Titel: Superman’s Christmas Adventure
Autor/Zeichner: Jerry Siegel/Jack Burnley
Erschienen: 1940 (One-shot), Reprint 1972 (Limited Collectors‘ Edition #C-43: Christmas With the Super-Heroes), Paperback 2000 (DC Universe Christmas)
Die Vorweihnachtszeit! Auch für Journalisten eine schwierige Zeit, denn sie müssen sich alle Jahre wieder neue Storys zu abgedroschenen Themen ausdenken. Perry White verdonnert Clark Kent und Lois Lane dazu, sich das Weihnachtsgeschäft anzuschauen. Während die einen wie die Verrückten kaufen, können sich arme Eltern wie die von Billy Connelly gar keine Geschenke leisten.
Da kommt Clark auf die Idee: Die Leser des Daily Planet sollen alte Spielsachen spenden, die Reporter sollen sie reparieren und an die armen Kinder verteilen. Perry ist begeistert und auch Santa Claus gefällt das. Und wer hätte gedacht, dass Reporter handwerklich so geschickt sind und nichts Besseres zu tun haben?
Als Clark einmal sieht, wie ein verzogenes Gör wie James Daniels seine Spielzeugeisenbahn hinwirft, weil es lieber ein Motorboot oder eine Yacht hätte, sucht er ihn als Superman heim, entführt ihn und zeigt ihm, wie arme Kinder sogar mit kaputten Puppen spielen oder gar nichts zum Spielen haben. Nach der Lektion wird der Knabe bekehrt.
Spielverderber Grouch und Meaney
Doch es gibt noch weitaus härtere Herzen. Die verbitterten Weihnachtshasser Dr. Grouch und Mr. Meaney reisen per Rakete zum Nordpol, um Santa und seine Elfen davon zu überzeugen, statt Spielzeug für lau lieber kommerzielle Produkte herzustellen. Die Elfen verjagen die Gauner mit Eletroschocks und Spielzeugpistolen. Daraufhin versuchen sie, Lois und Clark bei der Spielzeugreparatur zu sabotieren. Sie betäuben sie mit Gas und legen Feuer. Statt sie aufzuhalten, tut Clark nur so, als würde er in Ohnmacht fallen, wartet ab und löscht das Feuer mit Superpuste. Fassade ist alles!
Anscheinend haben die beiden Schurken eine Kamera dagelassen, denn sie sehen später auf einem Überwachungsmonitor, wie die Spielzeugaktion ungestört weitergeht. Also entführen sie die neugierige Lois, binden sie an eine riesige Feuerwerksrakete und jagen sie in die Luft – also fast, denn Superman rettet sie wie immer in letzter Sekunde. Derweil fliegen die freudlosen Mieslinge wieder zum Nordpol und randalieren in der Spielzeugwerkstatt. Dann lässt der Weihnachtsmann die mechanischen Spielzeugsoldaten auf sie los und sie fliehen.
Kaum sind sie wieder zurück in Metropolis, fangen sie Lois wieder ein und dann auch Santas Rentiere. Nachdem Superman sie befreit hat, betäubt Mr. Meaney die Tiere mit einer Gaspistole. Daraufhin fliegt Superman den Schlitten und hilft so Santa beim Verteilen der Geschenke an die Kinder. Anschließend wirft er Meaney durch den eigenen Kamin.
Doch Santa ist gnädig. Obwohl die Tunichtgute hundsgemein waren, bekommen auch sie Geschenke. Der Weihnachtsgeist lässt auch den Feinden vergeben. Santa glaubt, es stecke noch Gutes in ihnen und behält Recht: Daraufhin sind sie so gerührt, dass sie bekehrt werden und versprechen, nur noch nett zu sein. Lois wird freigelassen. Der Mordversuch ist vergeben und vergessen. Und auch der reiche Knabe James verteilt Geschenke an Bedürftige: Es ist schöner zu geben als zu erhalten.
Eine herrlich überdrehte und auch herzerwärmende Geschichte! Optimistisch bis zur Naivität, aber so soll es sein. Besonders ist hier der feine Strich von Jack Burnley zu loben, der es sogar schafft, in kleinen Details glaubwürdige Panels zu schaffen, wie etwa dieses auf Seite 2, das eine Szene im Kaufhaus zeigt: Der Vater trägt einen kippenden Stapel Pakete, die Mutter zerrt am Sohn, der wiederum schreit und zieht in die andere Richtung, während Clark völlig blind für dieses kleine Familiendrama sich eine Modelleisenbahn anschaut, als wäre er selbst noch ein Kind. Eine ganze Szene wie aus dem echten Leben, in nur einem Panel – absolut genial!






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