Batman und der Schneemensch

DC Comics

Titel: Where Walks A Snowman/Snowblind (dt. Playboy „eisgekühlt“/Schneeblind)

Autor/Zeichner: Gerry Conway/José Luis García López, Irv Novick

Erschienen: 1981/1983 (Batman #337, Detective Comics #522), Hardcover 2018/2019 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol.2/3); dt. Ehapa 1981(1983 (Batman Superband #14, Batman Sonderausgabe #3)


Batman wird von Commissioner Gordon zu einem Tatort gerufen. Zwei Einbrecher versuchen, nachts einen Sportladen zu plündern. Doch während einer mit einer Axt auf Batman losgeht, ist der andere bereits zum Eiszapfen gefroren, genauso wie die Alarmanlage. Hm, wer könnte bloß dahinterstecken? Eigentlich kann das nur ein gewisser Mr. Freeze sein, aber Batman denkt nicht mal an den üblichen Verdächtigen und wir wissen bereits vom Cover, dass es ein neuer Schurke ist: eine Art Albino-Yeti, der sich naheliegenderweise „Snowman“ nennt.

Perfekte Tarnung: Schneemensch als Schneemann (DC Comics)

Das darf man sehr wörtlich verstehen, denn der Snowman tarnt sich am Tag darauf tatsächlich als Schneemann auf der Straße, bevor er einen Juwelier ausraubt und wieder einen Mann zu Eis frieren lässt. Wie er den Schneemanntrick geschafft hat, bleibt leider genauso ein Rätsel wie seine Eiskräfte. Aber die verstehen sich anscheinend von selbst: Wer gerüstet ist, Kälte zu überstehen, kann anscheinend auch automatisch Kälte produzieren. Demnach müssten auch Pinguine und Eisbären im Zoo sich eigentlich selbst kühlen können …

Monster dank Yeti-Vater

Wie dem auch sei: Der Hauptverdächtige ist Klaus Kristin, ein weißhaariger Prahlhans mit roter Sonnenbrille, der bei Bruce Waynes Party auftaucht und erzählt, dass er die Welt nach Skigebieten abklappert. Und für alle, denen es nicht offensichtlich genug ist, hat er noch Schneematsch an den Schuhen. Aber Bruce will keine voreiligen Schlüsse ziehen: Sicher nur ein Zufall … Aber dann bricht er als Batman sicherheitshalber bei ihm ein und stiehlt das Tagebuch von Kristins Mutter.

Diese ist 1954 bei einer Wanderung im Himalaya abgestürzt, wurde von einem Yeti gefunden und in eine Höhle gebracht, wo sie sich bei ihm revanchierte, indem sie intim mit ihm wurde. Doch obwohl in der Höhle ein Feuer brannte, erkannte sie erst am nächsten Morgen, dass sie mit einem „abominable snowman“ geschlafen hatte und dreht durch. Anscheinend ist ihr die Haarigkeit ihres Retters ebenfalls nicht aufgefallen. Der Sturz scheint ihre Wahrnehmung stark beeinträchtigt zu haben. So ist jedenfalls Klaus entstanden.

Schneemensch als Schneeball (DC Comics)

Batman sieht ihn als nächstes in den österreichischen Alpen wieder, denn dorthin ist Klaus gereist. Kaum steht Batman auf seinen Bat-Skiern, bricht auch schon das Monster aus dem Schnee und verschießt Kältestrahlen. Bei der Verfolgungsjagd kann Batman den Snowman zu Fall bringen und der rollt als menschlicher Schneeball den Hang hinab – ganz wie im Cartoon!

Dann zückt Batman eine Fackel und blendet Klaus, denn Albinos sind – wie jeder weiß – lichtempfindlich. Klaus stürzt in den Abgrund und den sicheren Tod. Das scheint Batmans Gewissen aber nicht sehr zu belasten. Stattdessen unterstellt Batman seinem Gegner bloß einen Todestrieb, ob er es vielleicht darauf angelegt hätte.

Wiedersehen in Tibet

DC Comics

Vielleicht ist Batman auch deshalb so „kalt“ (sorry für den Flachwitz), weil die alte Regel gilt: Keine Leiche, keine Toten. Und so trifft man sich zwei Jahre später wieder. Batman sieht zufällig in einer Zeitschrift ein Foto von Klaus in Tibet. Daraufhin reist er hin, um den flüchtigen Mörder zu fassen. Der hat sich am heiligen Berg Kalais einquartiert. Batman stürzt sich sofort auf ihn, sie fallen ins Wasser, Klaus rettet Batman das Leben und schwimmt davon, als ein Chinese auf ihn schießt.

Man folgt der Blutspur den Berg hinauf, trifft auf den Schneemenschen und kämpft. Batman wird von der Klippe geschlagen, überlebt aber durch Zufall. In einem Tempel findet er Klaus, der ihm gesteht, sterben zu wollen. Er hasst sich selbst als Freak, doch der Snowman lässt ihn nicht sterben, denn der ist sein Vater. Wieder holt Batman seine Fackel hervor, um den Yeti zu blenden, aber der will bloß seinen Sohn nach Hause mitnehmen – was er dann auch tut.

Warum muss Klaus sterben? Und warum lässt ihn der Vater nicht, wie kann er das verhindern? Und am Ende nimmt er ihn doch mit, damit er sterben kann? Hab’s nicht kapiert. Batman scheint sich jedoch damit abzufinden, auch wenn der Mörder nicht seine gerechte Strafe bekommt. Aber vielleicht ist er auch schon genug gestraft. Wer weiß …

>> Batman 1980-1989

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