Titel: The Doomsday Wars
Autor/Zeichner, Tusche: Dan Jurgens, Norm Rapmund
Erschienen: 1998 (Miniserie #1-3), Paperback 2016 (Superman: Doomsday)
Doomsday ist zwar eigentlich erledigt, seit er von Superman und Waverider ans Ende von Zeit und Raum verbannt worden ist (siehe Superman/Doomsday: Hunter/Prey), aber bekanntlich ist in Superheldencomics nichts für immer und Doomsday ist einfach ein zu guter Schurke, als dass man ihn nie wiedersehen dürfte, also kehrt er schon bald für einen weiteren Dreiteiler zurück.
Wie das? Dank der Zero Hour. Für alle, die sich nicht erinnern: Da wurde die Zeit gründlich durcheinander gebracht und so konnte Brainiac davon profitieren, indem er Doomsday zurückholte und seinen eigenen Geist in das Monster übertragen ließ. Nun müssen Superman und die JLA gegen einen Doomsday kämpfen, der auch schlauer ist als alles zusammen. Jedenfalls theoretisch. Erstmals darf also eine echte Justice League gegen den Schurken antreten, nachdem damals nur eine Riege von B-Ligisten von Doomsday mühelos plattgemacht worden ist (Booster Gold, Blue Beetle, Guy Gardner etc.). Doch die A-Ligisten werden ebenfalls mühelos plattgemacht.
Superman als Babysitter
Als wäre das nicht schon genug, hat Superman ein anderes Problem: Das Kind von Lana Lang und Pete Ross wurde zu früh geboren und weil es im Krankenhaus von Smallville wahrscheinlich bald sterben würde, soll es auf eine besser ausgestattete Intensivstation für Kinder gebracht werden. (Smallville kann zwar kein Frühchen am Leben erhalten, aber dafür mal eben eine stoßsichere und belüftete Kapsel bauen, in der es Superman durch die Staaten fliegen kann …) Genau da platzt Brainiac-Doomsday herein, fällt über Superman her und schnappt sich das Baby, um sich ausgerechnet aus dessen DNA einen dauerhaften Körper zu kreieren, denn Doomsdays perfekte Physiologie ist ihm aus irgendeinem Grund nicht genug.
ACHTUNG: SPOILER!
Warum das Ganze „The Doomsday Wars“ heißt, erschließt sich nicht. „Kriege“ werden hier bestimmt nicht geführt und auch um einen Krieg scheint es sich nicht zu handeln. Die JLA wird schnell besiegt, den eigentlichen Kampf sieht man kaum, auch die zwei Prügeleien mit Superman bleiben kurz. Superman löst am Ende das Problem mit einem Trick: Doomsday wird auf dem Mond in eine Transporterdauerschleife gesteckt, indem er bis in alle Ewigkeit (oder bis zum nächsten Doomsday-Revival) zwischen vier Kapseln hin- und hergebeamt wird. Gerahmt wird das Ganze (wie schon Superman/Doomsday: Hunter/Prey) von einer Rückblende in Clark Kents Jugend, als das Vieh der Kents im Schneesturm verendet. Weil die Doomsday-Story nicht genug herzugeben scheint, nimmt diese auffallend viel Platz ein.
Ansonsten geht es um Eifersucht in der Dreiecksbeziehung Clark Kent, Lana Lang und Pete Ross – das übliche Melodrama. Superman ist hier geplagt von Schuldgefühlen, auch weil er den Sohn von Cat Grant sterben ließ. Aber was will uns diese Parallele sagen? Das Vieh wird am Ende durch neues ersetzt, dank der hilfsbereiten Menschen von Smallville, mit Kindern geht das bekanntlich nicht so gut. Zum Glück aber überlebt Baby Ross, trotz all der schrecklich traumatisierenden Strapazen.
