Two-Faces Secret Origins

Titel: The Secret Origin of Two-Face– Double Take/Two-Face

Autor/Zeichner: Jack C. Harris, Mark Verheiden/Ed Davis, Pat Broderick

Erschienen: 1977, 1989 (DC Super Stars #14, Secret Origins Special #1)


„Secret Origins“ gibt es bei DC schon lange. Seit den 60ern will man den Lesern weismachen, wie die Helden und Schurken „wirklich“ entstanden sind, nur dass es oft ganz anders dabei zuging, als bisher bekannt war. Damit mogelt man mit Retcons, um die Continuity etwas anzupassen oder einfach nur, um Aufmerksamkeit zu erregen. Oft bleibt das Wesentliche allerdings gleich, wird aber nur neu erzählt, so auch bei Two-Face.

Harvey Dent wird in Arkham Asylum von einem Polizisten besucht, der wie Humphrey Bogart aussieht: Detective David Davis hat einst den Gauner Maroni verhaftet, eben den Maroni, der Staatsanwalt Dent mit Säure zu Two-Face verunstaltet hat. (Im Golden Age hieß er noch „Moroni“, allerdings wird die Umbenennung später nicht konsequent durchgehalten.) Nun braucht er Harveys Hilfe, um ein verlorenes Beweisstück zu finden, um Maroni wieder festzunehmen. Dabei stellt sich heraus, dass die Säure eigentlich einst Davis gegolten hat. Harvey folgert daraus, dass seine Wandlung Schicksal sei.

Harvey führt Davis zu einem Lagerhaus, wo er das gesuchte Schriftstück in einem Geheimfach seines Schreibtischs aufbewahrt. Da taucht Maroni auf und fordert mit vorgezogener Waffe das Beweisstück. Harvey wehrt sich, dabei fällt seine Münze aus der Tasche und fällt auf die zerkratzte Seite, Harvey wird zu Two-Face, schlägt sich auf Maronis Seite, verlangt aber Geld. Maroni bietet ihm die 50.000 Dollar an, die ebenfalls im Lagerhaus gebunkert sind, aber Two-Face gibt sich nicht mal mit der Hälfte zufrieden, Hauptsache es sind lauter Zweien in dem Betrag … Hier zeigt sich der wahre Irrsinn!

Da platzt wieder Davis in den Deal und versucht, Harvey zur Vernunft zu bringen. Two-Face wirft wieder seine Münze, um zu entscheiden, auf wessen Seite er sich schlägt. (Wir dachten schon, das wäre entschieden? Aber man muss sich ja jedes Mal aufs Neue entscheiden.) Im Handgemenge zwischen Maroni und Davis löst sich ein Schuss, trifft zufällig die fliegende Münze, prallt von ihr ab und trifft zufällig Maroni in die Brust, sodass dieser stirbt. Zufällig fällt die Münze auch auf die gute Seite, sodass Harvey wieder freiwillig nach Arkham zurückkehrt.

Etwas viele Zufälle für meinen Geschmack, aber man kann sie auch Schicksal nennen, denn bei Two-Face ist ja das Schicksal ein wesentlicher Faktor.

Harvey Dent rettet seine Frau

DC Comics

Im zweiten „Secret Origin“, von 1989 (also nach der Crisis), erzählt Gilda Dent in einer Talkshow von einem gewissen Dalton Perry. Der will sich, kaum aus dem Gefängnis entlassen, an ihrem Mann rächen, überfällt sie zu Hause, fesselt sie an einen Stuhl und verschüttet Benzin. Two-Face befreit sie, besiegt den Gauner und rettet am Ende beide aus dem brennenden Haus. Schließlich fällt aber die Münze wieder auf die böse Seite, und aus Harvey wird wieder Two-Face, was sich daran bemerkbar macht, dass er seine Frau sowohl liebt als auch hasst.

Batman gegen Two-Face (DC Comics)

Beiden Origins gemein ist, dass der zweiköpfige Silberdollar ursprünglich Maroni gehört hat. Das ändert sich jedoch 1990: In „The Eye of the Beholder“ (Batman Annual #14) ist es Harveys brutaler Vater, der seinem Sohn die fatale Münze schenkt. So geht die Version auch noch heute, wie man in Two-Face: Trial Separation nachlesen kann.

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