Joker feiert Geburtstag

DC Comics

Titel: Dreadful Birthday, Dear Joker… !

Autor/Zeichner: Len Wein/Walt Simonson

Erschienen: 1980 (Batman #321), Paperback 1988 (The Greatest Joker Stories Ever Told), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Im Jahr 1980 wurde der Joker 40. Im Comic nahm der Schurke das erstmals zum Anlass, seinen Geburtstag zu feiern. Eingeladen sind Comissioner Gordon, Robin, Alfred und ein paar andere seiner Feinde. Einladen heißt in dem Fall: Der Joker entführt sie der Reihe nach in seinem Jokermobil und fesselt sie an ein Karussell.

Am nächsten Tag lädt er Gotham unter falschem Vorwand, dass eine Bäckerei kostenlose Kostproben verteilt, in eine riesige Halle. Ganz falsch ist die Info nicht, denn der Joker stellt eine riesige Geburtstagstorte auf die Bühne, an jeder Kerze ist einer der Entführten drapiert und jede Kerze soll explodieren.

Als dann Batman auftaucht, ist er der Ehrengast. Um die anderen zu befreien, liefert er sich selbst aus, der Joker willigt ein und fesselt ihn an die größte Kerze auf der Torte. Natürlich lässt er die anderen nicht frei. Aber auch Batman trickst: Er drückt einen Knopf an der Seite der Kerze, sie fliegt davon und explodiert, aber Batman befreit sich, kappt mit einem Batarang die Lunten der Kerzen und der Geburtstag ist verdorben – eine Blamage vor großem Publikum.

Am Ende gibt es noch eine kleine Verfolgungsjagd auf dem Wasser, der Joker düst mit einem Motorboot davon und es endet mit einer Explosion ohne Leiche. Ob er diesmal wirklich tot ist, fragt Robin am Ende. Und man möchte ihm eine der berühmten Ohrfeigen verpassen. Denn die Frage ist genauso ein Klischee wie Jokers Trick mit der falschen Hand.

Jokers Killer-Spielzeug

DC Comics

Leider sind die späteren Geschichten der 80er voll davon. In“ The Joker’s Rumpus Room Revenge“ (Detective Comics #504) lässt sich der Schurke eine Reihe von Killer-Spielzeug bauen, lockt Batman in eine Eiscreme-Fabrik und lässt einen Samurai-Springteufel-Joker und andere Roboter auf ihn los.

Batman löst das Problem, indem er alle Spielzeuge gegeneinander kämpfen lässt. Und wie kommt er auf den Standort der Fabrik? Mit der guten alten Schlamm-Analyse von Jokers Schuhen. Dieser Detektivtrick ist so ausgelutscht und unglaubwürdig, dass er schon damals längst eingemottet gehörte. Aber auch in den 80ern waren die Autoren nicht unbedingt kreativer als in den 50ern.

Joker setzt sich ein Denkmal

„I try never to use the same joke twice“, heißt es dann in „Last Laugh“ (Batman #353). Deshalb vergiftet er einen respektlosen Komplizen mit einem Schlangenbiss. Dann stiehlt er einen Computer, der präzise Sprengungen vornimmt, um sich ein Denkmal zu setzen: ein überdimensionales Joker-Gesicht in Stein, ähnlich wie am Mount Rushmore. Der Joker will endlich wieder von einem breiten Publikum bewundert werden.

DC Comics

Aber damit es noch lustiger wird, lockt er Batman (mal wieder) in eine Falle, knockt ihn aus und fesselt ihn an den Felsen. Batman befreit sich, blockiert das Signal, kann die Explosion aber nicht verhindern. Der Joker bekommt sein Ebenbild in Stein – aber das fällt kurz darauf wieder zusammen.

„Cleverness is a highly overrated virtue, detective!“, sagt der Joker. „Cleverness can make you dead!“ Etwas bemüht, der Spruch denn etwas mehr Cleverness würde dem Joker sicher nicht schaden. Am Ende lacht Batman, während der Joker baden geht. Aber so schwer ist es eigentlich nicht, Batman zu töten – denn der kommt oft nur mit Glück davon. So oft wie der Joker ihn schon gefangen genommen hat, müsste Batman längst tot sein. Nur wo wäre dann der Spaß?

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