Titel: Batman & Green Lantern: Demolishment
Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo
Erschienen: 1977 (The Brave and the Bold #134), Hardcover 2018 (The Brave and the Bold: The Bronze Age Omnibus Vol. 2)
Die Zeit: der Kalte Krieg: Der Ort: der Eiserne Vorhang. Ich kann euch leider nicht sagen, wo genau. Es ist ein Brückenübergang an einem gewissen „Checkpoint Mike“ zu einer gewissen „People’s Republic“ (Volksrepublik) – aber wir alle wissen, was gemeint ist. Soldaten lassen einen ominösen Radfahrer durch auf die andere Seite, dann überlegen sie es sich anders und schießen auf ihn, er schießt zurück und vernichtet ihren Jeep. Kaum ist er auf der anderen Seite, stellt er sich als Green Lantern heraus, übergibt seinen Ring und wird erstmal zusammengeschlagen und abgeführt.
GL bekennt sich als Überläufer und will US-Geheimnisse preisgeben, allerdings nicht seine Geheimidentität, und die will anscheinend auch niemand wissen. Da wird Batman von der US-Regierung beauftragt, GL wiederzubringen und falls das nicht gelingt, ihn umzubringen. Batman akzeptiert, springt mit dem Fallschirm hinter der Grenze ab und wird sofort festgenommen.
Gehirnwäsche und Folter für Batman
Da Colonel Vakla nicht überzeugt ist von Green Lanterns Absichten, will er Batman einer neuartigen Gehirnunterwäsche unterziehen, die er „Demolishment“ nennt (Zerstörung). Batman bekommt Drogen verabreicht, wird tagelang in einen Wassertank gesperrt und jeglicher Sinneseindrücke beraubt, dann in einem Karussell mit Reizen überflutet. Letzter Test: Batman bekommt eine Waffe in die Hand gedrückt und soll Green Lantern erschießen. Er tut es, ohne zu zögern. Doch in der Waffe waren nur Platzpatronen.
Colonel Vakla verkündet Batman, dass er noch lange nicht fertig mit ihm ist. GL will seinen Freund vor weiterer Folter schützen und bekennt, dass die ganze Aktion bloß ein Täuschungsmanöver war, um am eigenen Leib das „Demolishment“-Programm zu erfahren und dann US-Agenten darauf vorzubereiten.
Green Lantern und Batman als Agenten im Auftrag der US-Regierung? Warum für so etwas sein Leben aufs Spiel setzen? Hätten das nicht auch normale Agenten in zivil erledigen können? Eine sehr fragwürdige Richtung, die die Superhelden hier einschlagen. Batman, eigentlich ein Outlaw und Vigilant, erleidet freiwillig Torturen für Uncle Sam, erweist sich als guter Patriot. Schon zuvor hat er sich mit Green Lantern und Green Arrow als Drogenfahnder betätigt, hier geht er noch ein paar Schritte weiter.
Am Ende holt sich Lantern seinen Ring zurück, der in einem Samowar versteckt wird (kein Witz), befreit Batman und verschwindet mit ihm in einem grünen Heißluftballon, ganz in der Tradition von Ostblockflüchtlingen. Schließlich hofft GL auf ein Ende des Kalten Krieges – irgendwann. Beigetragen haben er und Batman dazu nichts. Im Gegenteil. Superhelden sollten in diesem Konflikt eine vorbildlichere Rolle spielen.

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