Legends of the Dark Knight #100: Robin

DC Comics

Die Serie Legends of the Dark Knight kam acht Jahre lang (fast) ohne Robin aus. Doch manche Fans wünschten sich den Wunderknaben auch da, also hat Redakteur Archie Goodwin sich den für die extradicke Jubiläumsausgabe Nummer 100 (1997) aufgehoben. Zunächst erzählt uns Dennis O’Neil Dick Graysons Werdegang (aus Detective Comics #38) noch einmal neu. Doch neu ist hier eigentlich nur der Look: Dave Taylor zeichnet mit Bleistift, der bloß digital überarbeitet wurde, statt die Seiten zu tuschen. Das verleiht den Zeichnungen einen organischen Touch. Man sollte so etwas öfter machen. (Taylor macht es wieder in Death by Design.)

Batman von Dave Taylor (DC Comics)

Ansonsten sehen wir bloß eine Erklärung, warum ausgerechnet Bruce Wayne im Zirkus ist, als das Unglück an den Flying Graysons geschieht. Dafür wird überhaupt nicht erklärt, wie Batman auf die Rolle des Robin und das grelle Kostüm kommt. Er bietet es Dick einfach an, stellt klar, dass er kein Vater sein und es gefährlich sein werde. Vor allem aber gibt es keine Rechtfertigung dafür oder auch nur ein Hadern, warum er als Vormund das Kind gefährdet, das er eigentlich beschützen soll. Es ist schwierig, diese damals schon fast 60 Jahre alte Story frisch zu interpretieren, aber das hier ist allzu routiniert und uninspiriert.

Zehn Seiten werden dann Robin II, Jason Todd gewidmet. Hier erzählt James Robinson noch einmal die Szene nach, als Jason Batmans Reifen gestohlen hat. Aber nur mit Worten, wir sehen nichts davon. Die Story bleibt oberflächlich bis zum Ende, als Jason ins Robin-Kostüm steigt. Doch der Twist: Das ist nicht das Ende. Wenn man weiterblättert, liegt der tote Junge in Batmans Armen (siehe A Death in the Family). Auch hier wird der Joker im Bild ausgespart, dafür aber ist der Schock umso größer – auch wenn man die Story bereits kennt. Lee Weeks inszeniert das mit seinem gewohnt souveränem, reduzierten Stil, aber man hätte sich mehr Schauwerte für ihn gewünscht statt dieser Wortlastigkeit.

Batman und Robin (Jason Todd) von Lee Weeks. (DC Comics)

Der Rest des Heftes ist gefüllt mit Pin-ups verschiedener Künstler wie Frank Miller, der etwa Carrie Kelley zeichnet. Doch die meisten dieser Seiten zeigen keine Robins, sondern andere Figuren, mit denen Batman zusammengearbeitet hat, wie etwa Catwoman, Manhunter, Azrael und Ragman. Das soll mehr Abwechslung reinbringen, bricht aber mit dem Thema des Heftes. Hier hätte ich mir mehr Konsequenz gewünscht. Aber dafür entschädigt das tolle Cover von Alex Ross, der uns die ikonische Schwurszene zwischen Batman und Robin im Kerzenlicht malt.

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