Titel: Superman/Batman: Sorcerer Kings
Autor/Zeichner: Culen Bunn, Chris Roberson, Joe & Jack Kelly/Jesus Merino, Ed Benes u.a.
Erschienen: 2011 (Superman/Batman #78-84), Paperback 2011; Omnibus 2022 (Vol. 2)
Wenn Superman gegen Batman kämpfte, wie würde dieser Kampf aussehen? Während DC-Leser das schon oft gesehen haben, erörtern zwei junge Fanboys die Frage zum ersten Mal. Sie stellen Regeln auf. Sollte Batman Kryptonit haben, an einer Lanze oder in Form von Kugeln? Sollten sie einander töten dürfen? Zumindest darauf können sie sich einigen: keine Magie.
Aber was wäre der Grund für einen Kampf? Eine Frau? Ein moralisches Dilemma? Die Mitgliedschaft in der Justice League? Aber: Spielt das eigentlich eine Rolle? Man ist sich halt uneins und dann wird geprügelt, das ist doch die Hauptsache. Und so sehen wir, wie die Phantasie mit zwei Teenagern durchgeht, wie sich Batman auch gegen die größte Übermacht behauptet, weil ihm immer etwas einfällt, das man dagegenhalten kann – und sei es auch das absurdeste Gadget als Deus ex machina.
Wir sehen eine Reihe epischer Splash Pages, während die beiden Helden aus der Rolle fallen, wenn sie in der Sprache von Kindern sprechen, und wenn sie auf der letzten Seite tatsächlich erscheinen, dann stehen sie seltsam nah beieinander, mit vorgestrecktem Becken, während zwischen ihnen im Hintergrund ein Hochhaus aufragt – ob Absicht oder Versehen: jedenfalls ein passendes Bild für einen „Schwanzvergleich“.
Wiedersehen mit One Million
Mit diesem pfiffigen Gedankenspiel, beginnt das letzte Paperback der Serie Superman/Batman, das leider nicht den ganzen Rest der Serie umfasst. (Wer alles will, muss den Omnibus kaufen.) Die zweite Story („World’s Finest“) führt uns ins 853. Jahrhundert – die Zeit von DC One Million. Der Zeitschurke Epoch wird von Superman und Batman festgenommen, bricht aber vom Gefängnisplaneten Pluto aus, klaut eine Rüstung aus der Batcave und später auch sein Zubehör, mit dem er in unsere Zeit zurückreist, um dort die Weltherrschaft an sich zu reißen. Während die One-Million-Helden in einer Zeitschleife gefangen sind, müssen Batman, Superman und Robin (Teen Wonder) unserer Welt das Schlimmste verhindern.
Hier bekommen wir es mit den Retroversionen unserer Helden zu tun und ebenso altmodisch ist auch die Story, in der die Unglaubwürdigkeit mit allerlei pseudowissenschaftlichem Geschwätz kaschiert wird. Spaß macht sie trotzdem – auch dank der fantastischen Zeichnungen von Jesus Merino. Hier ist alles eine Augenweide. Man hätte sich nur gewünscht, dass auch die Helden aus der Zukunft auf die der Vergangenheit treffen, aber dafür war in diesem Zweiteiler anscheinend kein Platz.
Magische Dystopie
Den meisten Raum bekommt der titelgebende Vierteiler: In „Sorcerer Kings“ geht es dann doch um allerlei Hokuspokus und eine bevorstehende Katastrophe von biblischen Ausmaßen. Die Gruppe Shadowpact (mit Blue Devil und Ragman) wehrt eine Invasion von Dämonen ab, dabei wird ein geheimnisvoller Ritter mit Zauberschwert getötet, der sich als Superman erweist. Es handelt sich um eine Version aus einer dystopischen Zukunft, in der dank böser magischer Mächte alles vor die Hunde gegangen ist. Der Batman dieser Welt entführt unseren Superman, damit dieser ihm hilft. Für Erklärungen ist angeblich keine Zeit, dafür aber für Gewalt …
Wir sehen einen Batman im selbstgenähtem Kostüm und andere bekannte Helden in neuen Outfits, dazu Drachen, Dämonen und Monster, sowie Gastauftritte der üblichen Verdächtigen aus magischen Gefilden: von Phantom Stranger über Klarion bis Etrigan, auch wenn diese nicht viel zu tun haben. Am Ende geht alles supereinfach: Superman schwingt einmal sein Schwert und schießt einmal mit den Augen – alle Probleme gelöst.
Ansonsten geht es mir wie ihm: Ich kann Magie-Abenteuer nicht ausstehen.

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