Titel: Absolute Terror
Autor/Zeichner: John Rozum/Tom Mandrake
Erschienen: 2007 (Detective Comics #835-836)
„Nothing is safe anymore!“
Jonathan Crane ist ein sehr ängstlicher Mensch. Schon als Kind hatte er vor allem und jedem Angst, Kindern, Eltern, Lehrern, Angst vor Fehlern, Veränderung und Blamage. Im Grunde ist es so geblieben. Seine Rolle als Scarecrow erlaubte ihm, mit seiner Furcht umzugehen und sie sich zu eigen zu machen, indem er andere das Fürchten lehrte. Doch dann kam Batman, der ebenfalls auf seine Art ein Meister der Angst ist … Nun steckt Jonathan Crane in Arkham und muss wieder Angst haben – bis er beschließt, es erneut allen zu zeigen.
Kurz darauf drehen die Insassen durch und bringen sich vor lauter Angst auf grausame Arten selbst um. Crane hat alle nur durch Worte dazu gebracht. Dann wird er wieder zu Scarecrow, bricht aus und verbreitet Panik mit Morden und Vogelscheuchen. Die Bürger von Gotham leben in Angst, die nächsten zu sein, die Wirtschaft droht zusammenzubrechen. (Als ob mordende Irre etwas Neues wären.) Da kommt es sehr ungelegen, dass Bruce Wayne gerade wieder versucht, nähere Bekanntschaft mit einer Frau zu machen …
Batman als Angstfigur
In seiner Verzweiflung agiert Batman immer rabiater. Ein paar Tatverdächtigen droht er, ihnen die Gliedmaßen abzusägen, mit einem Batarang köpft er fast Crane, der sich dann nur als Vogelscheuche aus Stroh herausstellt. Am Ende ist die ganze Aufregung schnell erledigt, denn Batman muss sich keine große Mühe geben. Sobald er vor Scarecrow steht, jagt er ihm wieder eine so große Angst ein, dass er den Schurken nicht mal berühren muss. Hier ist die Fledermaus wieder in ihrem Element, allein durch seine Präsenz das feige Pack einzuschüchtern.
Tom Mandrake (Grotesk, Superman and Batman versus Vampires and Werewolves) beschert uns einige starke Panels, die Batman und Scarecrow gleichwertig als Horrorfiguren darstellen. Und auch wenn die Geschichte etwas dünn ist, ist der Ansatz interessant: Endlich kommt Scarecrow hier mal ohne das übliche Angstgas aus und wird glaubwürdig als geplagte Seele eingeführt, die bloß ihre eigenen Dämonen bekämpfen will. Auch wenn im Verlauf jede Empathie mit ihm schwindet.

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