Wie der Pinguin zu seinem Namen kam

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Der Pinguin bedient sich im Postamt selbst. (DC Comics)

Von 1943 bis 1946 erschien Batman nicht nur in Comicheften, sondern auch in Zeitungen. Täglich ein Strip in Schwarzweiß, der am Tag darauf fortgesetzt wurde, sonntags kamen farbige Ganzseiter heraus, die eigene Geschichten erzählten. Bemerkenswerterweise kamen in diesen Strips die klassischen Schurken kaum vor. In den Dailies gab es nur einen Auftritt des Joker. Ansonsten behielt man sich die bunten Schurken für die bunten Seiten vor: Joker, Catwoman, Two-Face und sogar zweimal der Pinguin.

Im ersten Abenteuer (The Penguin’s Crime-Thunderstorms, #1-6, 1943) verkauft der Pinguin Regenschirme auf der Straße, für fünf Cent das Stück. Da greift sogar der reiche Geizhals Amos Q Pinchbeck beherzt zu. Doch der Schirm hat es in sich: Über einen Lautsprecher darin gibt der Pinguin Amos den Befehl, seine Diener und Wachen loszuwerden, damit der Schurke ihn ausrauben kann.

Dazu seilt er sich mit seinen Pinguinen zu Amos‘ Penthouse ab und bringt ihn um dessen Juwelen. Batman und Robin versuchen, ihn zu schnappen, kriegen aber nur seine zwei Pinguine zu fassen, dann rutschen sie auf einer Ölspur aus und fallen vom Dach. Aber zum Glück  die Polizei unten ein Netz gespannt. In dem fängt sie schließlich auch den Pinguin, der auf einem Regenschirm heruntergeglitten kommt.

Oswald Chesterfield Cobblepot

Interessanter ist aber das zweite Abenteuer (Oswald Who?, #119-123, 1946). Denn da erfahren wir erstmals, wie der Pinguin mit bürgerlichem Namen heißt: Oswald Chesterfield Cobblepot. Batman und Robin finden es heraus, als er gerade für Unruhe in einem Postamt sorgt. Eigentlich will er nur eine Postkarte abholen, die für ihn hinterlegt ist, doch der Beamte erkennt ihn auf einem Fahndungsplakat und will die Polizei rufen. Der Pinguin verschießt dann Tränengas und bedient sich selbst. Da schnappt das Dynamische Duo zu.

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Stadtrundfahrt mit Pinguin, Tante, Batman und Robin. (DC Comics)

Die Karte stammt von Pinguins Tante Miranda. Sie will ihn heute – an seinem Geburtstag – besuchen kommen, um zu sehen, wie er lebt. Da Batman und Robin ihn einbuchten wollen, wäre das eine Schande für ihn. Also tun sie ihm einen Gefallen und geben ihm den Tag Aufschub, begleiten ihn und spielen das falsche Spiel mit, Tante Miranda von Oswalds Ehrlichkeit zu überzeugen.

Miranda sieht ihrem Neffen sehr ähnlich, nur dass sie eine Brille statt eines Monokels trägt. Zuerst unternehmen sie eine Stadtrundfahrt in einem Doppeldeckerbus. Der Pinguin will die Gelegenheit nutzen, um zu türmen, doch Batman fängt ihn wieder ein.

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Schirme, die es in sich haben: Pinguin gerät in Erklärungsnot. (DC Comics)

Später führt er seiner Tante seinen Regenschirmladen vor, der mehr einem verstaubtem Waffenarsenal gleicht. Ahnungslos ballert Miranda mit einem der Schirme los. Den habe er für die Armee entwickelt, lügt der Neffe. Miranda bringt daraufhin den Laden wieder in Schwung, um ihrem Neffen mit seinem Geschäft zu helfen.

Als Gauner sehen, dass der Pinguin mit Batman und Robin rumhängt, halten sie ihn für einen Verräter und wollen ihn erledigen. Doch sie haben nicht mit seiner Tante gerechnet. Sie geht mit ihrem Schirm auf die Gauner los, gefolgt von Pinguin, Batman und Robin. Zum Glück greift keiner zu einem Schirm, der Kugeln verschießt, sonst gäbe es Tote. Und zum Glück lassen sich die harten Kerle mit Netzen, Haken und Wasserfontänen überwältigen.

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Mit vereinten Schirmen gegen das Verbrechen: Pinguin, Tante, Batman und Robin. (DC)

Am Ende, als Tante Miranda wieder heimfährt, nehmen Batman und Robin den Schurken wieder fest – ungeachtet seiner Hilfe. Aber das scheint kein Problem zu sein: Er habe noch 237 Fluchtmöglichkeiten in petto, sagt er, nun bekommt er die Gelegenheit, eine weitere auszuprobieren.

Eine wunderbare Geschichte. Wie Autor Alvin Schwartz darauf kam, erklärt er im Kommentar: Er habe Spaß daran gehabt, sich lustige Namen auszudenken, sagt er. Außerdem verarbeitet er darin ein eigenes Erlebnis, als es ihm peinlich war, anderen seinen Ring zu zeigen, den er von seiner Mutter bekommen hat und in dem sein Name eingraviert war.

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