Batman gegen Topmodels: Manikin und Calendar Girl

Titel: Who Dies For the Manikin?/Dressed to Die (dt. Mord nach Modell/Das Modemonster)

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1981 (Detective Comics #506-507), Hardcover 2018 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 2); dt. Egmont Ehapa 1982 (Batman Taschenbuch #15)


Batman wird Zeuge, wie eine Autobombe hochgeht und rettet eine Frau aus dem brennenden Wagen. Das Opfer ist schwer verunstaltet. Zehn Monate später werden zwei Modedesigner ermordet. Als Bruce auf einem Date im Club „Studio 52“ ist, sieht er zufällig mit an, wie eine Frau in einer Maske einen dritten Designer würgt und am Hals emporhebt. Bruce greift ein, aber zu spät: Er ist tot. Die Unbekannte verschwindet nach draußen, Bruce zieht sich um, will sie aufhalten, aber sie schlägt ihn, zieht sich aus und offenbart eine Art goldene Rüstung unter ihrer Kleidung: Sie sieht aus wie eine Schaufensterpuppe und so nennt sie sich auch: „Manikin“. Außerdem kann sie hart zuschlagen und fliehen.

Rache eines Topmodels

Ich bin ja kein Detektiv, aber bei einer Schurkin, die sich Manikin nennt, was auch Model heißt, und die es auf drei Modedesigner abgesehen hat, dürfte relativ schnell klar sein, wo man zu suchen hat. Aber Batman geht hier den langen Weg: Zunächst zu Selina Kyle, die am Kleid den Designer entdeckt. Batman muss ihn dann vor einem Brandanschlag beschützen, um dann zwischen all den Mannequins die Mörderin zu entdecken. Es kommt zum Kampf – und wieder kann sie entkommen.

Batman muss dann noch einen Redakteur der Gotham Gazette befragen, bis er herausfindet, was er selbst auch hätte in der Zeitung nachlesen können: Es handelt sich um das ehemalige Model Miranda, das sich für den Bombenanschlag rächen will. Weil sie nicht weiß, welcher Designer es auf sie abgsehen hatte, tötet sie einfach alle, mit denen sie je zu tun hatte, was bedeutet, dass die meisten unschuldig sterben. Aber Mirande gibt allen die Schuld, von ihnen benutzt worden zu sein. Der Bruder hat ihr die Rüstung gebaut, die ihr praktischerweise auch Superkräfte verleiht.

Mit einem Spray, mit dem er Manekins Rüstung versiegeln kann, um ihr die Luftzufuhr abzuschneiden, geht es in den letzten Kampf: Die Mörderin verkleidet sich als Ärztin, um den davongekommenen Designer im Krankenhaus zu erledigen. Batman ist ebenfalls undercover als Arzt da und kann es verhindern. Natürlich findet man beim Endkampf die Zeit, die Masken fallenzulassen, damit es cooler aussieht. Nicht so cool sind die platten Dialoge wie „Are you ready to die?“ Aber von Superheldencomics der frühen 80er darf man nicht zu viel erwarten.

Calendar Girl in Batman TAS

Calendar Girl mit Chippendales (Warner Bros.)

Die Story diente später als Inspirationsquelle für die Batman-TAS-Episode „Mean Seasons“ (dt. „Die Maske“, S03E09, 1998). Hier heißt das Model Page Monroe, nennt sich Calender Girl und will sich an ihren ehemaligen Auftraggebern rächen, die sie nach dem 30. Geburtstag fallengelassen haben. Hier wird die Idee des Manikin mit der des Calendar Man verknüpft: Das Calender Girl trägt eine weiße Maske und wechselnde Kostüme, wirft dabei Ostereier und Kürbisse – passend zur jeweiligen Saison. Begleitet wird sie von halbnackten Handlangern im Chippendale-Look.

Abgesehen von dem albernen Modus operandi (wir befinden uns immerhin noch im Genre der Superhelden) ist die Folge sehr ernst zu nehmen. Die Macher (allen voran Drehbuchautorin Hilary J. Bader) positionieren sich eindeutig gegen den Schönheits-, Schlankheits- und Jugendwahn. „Man kann nie zu schlank oder zu jung sein“, sagt Page einmal zu einem anderen Model. Niemand darf ihr Gesicht hinter der Maske anschauen. Die tragische Pointe am Ende: Als ihre Maske abgenommen wird, sträubt sie sich dagegen, angesehen zu werden – dabei ist sie gar nicht entstellt, sondern makellos. Page Monroes Selbstbild ist so zerstört, dass sie ihre Schönheit nicht mehr erkennen kann.

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