Batman und der Grendel-Terminator

DC Comics

Titel: Batman/Grendel: Devil’s Bones/Devil’s Dance (dt. Teufelsknochen/Teufelstanz)

Autor/Zeichner: Matt Wagner

Erschienen: 1996 (#1-2), dt. Speed 2000 (2 Teile)


Drei Jahre nach Batmans erster Begegnung mit dem Schurken/Antihelden Grendel gab es noch ein Crossover. Doch diesmal ist Hunter Rose alias Grendel tot. Seine Gebeine werden in Gotham ausgestellt, zusammen mit anderen Exponaten, die an Batman-Schurken erinnern. Die Ausstellung ist umstritten, steht unter dem Verdacht, das Böse zu verehren. Kritiker befürchten das Aufkommen eines neuen Grendel, es gibt sogar Bombendrohungen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch.

Da fällt im Museum plötzlich eine Schraube aus einer Kuppel, trifft auf den Laser einer Sicherheitsanlage und bringt Grendel-Prime, einen Killer-Cyborg aus der Zukunft her. Der ballert erst mal wild herum und tötet ein paar Polizisten. Batman stürzt sich in den Kampf, doch der Cyborg scheint unbesiegbar – und kann entkommen …

Action statt Story

Wer eine Fortsetzung des ersten Teils erwartet hat, wird hier bestenfalls überrascht, schlimmstenfalls enttäuscht. Denn mit Grendel hat das alles nicht viel zu tun, erinnert eher an die Terminator-Filme. Auch stilistisch ähnelt hier nicht viel der Vorgänger-Story. War der erste mehr auf (Neben-)Charaktere und Dialoge fokussiert, aber arm an Action, steht hier reine Action im Vordergrund, die Matt Wagner als Zeichner sehr verschwenderisch inszeniert. Auch formale Experimente gibt es hier kaum.

Trotz der Rasanz der Handlung kann die Story nie fesseln. Der Cyborg hat keine Persönlichkeit, seine Absichten bleiben lange schleierhaft, auch nachdem er sich halbwegs erklärt hat. Aus irgendeinem Grund braucht er die Knochen von Hunter Rose, aus irgendeinem Grund könnten viele Menschen sterben, wenn er die Energie daraus freisetzt, muss uns aber nicht kümmern, weil es eigentlich bloß um das nächste Duell mit coolen Rüstungen und Gadgets geht.

Das Ganze ist zwar nett anzusehen, Wagner ist ein toller Zeichner mit Sinn für Minimalismus wie für Over-the-Top-Kämpfe, aber es leidet unter einem pathetischen Erzählton und anderen Klischees wie Batmans „Detektivarbeit“: Eine Schlammprobe vom Schuh des Gegners führt stets zu dessen Geheimversteck  – das war schon in den 50ern lächerlich. Und die Sache mit der Zeitreisen verursachenden Schraube steht wohl symptomatisch für die Einfalls- wie Lieblosigkeit des Autors.

>> Batman-Crossover


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