Gotham wird zum Schlachthaus

Batman: Crimson Mist

DC Comics

Titel: Crimson Mist (dt. Blutroter Nebel)

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1998 (One-Shot), Paperback 2007 (Tales of the Multiverse: Batman Vampire), 2016 (Batman Elseworlds Vol. 2); dt. Panini 2002


„I’ve become worse than Two-Face, perhaps worse than Dracula himself.“ (Batman)

Nachdem Batman den Joker getötet hat und er sich von Alfred hat einen Pflock ins Herz rammen lassen (siehe Bloodstorm), liegt Batman als Skelett in seiner Gruft, sein Bewusstsein hängt zwischen Leben und Tod fest. In Gotham treiben neue Verbrecher ihr Unwesen: Two-Face, Scarecrow, Poison Ivy, Pinguin, Black Mask und in der Kanalisation frisst Killer Croc Prostituierte. Die Polizei ist verzweifelt, Gordon stattet Alfred einen Besuch ab. Daraufhin zieht Alfred Batmans Überresten den Pflock aus dem Brustkorb und Vampir-Batman kehrt wieder zurück, um in Gotham aufzuräumen.

Das bedeutet: Batman schlachtet einen Schurken nach dem anderen ab. Sogar in Arkham tötet er alle Mörder. Unterwegs ist er wahlweise als Riesenfledermaus oder als roter Nebel. Dann verbünden sich Gordon und Alfred mit Two-Face und Killer Croc, um dem Vampir Einhalt zu gebieten. Ihm selbst treibt ein Todeswunsch um …

Der dritte Teil der Vampir-Saga bietet einen starken Abschluss. Es wird anfangs zwar etwas zu viel gemetzelt, aber in der zweiten Hälfte wird das Finale in der Bathöhle spannend. Da Kelley Jones immer wieder beeindruckend den Horror darstellt, lässt sich die Brutalität ertragen. Gerade Batman erscheint alle paar Seiten noch schrecklicher als zuvor.

Interessant ist der innere Konflikt der drei Hauptfiguren: Alfred und Gordon wollen Batman nur widerwillig ausschalten, auch Batman will nicht töten, muss aber, um zu überleben. Verbrecher zu opfern ist das kleinere Übel. Er sieht seine Erlösung darin, dass am Ende alle Menschen zu Vampiren werden und dadurch schließlich verhungern, bzw. verdursten.

Zwischen den Zeilen scheint eine leise Zivilisationskritik durch: Die Vampire werden zur Allegorie für die Menschheit, die die Erde ausbeutet. Der Parasit kann nur endgültig sterben, wenn es nichts mehr zu holen gibt. Zum Glück geht diese Batman-Geschichte anders aus. Ein Ende im Frieden für alle Beteiligten. Und zum Schluss scheint sogar die Sonne.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

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