Riddler: Der ewige Rätselkönig

Titel: When is a Door.: The Secret Origin of The Riddler…/Riddle of the Jinxed Sphinx

Autor/Zeichner: Neil Gaiman, Doug Moench/Bem 89 (Bernie Mireault), Brian Stelfreeze

Erschienen: 1989/1995 (Secret Origins Special #1, The Batman Chronicles #3)


Ein Kamerateam interviewt Edward Nigma in seiner neuen Arbeitsstelle: im Finger Yard, einem Hof, in dem alte Werberequisiten im Großformat eingelagert sind, wie etwa die berühmte Riesenschreibmaschine und so weiter. Doch das Interview verläuft anders als erhofft: Der Riddler beantwortet jede Frage mit Gegenfragen, Multiple-Choice-Antworten und Rätselwitzen.

Der Finger Yard. (DC Comics)

„I’ve always been the Riddler. I always will be …“ Schon als Kind sei er besessen von Rätseln gewesen. Dann erzählt er mehrere Versionen: von seiner Mogelei in der Schule, einer Karriere im Zirkus, nur um sie als mögliche Mythen zu entzaubern. Vielleicht sei er bloß ein frustrierter zweitrangiger Ganove mit einer bedeutungslosen Masche und seine Besessenheit halte ihn davon ab, seine wahre Größe als Verbrecher zu erreichen.

Riddler als ewiges Rätsel

Der Riddler schwelgt in Nostalgie, erzählt von der guten alten Zeiten, als alles noch ein Spiel war, bezieht sich dabei auf die Batman-TV-Serie der 60er, als niemand verletzt wurde oder sterben musste. Sein größtes Verbrechen sei es gewesen, eine Bank unter Wasser auszurauben. Zu Batman sagt er nicht viel. Er setzt ihn aber mit Gotham City gleich – und definiert damit seine Existenzberechtigung erst durch Batman.

Anspielung auf World’s Finest #7 (1942): Der Riddler reitet auf dem Pistolenlauf.

Am Ende sind die Journalisten nicht schlauer geworden. Aber das müsse so sein, sagt der Riddler: „I’m E. Nigma. An enigma. Is it any surprise that I’m enigmatic? Understand me: You didn’t come to the riddler for answers … you just come for the questions.“ Und damit behält er wohl Recht.

Er sei, wer er sei, sagt er über sich, und maßt sich damit indirekt Göttlichkeit an. „I’m the Riddler. Isn’t that enough?“ Der Riddler war nie rätselhafter als hier. Aber Neil Gaiman hat ihn damit wohl am besten verstanden und zu Ende gedacht. Am Ende sehen wir ihn, nach einem surrealen Rundgang durch die Riesenrequisiten in einem langen schwarzen Balken von Panel verschwinden – reduziert auf zwei weiße Augenschlitze und ein breites Grinsen, wie die Grinsekatze bei Alice im Wunderland. Perfekt.

Manchmal funktionieren die alten Dinge noch: Riddler auf der Schreibmaschine. (DC Comics)

Zwang zum Rätseln

In „Riddle of the Jinxed Sphinx“ (The Batman Chronicles #3) versucht der Riddler, sich von seinem Rätselzwang zu lösen. Warum? Er weiß es selbst nicht. „I am the one mystery I may never solve …“ Das größte Rätsel bleibt man sich stets selbst. Er erledigt Auftragsarbeiten für andere: Mord, Brandstiftung, aber auch ohne Risiko, Aufregung und Befriedigung. Schnell merkt er, dass der Riddler nichts ohne Rätsel ist. Andererseits will er auch nicht schon wieder geschnappt werden. Ein Dilemma!

Rätseln oder Nichträtseln? Der Riddler im Dilemma. (DC Comics)

Schließlich kehrt er doch zur alten Gewonheit zurück, schickt Batman drei Rätsel – und wird kurz darauf von ihm gestellt. Doch erst die Verbindung zu seinem Auftraggeber Jilly hat ihn verraten. Der Riddler sieht sich bestätigt – und erkennt auch, dass man gegen Batman nicht gewinnen kann, denn dieser ist nun mal ein geborener Gewinner.

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