Nach dem großen Erfolg der ersten Batman-Auftritte in Detective Comics folgte 1940 eine Serie, die allein Batman (und Robin) gewidmet war. Anders als die Anthologieserie trug sie den Hauptcharakter im Titel. Das Logo zeigte einen Batman-Kopf und einem Campe, das ausgebreiteten Flügeln gleicht, darauf ist der Schriftzug „BAT MAN“ zu sehen. Zum ersten Mal tauchte dieses Logo schon in Detective Comics #31 auf, entworfen wurde es von Jerry Robinson, dem Co-Schöpfer des Jokers. Für die erste Batman-Ausgabe wurde die Schrift vergrößert und wechselte von gelb-rot zu rot. Später wurden auch die langen Ohren gestutzt und das Logo wechselte öfter die Farbe: mal blau, mal rot, mal gelb etc.
Das Logo prägt zum einen Batman als Marke, zum anderen wirkte es sehr kindgerecht und auch verspielt. Die seltsame Worttrennung war anfangs noch mit einem Bindestrich üblich („The Bat-Man“), war damals aber schon aufgegeben worden, im Logo lebte sie lange fort.
Erst in Ausgabe #170 (1965) änderte sich das Logo, der Kopf rutschte nach oben und schaute nun links zur Seite, die Schrift rückte zusammen. Die TV-Serie mit Adam West (1966-1968) benutzte ein Logo, das sich an den alten Comics orientierte, wenn auch mit einer enger zusammenstehenden, dynamischeren Schrift mit sehr exzessiven Serifen. Hier sollte jeder Buchstabe „BATMAN“ schreien.
Doch 1969, als Batman nach 30 Jahren mit den alten Traditionen brach und die Bathöhle verließ (Batman #217), brachte man das alte Logo zurück, wenn auch nur kurz. Das mutet ob der Modernisierung zwar zunächst seltsam an, aber vielleicht sollte es auch bedeuten: Batman kehrt der alten Ära den Rücken.
Einige Ausgaben später, in Batman #220, bekam er dann endlich ein neues Logo, auch wenn es immer noch an das alte erinnerte. Der Schriftzug mochte größer sein und die Fledermaus ausfüllen, die Leerstelle fehlte, der Kopf war kleiner – aber immer noch da – auch wenn später noch der Name Robin dazukam. Bereits 1972 kehrte das Oldschool-Logo wieder zurück: Die Schrift kam klotziger daher, brach aus der Cape-Form aus, aber über ein Jahrzehnt blieb man der Tradition verhaftet.
In den 80ern gab es immer wieder Ausnahmen, verspielte Variationen, die an Will Eisners The Spirit erinnerten, wo die Schrift in ein Bildelement des Covers integriert war. Mit der Jubiläumsausgabe #400 (1986), als man die alte Continuity beendete, war von der Fledermaus nichts mehr übrig, nur noch der klotzige Schriftzug blieb bestehen, gerahmt von einer Farblinie, in Year One kam die geschwungene Silhouette einer Fledermaus in Schwarz hinzu – danach verschwand sie aber wieder und das Logo blieb nüchtern.
Ende der 80er bekam die Schrift Serifen und wurde kursiv, kam also geschmeidiger daher, passend dazu fügte DC wieder eine Fledermausform dran, wieder mit Rechtsdrall, aber die hatte nicht lange Bestand.
Im Jahr 1996 rückte man das Logo wieder gerade, richtete es zentriert aus, die Schrift wurde wieder kantiger und klotziger, aber auch breiter. Vier Jahre später, nach dem Niemandsland und mit dem neuen Jahrtausend, setzte man auf völlige Nüchternheit: Eine schmucklose weiße Schrift auf schwarzem Grund, darunter eine kleine Batman-Maske auf gelbem Grund.
Mit dem Start der Storyline Hush von Jeph Loeb und Jim Lee (Batman #608, 2003) musste wieder ein neues Logo her, wieder bemühte man Batman selbst, ähnlich wie 1965, nur ohne Gesicht und diesmal schaut er nach rechts. Die kursive Schrift rückt näher zusammen. Mit der letzten Ausgabe nach alter Zählung (#713, 2011) verschwand die Fledermaus wieder aus dem Logo, denn – seien wir ehrlich – wozu muss da oben noch ein Batman schweben, wenn wir ihn auf dem Cover ohnehin durchs Bild springen sehen?
Mit dem Reboot von The New 52 (2011) wurde das Logo etwas überambitioniert. Während die Fledermaus-Form den oberen Teil bildete, wurde die Schrift zum unteren Teil. Dadurch wirkten die Buchstaben, die wie Kraut und Rüben da rumstanden, etwas unruhig und zerfasert, um nicht zu sagen: bemüht. Auch beim Soft-Reboot von Rebirth, als man wieder bei Nummer eins Anfing, behielt man diese Extravaganz bei.
Das Event Infinite Frontier, das wieder eine neue DC-Phase einleiten sollte, nahm man zum Anlass, die Buchstaben zumindest im oberen Bereich zu begradigen, also auf eine Linie zu bringen. Und mit Ausgabe #125 (dem Beginn von Chip Zdarskys Run) verzichtete man wieder auf die Fledermaus im Logo – vielleicht weil es das wegen des schönen Covers gar nicht braucht.
Ich bin ja der Ansicht, dass man gar kein Logo braucht, nicht mal einen auffälligen Schriftzug. Batman ist so bekannt, dass er für sich spricht. Außerdem ist auch so mehr vom Cover zu sehen. Die schönsten Cover sind daher für mich die mit möglichst wenig Schrift. Am besten gleich „textless“.
Aber Geschmäcker sind verschieden. Daher: Welches ist euer Lieblingslogo?

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Die Cover zu #217, #370 und #440 sind ja der Hammer! 🙂
… da können diese super-gezeichneten und super-stylischen modernen Cover ja mal überhaupt nicht mithalten.
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