischen Schabernack treibt.

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