Joker lässt andere machen

Crime of the Month Club

DC Comics

Titel: Crime-of-the-Month Club

Autor/Zeichner: Dave Wood/Dick Sprang

Erschienen: 1957 (Batman #110), Paperback 1988/2008 (The Greatest Joker Stories Ever Told/Joker: The Greatest Stories Ever Told)


Gotham ist nicht nur die Hauptstadt des Verbrechens, auch Batman scheint das Verbrechen geradezu anzuziehen. Denn wie anders kann man es sich erklären, dass überall, wo Bruce Wayne und Dick Grayson auftauchen, eine Straftat verübt wird?

So ist es auch an einem schönen Tag im Mai: Bei einer Blumenausstellung wird eine seltene schwarze Orchidee gezeigt, Wert: 50.000 US-Dollar. Klar, dass die nicht lange zu sehen ist, denn zwei Gauner schnappen sich das Ding. Um sich die Besucher vom Hals zu halten, richtet einer von ihnen einen Kaktus auf sie – einen Kaktus mit giftigen Stacheln wohlgemerkt.

Eine dämlichere und unhandlichere Waffe kann man sich kaum vorstellen. Aber Batman und Robin nehmen die Bedrohung ernst, sehr ernst. Sie nähern sich dem Kaktus mit zwei Lassos, fangen ihn ein und lassen ihn behutsam zu Boden sinken, damit auch keiner der gefährlichen Stacheln abbricht, querschießt und einen Besucher trifft – auf die Idee muss man erst mal kommen.

Wegen dieser diffizilen und anscheinend auch zeitintensiven Operation sind die Verbrecher über alle Berge, sobald die Gefahr gebannt ist. Wer könnte dahinterstecken? Ein Blick ins Archiv bringt die beiden auf eine Spur: Im März haben Räuber ein Gaswerk überfallen und sind mit einem Ballon davongeflogen – getragen von den Märzwinden. Im April haben sich zwei maskierte Gauner einen Aprilscherz als Ablenkungsmanöver erlaubt.

joker in batman 110

Joker versteigert Pläne.

Schlussfolgerung: Da verübt jemand eine Verbrechensserie, deren Themen sich am Kalender orientieren (vgl. Calendar Man). Hinter so einer spinnerten Idee kann nur der Joker stecken. Und tatsächlich: Der Joker hat eine neue Masche. Er hat den Crime-of-the-Month-Club gegründet, in dem er einmal im Monat unter anderen Gaunern einen geheimen Plan versteigert, der jeweils zu einem Ereignis passt. So macht der Joker ohne Risiko mächtig Kasse – und erspart sich den Ärger mit Batman.

Nächster Fall im Juni: eine Hochzeit. Der Plan ist äußerst genial und raffiniert und jeden Cent der 50.000 Dollar wert: Zwei Räuber verkleiden sich als lebensgroße Tortenfiguren. Wieder sind zufällig Bruce und Dick eingeladen und können das Schlimmste verhindern. Aber weil Batman weiß, dass sich der Joker mit der Niederlage nicht zufrieden geben wird, fragt er sich, welcher wohl Plan B sein wird. Der Held kennt seinen Gegner mittlerweile sehr gut.

Zwei Mal fährt das Dynamische Duo zu Ereignissen, bei denen kein Verbrechen passiert, aber dann erwischen sie den Joker vor einem Kino, wie er gerade die Spenden einer Benefizvorstellung absahnt. Batman muss nur zwei Geldsäcke nach dem Joker und seinem Handlanger werfen und der Fall ist gelöst. Aber wie kam Batman auf das Kino? Ganz einfach: Der gespielte Film heißt „Jupiter’s Bride“, die heißt Juno – und das passt zum Juni. – Keine weiteren Fragen.

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