Titel: JLA: Shogun of Steel
Autor/Zeichner: Ben Raab/Justiniano
Erschienen: 2002 (One-shot)
Was wäre, wenn Supermans Rakete im alten Japan gelandet wäre? Dann hätte er eben dort für Wahrheit und Gerechtigkeit gesorgt, denn ohne American Way geht es auch. Dieses Japan ist zerrissen vom Bürgerkrieg, ein böser Shogun namens Lord Zunou herrscht als Tyrann mit Zauberkräften. Der Mann aus Stahl, der hier Hoshi (Sternenkind) heißt, rettet ein Dorf vor den einfallenden Horden und schließt sich einer Rebellengruppe an. Dazu gehört ein grüner Bogenschütze, ein Falkner, ein Schnellläufer und eine Frau namens Hana, die sich als Ninja Komori nennt, die rächende Fledermaus. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen Zunou auf, der eigentlich Brainiac ist …
Diese simple Geschichte, doch sie macht das Beste aus den 64 Seiten, was einerseits einem kultursensiblen Skript zu verdanken ist, das die Helden glaubhaft ins alte Japan transportiert, ohne ihnen alberne Kostüme zu verleihen. Erst ganz am Ende trägt Superman ein S auf der Brust, aber das wird von einer Schlange geformt. Dazu gibt es noch eine kleine Liebelei zwischen Hoshi und Hana und auch einen typischen Comic-Relief-Charakter.
Ansonsten machen vor allem die Zeichnungen die Lektüre zu einem Fest: Extrem detailreich lassen sie die Epoche auferstehen, dazu kommen Figuren und Actionsequenzen, die vor Leben nur so strotzen. Und obwohl alles sehr handlungsgetrieben ist, finden sich auch einige liebevoll gestaltete kontemplative Panels für ruhige Momente. Einige Rückblenden orientieren sich an klassischer japanischer Kunst.
Wer sich für japanische Kultur interessiert und/oder gern Mangas liest, hat hier sicher viel Freude und findet eine gelungene Brücke zwischen fernöstlicher und westlicher Kultur. Selten ist eine Adaption so gut gelungen. Ohne Übertreibung kann man diese Elseworlds-Story ein kleines Meisterwerk nennen.
- The Narrow Path (Robin Annual #3, 1994)
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