Titel: Tabula Rasa/Veritas Liberat
Autor/Zeichner: Scott Beatty/Mike Collins, Charlie Adlard
Erschienen: 2002-2004 (Gotham Knights #33-36, 47-49), dt. Panini 2004 (Batman Monster Edition #1/Batman Sonderband #4)
Rückgratbrecher Bane taucht als ungebetener Gast in Wayne Manor auf. Alfred ist alarmiert, bewirtet ihn mit einem Gewehr. Doch der Mann, dessen Name bereits nur Unheil verspricht, hat nichts Böses im Sinn. Jedenfalls nicht für Batman und seine Familie. Er will lediglich Ra’s al Ghul eins auswischen, reist um die Welt, um die Lazarusgruben zu vernichten und ersucht Batman um Hilfe. Also fragen sie Jason Blood, wo eine Grube ist und fliegen sie gemeinsam nach Zypern, um sie zu vernichten.
Doch kaum ist diese Routineaufgabe erledigt, offenbart Bane Batman ein Foto von Thomas Wayne mit Banes Mutter auf Santa Prisca. Der Verdacht: Könnte er der Vater von Bane sein? Ist Bane Bruces Halbbruder?
Batman und Bane – Brüder?
Die Sache lässt sich einfach mit einem Bluttest überprüfen. Aber um die Zeit zu überbrücken und noch drei weitere Ausgaben zu füllen, sehen wir, wie Bane vorübergehend Teil der Batman Family wird, bzw. Batman als Sidekick in Gotham dient. Das gefällt nicht jedem. Nightwing, Robin und Oracle haben Bedenken, Alfred und Leslie Thompkins sowieso, auch Huntress legt sich mit Batman deswegen an. Jeder darf mal rumnörgeln. Nightwing simuliert sogar, Bane übers Knie zu legen.
Batman spürt derweil eine neue Killerin mit einem ungewöhnlichen Modus operandi auf: Die Tätowiererin Ariadne Pinxits (Pix) tötet ihre Opfer mit einer Tinte aus Nanorobotern. Motive wie Schwerter werden zu Waffen, die sich gegen ihre Träger richten. Damit rächt sie sich an ihren Peinigern, die sie einst vergewaltigt haben. Der Fall ist schnell geklärt, weil Bruce zufällig gerade mit einer Frau ausgeht, die die Künstlerin kennt. Das spart Detektivarbeit.
Das Problem mit dieser Binnenhandlung ist, dass sie nichts mit der Rahmenhandlung zu tun hat. Es ist nur ein beliebiger Mordfall, zu dem weder Batman noch Bane eine Beziehung haben. Bane rettet am Ende Batman vor einem Sturz vom Dach und lässt die Mörderin entkommen. Am Ende wird natürlich klar, dass Bruce und Bane nicht blutsverwandt sind (auch wenn bis zum Schluss so getan wird, als bestünde die Möglichkeit). Also vier Hefte lang Seifenoper mit viel Gerede in der Familie, weil der Haussegen schief hängt, während eine Story über Gewalt gegen Frauen zur Nebensache verkommt.
King Snake ist Banes Vater
Einige Ausgaben später sucht Bane seinen wahren Vater. Erst, wenn er erfährt, wer er wirklich ist, kann er aufhören, Bane zu sein und sich ändern, denkt er. Leslie Thompkins hilft ihm bei der Suche, die zum Berg Kanchenjunga im Himalaya führt. Bruce finanziert ihm die Reise, nachdem Bane sich darin bewährt hat, ihm zu helfen.
Im Berg findet Bane Sir Edward Dorrance alias King Snake, blind und halb verhungert. Es stellt sich heraus, dass dieser einst in Santa Prisca einst antikommunistische Rebellen ausgerüstet hat. An seiner statt wurde die Frau im Gefängnis Peña Duro bestraft, mit der er eine Affäre hatte, später musste ihr gemeinsames Kind für die Taten des Vaters büßen (siehe Vengeance of Bane). Kaum hat man sich ausgetauscht, tauchen Anhänger der Kobra-Sekte auf, die ihnen vorwerfen, ihr Heiligtum betreten zu haben.
King Snake übernimmt die Führung mittels eines Codeworts und bringt Bane zu einer Lazarusgrube, die von einem Riesenroboter bewacht wird. Sie entnehmen diesem seine Batterie, bei der es sich um eine Waffe handeln soll. Bane ist nicht begeistert. King Kobra schlägt vor, der Sohn könnte ihm ein oder zwei Augen spenden.
Da platzt die Batman Family hinein, um die beiden abzuhalten von was auch immer. Batman weiß es selbst nicht, vermutet aber, es könne nichts Gutes sein. Bane will das Missverständnis aufklären, aber da schießt ihm der eigene Vater in den Rücken. Bane revanchiert sich, indem er die Batterie King Kobra zuwirft und ihn damit in einen Abgrund stürzt.
Batman legt Bane in die Lazarusgrube und heilt ihn nicht nur von den Wunden, sondern auch von seinem Wahnsinn. Bane ist ein neuer Mensch. Ohne Maske, aber auch ohne neuen Namen. (Später soll er sich zu einem Antihelden entwickeln und schließt sich den Secret Six an.)
Eine seltsame Story, die wieder einmal viel Zeit mit Diskussionen zwischen der Bat-Family vertrödelt, und diese drängt sich durch ihr Misstrauen in Bane erst auf, ohne dass ihr Eingreifen im Finale eine Rolle spielt. Es wirkt alles sehr bemüht und wenig durchdacht. Erneut eine vertane Chance, etwas von Wert zu erzählen. Auch die Zeichnungen heben das Niveau nicht über den Durchschnitt.


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