Autor/Zeichner: Alan Grant/Quique Alcatena
Erschienen: 1997 (Legends of the Dark Knight #89-90), Paperback 2009 (Batman: Monsters; enthält auch Werewolf und Infected)
„I’m like clay in his hands.“
Batman hat noch kein Batmobil, er muss von Alfred vom nächtlichen Einsatz abgeholt werden. Doch unser junger Dunkler Ritter kann kaum noch laufen: Blutend und geschunden liegt er in er in einer vermüllten Gasse – verwundet von seinem ersten Kampf mit Clayface.
Clayface ist hier Matt Hagen, ein Gauner, der andere Gauner um ein paar Diamanten erleichtert hat. Die Bande von Boss Xylas ist hinter ihm her, auf der Flucht ist er in eine Höhle getaucht und hat dort ein Bad in einem geheimnisvollen Schlammbad genommen – dadurch wurde er zum Schlammmonster auf Zeit. Größenwahnsinnig will er nun zum Superverbrecher werden. Er geht über Leichen, einem Gauner hat er den Kopf zerdrückt. Batman ist gerade so mit dem Leben davongekommen.
Nun hat Bruce Wayne mit eigenen Dämonen zu kämpfen. Todesangst treibt ihn um, verfolgt ihn in den Schlaf, er will sein Testament machen. Doch dann ringt er sich dazu durch, Clayface aufzuhalten. „How will you defeat it next time you meet?“, fragt Alfred. Bruce darauf nur: „Yes.“
Clayface hinterlässt Eindruck
Alan Grant erzählt eine moderne wie interessante Neuinterpretation der ersten Clayface-II-Storys (Detective Comics #298, 1961 und Detective Comics #304, 1962), in der er eine Liebhaberin hinzufügt, wodurch das Ganze zu einer Variation des Themas Die Schöne und das Biest wird. Nur das platte Wortspiel „I’m like clay in his hands“ möchte man dem Autor nicht verzeihen. Doch viel wichtiger: Grant zeigt hier glaubwürdig, dass eine Begegnung mit einem solchen Monster auch seelisch nicht spurlos an Batman vorübergeht. Clayface ist, auch wenn ihn bloß Gier antreibt, eben kein gewöhnlicher Schurke, sondern eine Übermacht, gegen die ein Normalsterblicher fast keine Chance hat. Diesen Schock macht die Story greifbar.
Dazu findet Quique Alcatena (Leatherwing, Wings, The Batman of Arkham) eine eindrucksvolle Bildsprache. Sein detailreicher und lebendiger Zeichenstil lässt besonders Clayface plastisch werden und ungeheuerlich wirken. Alcatena ist aber auch ein Meister des Ausdrucks und der Dramatik, bringt viel Variation in die Panels und macht jede Seite zur Augenweide. Allein dafür lohnt es sich schon, diesen Zweiteiler zu lesen.

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